Einzelfall oder Netzwerk – von der Schwierigkeit Missbrauchssysteme zu beweisen

„Das sind Einzelfälle.“

„Ein Netzwerk konnte nicht belegt werden.“

„Kein Tatzusammenhang nachweisbar.“

Das sind Sätze, die man in der öffentlichen Diskussion über Gewaltstrukturen und ideologische Hintergründe häufig liest. Doch was bedeutet das eigentlich für die öffentliche Debatte? Und welche Schlüsse daraus sind unzulässig – werden aber dennoch immer wieder gezogen?

Zunächst gilt: Für den Nachweis eines Netzwerks bestehen in der Strafverfolgung besondere Hürden. Vermutungen oder Spekulationen über mögliche Verbindungen reichen nicht aus. Ermittlungen brauchen konkrete tatsächliche Anhaltspunkte für Zusammenarbeit oder organisatorische Verbindungen.

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Freierzitate zu Prostitution und Menschenhandel – gelungener Aktivismus für Betroffene oder erneute Entmenschlichung!?

Im Beitrag setze ich mich kritisch mit der Verwendung von Freierzitaten in der Aufklärungsarbeit über Prostitution auseinander. Er beleuchtet, warum es einen entscheidenden Unterschied macht, ob Betroffene selbst über ihre Erfahrungen sprechen oder ob Organisationen Täterstimmen wiedergeben. Aus traumaethischer und menschenrechtlicher Perspektive wird hinterfragt, wie Aufklärung gelingen kann, ohne Gewalt erneut zu reproduzieren oder Betroffene zu entwürdigen.

Ich verstehe, was Aktivisten mit Freierzitaten bezwecken wollen und bin als ehemalige Betroffene trotzdem dagegen, diese Zitate von Freiern einfach so zu teilen. Das hat folgende ethische Gründe:

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