Australische Polizei sprengt internationales Missbrauchsnetzwerk satanistischer Gewalt

Die australische Polizei hat mehreren Medienberichten zu Folge bei Razzien in Sydney am 27.11.2025 vier Männer festgenommen, die Teil eines internationalen Ringes seien, der satanistisch geprägten Kindesmissbrauch begehe. Sie werden unter anderem beschuldigt, über eine international betriebene Website entsprechende kinderpornografische Inhalte besessen, verbreitet und zugänglich gemacht zu haben.

Die Ermittler haben tausende Videos beschlagnahmt, die verstörende Missbrauchsszenen und Folter mit Symbolen und Ritualen aus dem Satanismus und Okkultismus zeigen. Auch Sodomie und sexueller Missbrauch von Tieren seien auf dem beschlagnahmten Material zu sehen. Bislang habe laut Polizei noch nicht festgestellt werden können, wo das Missbrauchsmaterial entstanden sei und wer die darauf zu sehenden Kinder seien. Die Ermittlungen diesbezüglich laufen auf Hochturen. Man arbeite mit nationalen und internationalen Partnern zusammen, um die Opfer, Tatorte und Täter zu identifizieren.

Weiterlesen

Die Namen der Peiniger

Es ist Nacht. Ich bin wach. Mein Körper sucht Ruhe und hat doch Angst vor dem Schlaf. „Am Anfang war das Wort“, denke ich. Es gibt Worte, die werden zu selten ausgesprochen. Dazu gehören die Namen der Peiniger. Mein Wort hatte bereits einen Anfang. Vor mehr als 10 Jahren haben wir angefangen hier über unsere Geschichte zu schreiben. An unterschiedlichen Stellen haben wir in der Zwischenzeit Zeugnis von der erlittenen Folter abgelegt – zum Teil sehr detailliert. Doch eine Sache fehlt in der öffentlichen Auseinandersetzung weitestgehend: Konkrete Angaben zu den Tätern. Es gibt sie. Sie sind da. Doch ihr Stuhl steht leer im Raum. Unbesetzt. Als Platzhalter und Mahnmal. Sie teilen ihn sich. Denn obwohl sie viele sind, wird er nie gebraucht. Ihr gemeinsames Reservierungsschild: „Täter.“

Warum benennen wir nicht?

Weiterlesen

Die Traumabubble und das Dilemma der Gesprächskultur zu DIS und ritueller Gewalt

Mir fällt in der Traumabubble zunehmend auf, dass eine gewisse Gesprächskultur verloren geht – jene Form des Austauschs, die echte Reflexion, Perspektivenvielfalt und Nachdenklichkeit zulässt. Im Kern steckt die Community in einem Dilemma: Man darf weder die Verletzlichkeit Einzelner untergraben, noch problematische Inhalte ignorieren. Doch wer offen über persönliche Perspektiven spricht, riskiert schnell massive Anfeindungen.

Weiterlesen

Was Therapeuten sagen und was ich denke…

Wir verstehen durchaus, dass eine gewisse Orientierung notwendig ist, um keine Retraumatisierung und Überflutung mit traumatischem Material zu riskieren. In vielen Fällen hatten wir bei dieser Frage in der Vergangenheit jedoch den Eindruck, dass sie nicht zu unserem Schutz gestellt wird, sondern für die ansonsten überforderte Therapeut_in.

Weiterlesen

Konkurrenzkampf unter Opfern ritueller Gewalt – Victim Blaming, Mobbing und der Kampf um die wahrere Geschichte

Gestern haben wir darüber geschrieben, wie groß und paradox die gesellschaftlichen Anforderungen an Opfer sein können und dass es im Grunde nicht möglich ist ihnen gerecht zu werden. Gewaltbetroffene und traumatisierte Menschen sind immer wieder Anfeindungen ausgesetzt und werden sowohl mit ihren Aussagen, als auch als Person, hinterfragt. Häufig besteht bei den Opfern ein hoher Rechtfertigungsdruck für die eigene Wahrnehmung und das Gefühl die persönliche Geschichte beweisen zu müssen. Nach unserem Empfinden potenziert sich dieser Druck nocheinmal, wenn es um Schilderungen organisierter und ritualisierter Gewalt geht. Nun sollte man meinen, dass sich zumindest Betroffene untereinander unterstützen, weil sie das innere Erleben aus der eigenen Geschichte heraus irgendwie nachvollziehen können. Die Realität sieht leider immer wieder anders aus. Auf diversen Plattformen wird dann von ebenfalls Betroffenen diskutiert, ob die Geschichte einer bestimmten anderen Betroffenen stimmen kann. Gepostete Beiträge werden auf Widersprüche durchforstet, analysiert und daraufhin bewertet, ob man sie für glaubhafte Schilderungen eines echten Opfers ritueller Gewalt hält. Aber warum ist das so? Weshalb dieser Konkurrenzkampf statt Schulterschluss!? In den folgenden Zeilen wollen wir euch an unseren Gedanken, Ängsten und Erfahrungen zu diesem Thema teilhaben lassen.

Weiterlesen

Mutterschmerz, Trauer und Alltag ohne Kompromisse

Draußen ist es feucht. Immer wieder fällt ein schwerer Tropfen vom Himmel. Die herbstlichen Nebelschwaden des Morgens verziehen sich langsam und verschmelzen zu klarer Luft. Im großen Baum neben dem Haus zwitschern die Vögel. Der kalte Wind durch die Balkontür lässt meine Beine frösteln. Im Kopf pocht Traurigkeit. Verzweifelt knete ich das kleine Stofftier in meinen Händen. „Ich vermisse sie“, weint mein Kopf. In den Gliedern weilt reglose Starre. Manchmal schaffe ich es recht gut meinen Alltag zu regeln und mich etwas von dem Innen zu distanzieren. An anderen Tagen überrollt uns eine Welle der Emotion. Sie trifft inzwischen auch das Heute. Je näher wir uns kommen, um so weniger ist es möglich in mehreren Welten gleichzeitig zu existieren ohne sich gegenseitig zu beeinflussen. Immer mehr kann ich das akzeptieren. Es ist gut sich zu spüren, weil es gesünder ist und so fühlt es sich trotz all dem Schmerz auch an. Heute vermissen wir sie – unsere Kleinen, die einst in unserem Bauch wohnten. Mutterschmerz.

