Der Geschmack in meinem Mund beginnt sich zu verändern. Metallisch. Leicht blutig. Ich spüre nach innen und merke: Mein Nervensystem ist im Alarm.
Geschmack ist kein isolierter Sinn. Er entsteht aus dem Zusammenspiel von Geschmacksknospen auf der Zunge, Speichelzusammensetzung, Durchblutung der Mundschleimhaut, Geruchssinn, zentraler Verarbeitung im Gehirn (Insula, limbisches System, präfrontaler Cortex) und autonomem Nervensystem. Wenn Stress auftritt, greifen mehrere dieser Ebenen gleichzeitig ineinander.
Die Geschmackswahrnehmung kann sich deshalb bei Stressreaktionen verändern. Wenn das Nervensystem hochfährt, passieren unter anderem folgende Dinge:
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Ich starre gedankenversunken aus dem Fenster. Immer wieder spiele ich meine Lebenszüge auf einem inneren Schachbrett durch. Wie steht wohl das Spiel? Bin ich dabei zu gewinnen oder habe ich eine Position des Gegners übersehen, die mich in Kürze platt macht.
Mein Ausstieg aus dem organisierten Verbrechen liegt nicht hinter mir. Er ist ein anhaltendes Lebensgefühl. Bei jedem neuen Schritt, denke ich das Täternetzwerk mit. Das „frühreife Mädchen“ ist erwachsen geworden. Eine junge Frau. Doch sie hält die angefolterte Struktur ihrer Kindheit gefangen: funktionieren, planen, taktisch vorgehen, Rollenverteilung, Hierarchien, Züge und Gegenzüge.
„Frühreif“ sei sie als Kind gewesen. „Ungewöhnlich erwachsen für ihr Alter“. Doch trotz des schweren sexuellen Missbrauchs und der extremen Gewalt, hatte die „Frühreife“ nur am Rande mit Sexualität zu tun. Oftmals ging es in geplanten Operationen mit einflussreichen Menschen um etwas ganz anderes.
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„Hilfst du mir bitte beim Kochen?“, ruft die Mutter. „Ich komme sofort“, tönt es aus dem Kinderzimmer.
Neben Schule und Hausaufgaben bleibt kaum Zeit, denn seit dem Kindergarten ist es die Pflicht des kleinen Mädchens, im Haushalt mit anzupacken – damit es ihr Vater schön hat, wenn er nach Hause kommt. Gute Frauen machen das so.
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Jeden Donnerstag treffen sie sich. Mein Vater und seine „Brüder“.
Sie versammeln sich, um ihre gemeinsame Ideologie zu stärken: ihre Werte, ihre Weltsicht, ihre „Ordnung“. Die Treffen folgen einem festen Ablauf – mit Symbolen, Rangstrukturen und Ritualen, die für alle Beteiligten selbstverständlich sind.
Kerzen werden entzündet. Bestimmte Texte werden vorgelesen. Alle wissen genau, wann man spricht und wann man schweigt.
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„Zieh dich aus.“ Ich verstehe nicht, aber mache trotzdem. „Auch die Unterhose.“ Er deutet dem kleinen Mädchen an, sich ins Bett zu legen. Ich krieche unter die Decke. Wortlos. Verwirrt. Innerlich fragend. Äußerlich wie erwartet. Bis er fertig ist. Danach geht der Alltag weiter. Genau so, wie auch die Gewalt Alltag ist.
Man könnte denken, es habe sich um „ganz normalen“ Missbrauch gehandelt. In der Situation selbst gab es keinen offensichtlichen Anhalt für ideologie geprägte Gewalt.
Bei genauerer Betrachtung jedoch muss man feststellen, dass es um das geht, was ich „implizite rituelle Gewalt“ nenne.
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Die meistbenutzte Argumentationslinie von Leugnern & Medien lautet:
„Die Täter glauben ja gar nicht wirklich an die Ideologie – das ist alles nur ein Fetisch.“
Dieser sogenannte Fetisch-Mythos ist heute eines der wichtigsten Einfallstore, durch die Ideologie von Täterstrukturen verharmlost, verschleiert und aus der öffentlichen Debatte gedrängt wird. Er dient als Rettungsanker für alle, die die Existenz ideologisch, ritueller Gewaltstrukturen leugnen möchten, obwohl Beweismittel, Abläufe und Symbolik eindeutig darauf hinweisen. Der „Fetisch-Mythos“ dient oft dazu, Strukturen organisierter Gewalt in der Gesellschaft abzuwehren.
