Worte tanken

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Heute war ein anstrengender Tag. Mehrere Stunden Zugfahrt und ein langes Gespräch in einer Traumambulanz später wollen wir einfach nur noch abhängen. Am liebsten hätten wir jetzt auch so eine Hängematte, wie die Katze. Darin würden wir bewegungslos ausspannen. Da es uns daran leider mangelt, nehmen wir mit unserem Bett vorlieb und kuscheln uns in eine weiche Decke ein. Wir lassen den Tag ausklingen. Erschöpft versuchen wir Ruhe zu finden. Es gibt viele Eindrücke und viel zu erzählen. Für heute sind allerdings die Worte leer. Unsere Seele freut sich auf die stille Nacht zum Wortetanken.

Wir wünschen euch allen eine gute und erholsame Nacht! Habt seelenstreichelnde Träume.
Bis morgen!

Eigentlich war es doch gar nicht so…

… unbedeutend.
… leicht.
… harmlos.
Schlimm!?

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Weshalb jeder Missbrauch zählt, zeigt folgender Fall:

Die Geschichte zu diesen Gedanken beginnt mit einem Kundentermin, den ich trotz meiner Krankschreibung wahrgenommen habe. Es war mir wichtig, die offenen Akten soweit abzuschließen, dass ich die Arbeit mit halbwegs gutem Gewissen zurücklassen kann. Die Frau, die im Büro vor mir sitzt, ist über 70 Jahre alt. Wir regeln gemeinsam Formalien, Unterschriften und grob die weiteren Abläufe. Ganz nebenbei beginnt sie von sich zu erzählen, ihrem Mann, der gerade erst verstorben ist und ihrer Kindheit. Ich sei emphatisch und dass Sie sich sehr freue, dass ich mich um ihr Anliegen kümmere, meint sie.
Dann platzt es aus ihr heraus, wie eine Offenbarung. Endlich habe sie nun den Mut in Therapie zu gehen. „Es hat so schrecklich lange gedauert, aber dem Missbrauch aus meiner Kindheit konnte ich mich vorher nie stellen. Jetzt hab ich es doch gewagt“, zittert ihre Stimme. „Mir geht es schon viel besser, seit ich damit angefangen habe. Mein ganzen Leben war danach ausgerichtet. Was ich esse, was ich anziehe, welche Filme ich sehe…“
Ich bin für den Moment sprachlos. Ihre Augen durchdringen mich mit der unausgesprochenen Frage nach meiner Meinung. Mein Kopf nickt und meine Lippen formen eine Bestätigung: „Ich finde es gut, dass sie das machen. Es kommt nicht darauf an, wie alt sie schon sind, sondern dass sie es verdient haben endlich zu heilen.“
Sie lächelt.
Dann erzählt sie mir die alten Situationen.
Für einen Moment möchte ich nur Stopp schreien. Darum geht es hier gerade eigentlich nicht. Es wird mir zu viel. Ich atme zwei Mal tief durch und sammle mich. Dabei bringe ich mich selbst in Sicherheit. Ich entscheide mich für einen Augenblick zuhören zu wollen.

Ihre Schilderung ist kurz.
Erstaunlich kurz.
Irgendwie hatte ich bei der alten Dame „schlimmeres“ erwartet. Immerhin erzeugte das Erlebte einen siebzig Jahre andauernden Leidensdruck…
Das ist an dieser Stelle meinerseits gar nicht abwertend oder verharmlosend gemeint. Das möchte ich deutlich betonen.
Als sie mit der Detailschilderung anfing, war ich innerlich überzeugt davon, dass sie mir gleich Vergewaltigungsszenarien erzählen wird.
Doch darum ging es nicht.
Viel mehr stand Folgendes im Mittelpunkt:
Ein Bekannter steckte ihr bei einem Besuch in einem unbeobachteten Moment kurz unvermittelt die Hand in die Hose als sie gerade vier war. In zwei weiteren Situationen bedrängten Sie als Jugendliche Fremde auf der Straße. Einer riss ihr die Bluse auf. Die Fortsetzungen der Taten konnte durch Passanten verhindert werden.
Alle Täter stammten nicht aus dem familiären Kreis.
Ihre Mutter glaubte ihr sofort, als sie die Vorfälle schilderte und kümmerte sich fürsorglich.