Weiterlesen

Nacht und Nebel – Federleichte Folter

Wie so oft in letzter Zeit verbringe ich die ersten und die letzten Stunden des Tages auf dem Balkon. Es beruhigt mich irgendwie, wenn ich die Vögel pfeifen höre und schenkt mir ein Gefühl von Freiheit und Weite. Meine Fußsohlen haben auf dem kleinen Tischchen vor mir halt gefunden. Es tut gut, die Beine hochzulegen. Gerade bei der Hitze sind sie am Abend oft etwas schmerzhaft. Mit dem Oberkörper lehne ich mich vertrauensvoll in die Arme des Sessels zurück. Über mir ziehen die Wolken. Ich weiß nicht: Bin ich oder bin ich nicht und wenn ja, wo und was davon ist wirklich? Seit unserer Stunde mit der Sozialpädagogin heute ist eine Person nach vorne gerutscht, die sich von der erlittenen Folter noch immer nicht erholt hat. Sie ist kaum orientiert, fühlt sich, als wäre sie im Nirwana und blickt mit außergewöhnlichen Perspektiven auf den Körper und die Welt. Ihr Schmerz hüllt uns ein und ihre Verzweiflung reicht gewiss locker bis zu den Wolken und dahinter. Nun blickt sie mit uns in den Himmel, wie in der Nacht, in der sie so sehr um ihr Leben schrie, dass sie dachte sie würde eine andere Frau weit entfernt schreien hören. Den Körper hatte sie längst verlassen.

Weiterlesen

Rapid Switching und Morgenstress

Mit dem Spülschwamm reibe ich aufgeregt in der Pfanne. Meine Zunge kribbelt leicht. Das Wasser schwappt aus dem Hahn und mir über die Hände – erst kalt, dann viel zu heiß. Im Gesicht brennt der Sonnenbrand. Ich will Frühstücken. Etwas warmes in den Bauch. Mein ganzes Sein ist schon am Morgen so angespannt, dass ich das Mobiliar zertrümmern könnte. Sprunghaft wechsle ich die Tätigkeiten, lasse wie aus dem nichts die Pfanne stehen, buddle im Blumenkasten, tippe ein paar Worte und kehre dann wieder in die Küche zurück. Die eine Hand weiß nicht was die andere tut und schon im tun vergesse ich, dass ich es getan habe. Ich presse die Hände seitlich gegen den Kopf und schiebe sie mit krallig gebogenen Fingern unter den Haaren über die Schläfe nach oben. „Es ist zum Mäusemelken!“ Uff. Aus dem Balkonkasten lächelt mir die versteinerte Elfe entgegen. Ein bisschen mehr Leichtigkeit wäre schön!

Weiterlesen

Videokonferenzen nach ritueller Gewalt und organisierter Ausbeutung

Ich sitze hier in meinem Sessel. Die Beine übereinander geschlagen. Der rechte Fuß wippt unruhig. Während ich mich im Raum umsehe, stelle ich fest, dass meine Kieferknochen fest aufeinander gepresst sind. Ich muss hier raus! Eilig springe ich auf und haste zum Balkon. Mir ist danach das kleine Grablicht anzuzünden, obwohl die Sonne gleißend hell scheint. Kurz die Hände auf die nasse Erde legen. „Mein kleiner Schatz!“ Das Herz stolpert. Tränen überfallen mich, doch nur im Innen. Außen hält mich Schweigen gefangen. Bilder von früher aus dem Bereich des Kinderhandels und der Zwangsprostitution nehmen sich Raum. Die Luft schwindet. Irgendwo in der reißenden Gedankenflut schiebt sich eine Frage in den Raum: „Weshalb bricht da gerade in mir so das Chaos durch? Bis grade eben war doch alles ok! Oder nicht?“ Ich schaffe es mich kurz von den Erinnerungen loszureißen und lasse die letzten Minuten Revue passieren. Sessel – Meeting beendet – Laptop zugeklappt… Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Die Kammera. Das Funktionieren vor dem Bildschirm, während andere mir dabei zusehen, triggert mich. Die Erinnerungen an alte „Dreharbeiten“ wurden wach.

Weiterlesen

Ein dissoziativer Kochmoment

Der Reis kocht. Mein Blick schweift vom Kochtopf nach draußen. Während ich Gedankenabwesend weiter rühre, leuchten mir kleine rote Blüten aus dem krautigen Gestrüpp an der Straße entgegen. Bei den Nachbarn blüht der Flieder. Der Himmel schaut mich an, als würde er mir für einen kurzen Augenblick zuzwinkern: „Es ist ok, wenn du mit den Wolken fliegst und dich wegbeamst.“ Dann erinnert mich mein Hunger, dass es genau das nicht wäre. Ich schaufle den Basmati in eine kleine Schale. Etwas geschnittenes Putenschnitzel. Schmand. Salz. Der Kopf schwebt dumpf im Nebel. Doch der ist nicht aus Wasserdunst, sondern aus Angst, obwohl ich die Angst nicht spüre, weil dazwischen der Nebel ist.

Weiterlesen