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Das sich wiederholende Narrativ der Leugner von ritueller und organisierter Gewalt: Opfer und Therapeuten übertreiben mit ihren Schilderungen. Derartige Netzwerke gebe es eigentlich gar nicht und wenn, dann nicht in der Dimension. Organisierte Gewalt ja, aber in dem Ausmaß und mit den ideologischen Kontexten auf keinen Fall. Lieblingsargument entgegen der Realität: „Es gibt bis heute keine bewiesenen Fälle.“ Begriffschöpfungen aus den Medien wie „Satanic Panic“ legen nahe, dass gerne in übertriebener und unzutreffender Art und Weise satanistische Hintergründe von Kindesmissbrauch berichtet werden.
Doch wie ist das eigentlich tatsächlich, wenn die Ermittlungsbehörden organisierte, rituelle und satanistische Zusammenhänge in Täternetzwerken benennen? Was berichten Medien dann? Um mich einer Antwort anzunähern, analysiere ich diesem Beitrag die mediale Berichterstattung zum Fall „White Tiger“ und vergleiche u.a. die Aussagen auf der Pressekonferenz der Ermittlungsbehörden mit den daraus entstandenen journalistischen Artikeln:
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Steif stehe ich da und blicke auf meine kleine Kinderhand. Sie umschließt Markstücke und Pfennige, die mir mein Onkel soeben mit viel Kraft in die Hand gedrückt hat. Dann verschwand er aus der Tür. Gerade noch ist er mit einem Sturm der gewaltvollen Vernichtung über mich hinweggefegt, der mir noch Jahrzehnte später Tränen in die Augen treiben wird. Ich fühle mich leer und ausgelöscht. Messerscharf hat er mit seinen Worten meine gesamte kindliche Würde aus mir entfernt. „Wer will schon so sein und so aussehen wie du!?“, hallen seine Worte in mir nach. Nun bin ich in der Küche meiner Großeltern stehen gelassen. Was ich mit dem Geld soll, weiß ich in dem Alter noch gar nicht. In mir brennt nur der wahnsinnige Schmerz, den ich schlucken muss. Ich bin unerträglich und für alle eine Zumutung, also muss ich mich wenigstens anstrengen. Lächeln. Nicht weinen. Niemanden belasten. Mich fassen. Vielleicht umklammere ich das Geld deswegen so sehr und starre in meiner Verzweiflung darauf, weil ich hoffe, dass es mir sagt, wie das ganz leicht geht. Mein Onkel scheint sich damit von seinen Entgleisungen zumindest frei gekauft zu haben. Denn von dem Zeitpunkt der Übergabe an, tun alle so, als wäre nie etwas geschehen. Nur ich, ich stehe da: Allein, verwirrt, entwürdigt, leer, bezahlt dafür, jetzt ganz normal mit Alltag weiter zu machen, zu schweigen und mir von der soeben erlittenen Gewalt nichts anmerken zu lassen.
Mehr als dreißig Jahre später sitze ich in meiner Therapiestunde und weine Rotz und Wasser. In mir reihen sich die Bilder aneinander, in denen mir Geschenke gemacht wurden – um mich zu entwürdigen.
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Mir fällt in der Traumabubble zunehmend auf, dass eine gewisse Gesprächskultur verloren geht – jene Form des Austauschs, die echte Reflexion, Perspektivenvielfalt und Nachdenklichkeit zulässt. Im Kern steckt die Community in einem Dilemma: Man darf weder die Verletzlichkeit Einzelner untergraben, noch problematische Inhalte ignorieren. Doch wer offen über persönliche Perspektiven spricht, riskiert schnell massive Anfeindungen.
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Im Beitrag setze ich mich kritisch mit der Verwendung von Freierzitaten in der Aufklärungsarbeit über Prostitution auseinander. Er beleuchtet, warum es einen entscheidenden Unterschied macht, ob Betroffene selbst über ihre Erfahrungen sprechen oder ob Organisationen Täterstimmen wiedergeben. Aus traumaethischer und menschenrechtlicher Perspektive wird hinterfragt, wie Aufklärung gelingen kann, ohne Gewalt erneut zu reproduzieren oder Betroffene zu entwürdigen.
Ich verstehe, was Aktivisten mit Freierzitaten bezwecken wollen und bin als ehemalige Betroffene trotzdem dagegen, diese Zitate von Freiern einfach so zu teilen. Das hat folgende ethische Gründe:
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