„Schizophrenie ist doch auch nichts anderes“

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Manchmal könnte uns echt der Kümmel kommen.

Wir hatten einen Termin beim Hausarzt, um unsere Krankschreibung zu verlängern. Aufgrund des Umzuges ist dieser noch relativ neu. Mit im Gepäck hatten wir den Befundbericht aus der Traumaambulanz, auf dem die „Dissoziative Identitätsstörung“ klar als Diagnose festgehalten ist. Der Arzt fragte uns, ob es uns etwas bringe, wenn wir reden. „Wir sind schon froh, wenn wir hier nicht gleich als Schizophren wieder raus gehen. Mit ihren Kollegen haben wir da teils weniger gute Erfahrugen gemacht“, sagen wir in der Hoffnung, dass es hier besser laufen möge.
Was er erwiderte hat uns dann völlig aus den Schuhen gehauen: „Multiple Persönlichkeit ist doch auch nichts anderes als Schizophrenie, aber wenn es Ihnen lieber ist, dass wir das so bezeichnen. Zum schizophrenen Formenkreis gehört es für mich deshalb trotzdem. Es gibt eben Schizophrenie mit Traumahintergrund und welche ohne. Bei Ihnen müssen wir am Hintergrund arbeiten.“
Nun was sollen wir dazu sagen!?

Nein, wir nennen es nicht DIS, weil uns das einfach besser gefällt, sondern weil es schlicht völlig unterschiedliche Dinge sind! Daran das zu erklären, scheiterten wir allerdings. Von seiner Einstellung zu unserer Identitätsstruktur ließ er sich nicht abbringen. Was bleibt ist ein schwarzes Loch in das wir stürzen, als wir seine Praxis verlassen.

„Sie brauchen keine Angst haben, dass ich sie deswegen abstemple“, gab er uns mit auf den Weg.

Das wäre ja auch noch schöner!!! Arschloch.

Habt ihr Erfahrungen mit solchen Aussagen und wie reagiert ihr darauf?
Meine Schlagfertigkeit ging mir in dem Moment leider verloren. Ich wusste gar nicht mehr, was ich dazu sagen soll.

Eisige Liebe

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Unter meinen Schuhen knirscht das Gras vor Kälte. Nur ganz kurz wollte ich aus dem Haus. Einen kleinen Eindruck des Klirrens einfangen. Einen Schnippsel von 10×15 aus dieser riesigen Welt stanzen. Einen den man mit nach drinnen nehmen kann, ohne dass der Schnee schmilzt. Mein Atem gefriert in der Morgensonne. Die beschlagene Atemwolke wandert durch die Winterlandschaft bis über den Gartenzaun. Dort macht sie sich unsichtbar. Vielleicht hat sie auch ein Zwerg eingesammelt, der unter den roten Hagebutten seine Frühjahrspfeife rauchte. Wer weiß?
Der Rauhreif mochte nicht an den Bäumen halten. Zu trocken war es heute Nacht für die Wintergeister. Nur das Gras flüstert mit jeder meiner Bewegungen von zerbrechlicher Eisigkeit. Meine Fingerspitze berührt einen kleinen Halm. Schnell verliert er seine Steifheit in der körperwarmen Umgebung. Ich beobachte mit Staunen die neue Schwingungsfähigkeit. Gleichzeitig spüre ich, wie meine nackten Füße in den Halbschuhen sich dem restlichen Gras anpassen. Meine Erdung fröstelt, wie die Erde auf der sie halt findet. Mit vorsichtigem Schritt laufe ich über die Pflanzendecke zurück ins Haus. Auf Zimmertemperatur schmelzen meine Eindrücke in die Tasten. Zu Wortbildern zerflossen umschmeicheln sie das Foto. Die Natur hat heute Morgen ihre Fußabdrücke auf meiner Seele hinterlasssen. Zart und voll Gefühl. Mir versprochen, dass sie trägt. Auch in den eisigsten Momenten kann Liebe stecken. ❤️

# MeToo

Der Hashtag „MeToo“ geht seit über drei Monaten um diese Welt. Er soll es Betroffenen Frauen ermöglichen, das Ausmaß sexueller Gewalt deutlich zu machen. Die Medien berichten fleißig, über immer neue Äußerungen zum Thema aus der High Society.