Worauf will ich eigentlich hinaus?:
Die Gesellschaft übersieht viel zu häufig, was solche Situationen bei Menschen anrichten können. Dabei nehme ich mich selber nicht aus. Es fällt mir an mir selbst oft schwer, mich ernst mit meinen Gefühlen zu nehmen. Mit Sätzen wie „Es war doch nur ein bisschen Streicheln“ oder „Das kann mich doch nicht so lange beeinträchtigen“ habe ich in der Vergangenheit häufig Teile meiner eigenen Erinnerungen abgewertet. Was ich dazu fühle ist eine ganz andere Sache. Der Heilung ist das nicht gerade förderlich. Bei anderen Menschen ist mir die Tragweite viel klarer.
Nicht nur in Missbrauchsfamilien wird die Meinungsbildung Richtung „Akzeptierte Grenzüberschreitung“ geformt. Die Medien verkaufen uns mittlerweile tagtäglich in der Nachmittagsunterhaltung, dass eine gewisse Übergriffigkeit zum Leben dazugehört und Frau das auszuhalten hat.
Der Schock und das Entsetzen der Taten war im Fall der älteren Dame deutlich sicht- und spürbar. Es muss keine Vergewaltigung sein um langanhaltende, schwerwiegende Folgen von Traumatisierung zu bewirken.
Meiner Kundin war das absolut klar. „Mit Sprüchen wie „Nochmal gut ausgegangen“ braucht man mir gar nicht mehr kommen. Es war einfach furchtbar. Grenzen werden nicht erst bei Vergewaltigung überschritten. Das ist es was zählt“, sagt sie bewegt und schließt so ihre Erzählungen.

Es wird Zeit, dass wir uns endlich wieder trauen unsere Grenzen unabhängig von der Meinung anderer zu fühlen.
Da Grenze individuell ist, sind es auch Ausmaß und Schwere der Traumatisierungen des Einzelfalles. Es zählt, was für dich selbst zählt!

Einen Teelöffel Worte

Ich sitze hier und nuckle kopfüberfüllt am Strohalm der Capri-Sonne mit Orangengeschmack. Genau genommen ist es keine echte, sondern eine billigere Variante und noch genauer genommen habe ich längst den Überblick verloren, wer hier eigentlich in diesem Moment alles sitzt. Das angebliche Fruchtsaftgetränk schmeckt. Jetzt ist es zu allem Überfluss aber leer.
Ich werfe das ausgesaugte Plastikdingens unachtsam vor mich auf den Tisch. Meine Hände suchen im Kühlschrank hinter mir nach einem Joghurt. Sie finden ihn schließlich auf der obersten Ebene. Während kleine Finger mit Mühe die Abdeckfolie aufziehen und beginnen mit dem Teelöffel in der Creme-Matsche mit Mandeln herumzustochern, weil sie weder aussieht noch schmeckt wie Fruchtzwerge, begegnen sich im Innen unsere Gedanken.

„Na, heute schon gelebt?“, fragt mich ein Jugendlicher flapsig.
Die Frage kommt irgendwie überraschend. „Öhm, naja, also,… wie man’s nimmt“, antworte ich.
„Gut, dass du das so genau weißt“, lacht er. „Wie kommt’s, dass du hier drin rumhängst?“
„Ja, wie kommt das eigentlich?“, denke ich für mich selbst noch einmal. „Irgendwie war da die Limo, das Joghurt und ein stiller Moment und dann wollte ich einfach mal sehen, was in mir so los ist.“
Während ich weiter versuche mich auf das Gespräch zu konzentrieren, machen sich Kopfschmerzen und Müdigkeit breit. Ich wandere mit dem Laptop zum Bett. Die Katze war vor mir da und hat größere Teile davon bereits besetzt. Ich kuschle mich dennoch dazu.
Über den Kopfschmerzen verliere ich den direkten Draht nach innen. Für mich wirkt alles Durcheinander. Für andere Innens scheint es geregeltes Chaos zu sein.
Je bewusster ich versuche mir Zeit für das „Wir“ zu nehmen, umso schwieriger wird es jedoch. Meine Augen beginnen zu krampfen und zu zucken. Bald will ich einfach nur noch schlafen.
„Ich wünsche allen eine gute Nacht“, verabschiede ich mich.
Ein kleines „Gute Nacht“ hallt zurück.
Dann beende ich das bewusste Gespräch, rutsche einfach aus meiner sitzenden Position nach unten und lege mich zum Ausruhen auf die Seite.
Es ist spät und ich kenne den Mechanismus bereits. Für heute gebe ich nach.
Morgen ist ein neuer Tag, mit einer neuen Chance sich kennen zu lernen.

