Mission Freedom und Hope e.V. – wenn fundamentalchristliche Weltbilder auf schwer traumatisierte Menschen treffen

Organisierte Gewalt, Zwangsprostitution, rituelle Gewalt und Menschenhandel gehören zu den schwersten Gewaltformen, die Menschen erleiden können. Ein Ausstieg ist oft langwierig und gefährlich. Viele Betroffene schaffen ihn nicht. Umso wichtiger sind kompetente Hilfestrukturen, die traumatisierte Menschen umfassend schützen, professionell begleiten und evidenzbasierte therapeutische Unterstützung anbieten.

Wer die Internetseiten von Mission Freedom und Hope e.V. besucht, gewinnt zunächst den Eindruck zweier engagierter Organisationen, die sich dieser Aufgabe widmen. Beide Vereine bezeichnen sich als christlich orientiert und arbeiten nach eigenen Angaben auf Grundlage eines „christlichen Menschenbildes“. Hope e.V. betont zudem, dass den Mitarbeitenden professionelle Qualifizierung wichtig sei und sie regelmäßig an Fortbildungen, Seminaren und Schulungen teilnehmen würden.

Auf den ersten Blick wirkt das Angebot durchaus seriös. Beide Vereine begleiten Ausstiegsprozesse aus der Prostitution, betreiben Streetwork im Rotlichtmilieu, leisten Präventions- und Aufklärungsarbeit und bieten Schutzunterkünfte an. Mission Freedom schreibt auf seiner Internetseite zudem, in zwei vollstationären heilpädagogisch-therapeutischen Wohngruppen Kinder und Jugendliche langfristig stabilisieren und begleiten zu können.

Bei genauerer Betrachtung ergibt sich jedoch ein deutlich komplexeres Bild. Recherchen verschiedener Medien sowie Kritik von Behörden und Fachverbänden werfen seit Jahren erhebliche Fragen hinsichtlich der fachlichen Arbeitsweise und der zugrunde liegenden religiösen Überzeugungen auf.

Weiterlesen