Gugelhupf mit inneren Werten ;-)

Im Moment backen wir gerne.
Positiver Nebeneffekt: Das spart Geld in unserem Geldbeutel.
Jeden Tag ein Stück Kuchen vom Bäcker ging uns irgendwann doch zu sehr ans Portemonnaie. Ein Gugelhupf ist schnell und einfach gemacht. Was wir nicht schnell genug essen können, gefrieren wir ein und tauen die Stücke portionsweise wieder auf.

Heute gibt es den Klassiker als Schokogugelhupf mit Käsekuchenherz.
Es zählen ja auch die inneren Werte. 😉
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Die Zutaten:
4 Eier
250g Butter
200g Zucker
300g Mehl
1 Päckchen Backpulver
5 EL Kakao
ca. 125ml Milch
30g gehobelte Mandeln
1 Glas Sauerkirschen nach belieben

Für die Käsekuchenfüllung:
2 Eier
500g Quark
100g Zucker
1 Päckchen Puddingpulver

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Für den Teig die Eier mit dem Zucker und der Butter schaumig aufschlagen. Mehl, Backpulver und Kakaopulver unterrühren. Beim Kakaopulver kann nach Geschmack mit der Menge variiert werden. Je nachdem wie schokoladig man es mag. Dann die Milch schrittweise mit den Mandeln unterrühren. Die Konsistenz sollte schön cremig sein. Wer mehr Kakaopulver verwendet hat, braucht unter Umständen etwas mehr Milch.

Für die Füllung ebenfalls Zucker und Eier schaumig schlagen. Quark dazugeben und gut vermengen. Zuletzt das Puddingpulver in die Quarkmasse geben und gut verrühren, dass keine Klümpchen entstehen.

In die eingefettete Gugelhupf-Form ca. zwei drittel des Schokoteiges geben. mit dem Löffel in der Mitte eine kleine Rinne formen, indem man den Teig leicht an den Seiten der Form hochstreicht. Die Käsemasse gleichmäßig darin verteilen. Anschließend den Restlichen Schokoteig darauf verteilen und glatt streichen.

Wer es gerne fruchtig mag, kann oben auf den Teig vor dem Backen noch ein paar Sauerkirschen geben. Diese schlüpfen beim Backen von selbst nach innen und machen den Kuchen noch saftiger.
Anderes Obst geht sicher auch. 😊

Im Ofen bei 150-160 Grad Ober-/Unterhitze ca. 50-60 Minuten backen.

Guten Appetit! 🍴

 

Depression – die Passion für sich selbst

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„Wer kennt sie nicht, diese Phasen?“, möchte ich fast den Beitrag beginnen. Dann fällt mir auf, dass Tage voll tiefer Depression so sehr zu meinem Leben gehören, dass sie mittlerweile für mich generell einen festen Platz bei den Menschen haben. Vielleicht ist das aber gar nicht so. Vielleicht gibt es Menschen, die das nicht kennen. Den ursprünglichen Textanfang verwerfe ich jedenfalls über diesen Gedanken, weil er mir nun weniger passend erscheint und ich nicht den Eindruck erwecken möchte, dass wir „alle ein bisschen depressiv“ sind.  So ist das nicht. Depression unterscheidet sich von Trauer, Traurigkeit und normalen Stimmungstiefs. Sie legt dich lahm. Sie sorgt dafür, dass du von heute auf morgen wirklich gar nichts mehr tun kannst. Die Außenwelt wird unwichtig.
Kahl.
Kühl und freudlos.
Und sie setzt dich fest – in deinem Bett, in deiner Wohnung, in deinen Gedanken.
Das Karussell beginnt sich zu drehen.
Du bist der Mittelpunkt.
Das Leben mit allen Schrecken zieht an dir vorüber.
Immer und immer wieder.
Zermürbend.
Wer es erlebt hat, möchte wohl nie wieder in den Strudel hineingeraten.
Doch bringt auch die Depression etwas nützliches für die Menschen mit?
Ist sie auch für irgendetwas gut?

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Lanze für meine mittlerweile gute Freundin brechen. Die Depression schaut immer dann vorbei, wenn ich es mal wieder viel zu lange versäumt habe auf meine inneren Bedürfnisse zu schauen. Manchmal täuscht sie nur kurz an und ich bekomme die Kurve. Dann gönne ich mir etwas Gutes, bin für den Job zwei Tage nicht zu erreichen und alles ist gut. Ein anderes Mal packt sie mich ohne zu zögern und legt nicht flach. Dann kann ich keine Post mehr öffnen, keine E-mails checken, nicht mehr ans Telefon gehen, keinen Haushalt mehr erledigen und die Tränen hämmern voll Panik von innen gegen meine Schädeldecke. Alles ist zu viel. Die kleinsten Reize.
Gegenwehr lässt sie nur fester zugreifen. Die Depression lässt dich erst dann wieder los, wenn du bei dir selbst angekommen bist. Wenn du bereit bist etwas NUR für dich zu tun. Wenn andere Menschen auch mal in dich investiert haben und nicht immer nur du in sie.
Kurz: Wenn du das Stück von dir Selbst wiedergefunden hast, das sie dir zeigen wollte, weil es so wichtig ist.
Wenn ich durch den Prozess durch war, hielt ich immer ein großes Geschenk in meinem Herzen. Sei es, dass ich mich besser kennen lernte, meine Bedürfnisse anders wertschätzte oder einfach nur meinen Schmerz betrauern konnte.

Seit ich das spüre und wahrnehme nenne ich sie nicht mehr Depression. Ich gebe ihr keine graue oder schwarze Farbe und ich fürchte mich nicht vor ihrem Besuch, denn ich muss nicht mehr sterben, nur um neu anfangen zu können.
Seitdem freue ich mich über ihre kleinen Hinweise im Alltag und den Raum, den sie mir für mich selbst verschafft, wenn mal wieder gar nichts geht.
Sie ist kein Widerspruch zu meinen Lebensplänen, sondern die Passion für mich selbst, die sie erst möglich macht.
Wir nähern uns dem Glück in Einzelschritten.
Die Lektionen dazu lehrt sie mit viel Empathie für mich.

Und dann essen wir zusammen die saueren Zitronen oder bittersüßen Orangen des Lebens und lachen am Ende gemeinsam.

Zeit für Vitamine

IMG_6533Gesund zu essen ist bei uns schon immer ein riesen Problem. Unser Essverhalten  schwankt zwischen Extremen. Da die Kräfte für alles fehlten, griffen wir in letzter Zeit wieder häufig auf Fertigprodukte zurück, die unserem Körper nicht mit den nötigen Nährstoffen versorgen. Ein schneller Schokoriegel, mal ’ne Pizza, Pommes aus dem Backofen. Auch die Regelmäßigkeit fehlte. Manchmal aßen wir den ganzen Tag nichts, nur um uns dann Abends vollzustopfen. Es braucht nicht viele Worte, um zu erklären, dass das unsere Heißhungerattacken ordentlich schürte.
Nun haben wir mehr Zeit, weil wir krank geschrieben sind und etwas mehr freie Kraft. Die haben wir genutzt, um uns Essen zu kochen.

Dabei herausgekommen ist Kartoffelpüree mit Schinken-Käse-Rucolasalat. Uns hat es super geschmeckt. Der frische knackige Salat zauberte eine Wohlfühlexplosion und das nicht nur beim Essen. Das Sättigungsgefühl hielt deutlich länger.
Wir waren im Nachhinein einfach zufrieden, ohne schlechtes Gewissen. Wir hoffen kochen klappt jetzt wieder öfter. 🙂

Pi mal Daumen Gugelhupf mit Mango


Wir haben beim Einkaufen eine schöne neue Gugelhupf-Form gefunden.
Da wir in unserer neuen Wohnung noch nicht so ganz komplett eingerichtet sind und bislang weder  Messbecher noch Küchenwaage haben, mussten wir bei der Menge der Zutaten improvisieren. Dabei half uns eine Tasse, die ca. 300 ml Flüssigkeit fasst.

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Unsere Zutaten:
4 Eier
ca. 125g Zucker – nicht ganz eine halbe Tasse
125 g Butter
eine dreiviertel Tasse voll Mehl – Ich schätze es waren ca. 250g
1 Päckchen Backpulver
1 Mango
etwas gehackte Mandeln
100g Schokostückchen – Wir haben uns für einen Beutel grobgehackte und Backstabile Schokolade von Dr. Oetker entschieden, die eigentlich für Cookies verwendet wird.

Die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Dann die Butter zugeben und gut durchrühren. Mehl und Backpulver langsam unterheben und ebenfalls mit dem Rührgerät luftig aufschlagen. Die Mango klein schneiden und zusammen mit den Schokoflocken und Mandeln kurz dazumengen.
Je nach Saftgehlt der Mango kann man gegebenenfalls noch etwas Mehl hinzufügen. Der Teig sollte nicht zu flüssig sein, dass er beim Backen nicht durchweicht.

Nach ca. 30 – 40 Minuten Backzeit, Ober- und Unterhitze, 160 Grad, ist der Kuchen fertig und kann zum Auskühlen aus dem Ofen genommen werden. Vor dem Verzehren auf einen schönen Teller stürzen und nach Geschmack mit Puderzucker bestäuben.

Die Dimension der Heilung

„Es ist wie bei einem Schock. Alle Energie zieht sich von den Extremitäten zurück, um nur noch die lebenswichtigen Organe zu versorgen. Bei Ihnen ist es gerade ähnlich. Das was passiert ist, war einfach zu viel. Es ist keine Kraft mehr da, sich um das Außen und den Alltag zu kümmern. Ihre Seele hat jetzt andere Prioritäten. Sie braucht die Energie um ihr Innerstes zu erhalten und zu heilen.
Der einzige Unterschied zum investierten Kraftaufwand ist, dass sie dafür leider keinen Uniabschluss oder besondere Auszeichnungen im Außen bekommen. Was sie leisten ist dadurch weniger sichtbar, aber gewiss nicht weniger wertvoll für Sie selbst und unsere Gesellschaft.“ 

Diese Worte meiner Therapeutin haben mich sehr bewegt. Sie bringen sehr gut auf den Punkt, worum es in meiner Situation derzeit und im Leben vieler traumarisierter Menschen geht. Alltagseinbrüche heißen Heilung. Die Anerkennung im Außen dafür fehlt leider häufig.
Neulich habe ich ein Zitat gelesen:
„Jede Frau, die sich selbst heilt, heilt alle Frauen, die vor ihr da waren und all die, die nach ihr kommen.“  
Der Verfasser ist mir leider unbekannt. Gefunden habe ich es hier.
In meinem Herzen gibt es einen Teil, der sich über diese Aussagen freut. Sie zeigen die gesellschaftliche Dimension, die mutige Frauen mit ihrer eigenen Heilarbeit leisten und machen klar, dass Selbstwerteinbrüche nicht sein müssen. Im Gegenteil, sie können stolz auf ihre Courage sein, die sie mitbringen ihren Themen ins Auge zu blicken. Vielleicht sind andere Überlebende, genau wie ich im Moment, über manche Strecken nicht dazu in der Lage, auch noch einen Beruf zu managen oder normalen Alltag zu leben. Sie werden nicht für ihre seelischen Glanzleistung bezahlt und müssen unter Umständen, auf die Versorgung durch den Staat zurückgreifen. Manchmal fallen dann auch noch blöde Sprüche. Man fühlt sich schlecht anderen auf der Tasche zu liegen. Aber hey – es ist ok, dafür aus der Gemeinschaftskasse bezahlt zu werden, dass man Themen therapiert, für die der Staat zu feige ist und sonst keine Lösungen anbieten kann. Für die er es noch nicht einmal hinbekommt, geeignete Therapiemöglichkeiten zu schaffen. Damit meine ich jetzt nicht nur die mangelhaften „Ich stell dich auf die Beine“-Angebote in Kliniken die lediglich funktionierfähig machen sollen. Um Aufarbeitung geht es kaum. Wer das Trauma deckeln kann, gilt als gesund. Was, wenn ich mehr erwarte!? Ich möchte nicht Krankenkassenfinanziert lernen dauerzuverdrängen. Ich möchte mit Empathie und Herzlichkeit auf meine Wunden schauen dürfen. Begleitet. Von Menschen, die Ohnmacht und Schmerz aushalten können und nicht ihre Ziele an mir verwirklichen wollen/müssen.

Das Geschenk der heilenden Frauen an diese Welt ist ein ganz besonderes:
Sie bringen Stück für Stück die Emotionen zurück und ein gesundes Selbst- und Menschenbild in dem euere Kinder sicher aufwachsen.

J. K. Rowling über das Schreiben

Heute war ein bisschen im Internet unterwegs und habe beim stöbern diese Seite gefunden, auf der über die wichtigsten Schreibgrundsätze von J.K. Rowling berichtet wird.

Mit manchen von Ihnen können wir uns gut Identifizieren. Die Worte brauchen das Herz des Autors. Dann lässt sich alles irgendwie transportieren. Es ist die liebe zum Ausdruck, die später den Leser findet.

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Hier ein paar Auszüge, die uns angesprochen haben:

„Haben Sie Vertrauen in Ihre Fähigkeiten und in Ihre Leidenschaft und schreiben Sie das, was Ihr Herz begehrt.“

„…nur […] schreiben, wenn Sie es auch wirklich lieben. “Ich werde solange schreiben, bis ich nicht mehr schreiben kann. Das ist wie ein Zwang bei mir. Ich liebe das Schreiben.”

„Schreiben Sie […] für sich selbst.“

„Ich schreibe, was mich amüsiert. Das ist nur für mich persönlich.“

„Merken Sie sich, kein Mensch ist perfekt. […] Lassen Sie die Charaktere leben und atmen.“

Agro-Day

Ich sitze hier und bin unzufrieden.
Gereizt.
Vor Langeweile eigenaggressiv.
Und das bereits kurz nach dem Aufstehen.
Gestern hatte ich viel Zeit. Zeit, die ich sinnlos in meiner Wohnung verbrachte und mir dabei irgendwelche dämlichen Videos reinzog.
Heute habe ich wieder viel Zeit. Zeit, die ich geschenkt bekommen habe, weil ich mich letzte Woche habe krankschreiben lassen.
Jetzt fällt mir die Decke auf den Kopf.
Das paradoxe daran: Ich habe sehr genau hingespürt, ob ich einfach wieder anfange zu arbeiten. Ob ich einfach losziehe und ein paar Aufgaben erledige, aber das geht nicht. Das ist zu viel.
Jetzt sitze ich Schulterzuckend hier, weil ich die Welt nicht mehr verstehe. Nichts tun geht nicht und etwas arbeiten noch weniger.
Ich hasse mich gerade ohne zu wissen warum.
Einfach nur so.
Weil es zu dem Wut-Aggressionsgefühl passt, dass in diesem Moment meinen gesamten Körper ausfüllt.
Und dann denke ich, dass ich die Zeit doch wollte, um etwas aus meinem Inneren zu verstehen und dass ich sie vielleicht einfach dafür nutzen sollte und mich hinsetzen und Innenarbeit machen…
Und dann spüre ich, dass mich das ebenso aggressiv macht.
Also gesteh ich mir einfach ein, dass heute wohl alles viel Distanzierung braucht und es notwendig ist alles blöd zu finden und koche mir einen blöden Kaffe mit der scheiß Teemaschine, über die ich eigentlich nicht schimpfen darf, weil ich sie gerne mag, aber ausnahmsweise und dann schreib ich einen gereizten Text und schau mir dabei das arschige Wetter an…
…bis ich lachen muss. Weil das alles einfach absurd ist.
Und dann starte ich einfach nochmal neu in den Tag.