Wir müssten uns eigentlich „MeToo“ auf die Stirn schreiben – immerhin sind wir Betroffene. Unsere Meinung zu der Kampange fällt allerdings nicht so positiv aus.
Das hat verschiedene Gründe:

Vor der Kritik will ich die Debatte zumindest kurz loben. Wir sind absolut dafür mit der eigenen Geschichte aufzustehen und die Stigmatisierung abzulegen. Die mutigen Frauen die sich bislang daran beteiligten, haben es geschafft die Thematik der sexuellen Gewalt zum Gesprächsthema zu machen.

Was mir nicht gefällt ist die Art und Weise.
„Me too“ heißt nichts anderes als „Ich auch“.
Was ich mich dabei nicht alleine Frage: „Ich auch was!? Was sagt das eigentlich aus?“ Für eines der brisantesten Themen unserer Zeit steht derzeit eine der farblosesten Phrasen dieser Welt.
Ich möchte ein Eis – Ich auch.
Ich war auf einem Konzert – Ich auch.
Ich würde belästigt – Ich auch.
Was all diese Beispiele gemeinsam haben, ist, dass kein Mensch weiß worum es eigentlich geht. Welches Eis? Auf welchem Konzert? Und was um alles in der Welt heißt, dass du auch sexuell belästigst wurdest? Was ist die Handlung, die dahinter steht? Wovon genau sprichst du? Mit dieser MeToo-Antwort ist überhaupt nicht klar worum es geht. Sexuelle Gewalt ist ein so weites Feld, mit so vielen Facetten, dass man jeden Einzellfall definieren muss. Wenn man möchte, dass Menschen sich wirklich mit einer Thematik auseinander setzen, muss man auch dazu sagen, womit sie sich beschäftigen müssen. Das ist Grundvoraussetzung um ernst genommen werden zu können. MeToo bringt gesellschaftlichen Druck das Thema wahrnehmen zu müssen und macht gleichzeitig den großen Fehler, das Thema nicht zu klären. Das löst nichts. Das bringt keiner Betroffenen etwas. Die Kampange ist langfristig geradezu verdammt, als Aufschrei hysterischer Frauen und Druckmittel von Emanzen gegen Männer unterzugehen. Es führt zu Nebenkriegsschauplätzen, die mich extrem wütend machen. Da fangen beispielsweise Männer allen Ernstes an zu fragen, wie sie sich denn noch verhalten dürfen, ohne beim Flirten der Belästigung bezichtigt zu werden. „Wie ein normaler respektvoller Mann!“, möchte ich diese Kerle anschreien, weil es darum schlicht überhaupt nicht geht. Sexuelle Gewalt und Belästigung hat NICHTS mit einem Flirt zu tun! Ein Flirt ist ein empathisches Ausloten von gegenseitigen Gefühlen. Belästigung und sexuelle Gewalt ist Grenzüberschreitung und Lust auf Macht, völlig ohne Rücksicht auf das Gegenüber. Die ganze Verunsicherung könnte man vermeiden, indem man gerade bei dieser MeToo-Kampagne dazu sagt, worum es sich bei den Vorwürfen handelt. Vielleicht gibt es dann hunderttausend verschiedene Arten betroffen zu sein, aber die gesellschaftlichen Probleme dahinter sind offen benannt.

Wir finden die Möglichkeiten der sozialen Medien zur Öffentlichkeitsarbeit toll. Gerade wenn es kein greifbares Gegenüber mehr gibt, müssen aber die Worte Klarheit schaffen. Sonst macht man es auch den Lesern zu einfach „zu fliehen“. Sexuelle Gewalt ist eben kein Hollywood-Problemchen und „MeToo“ eigentlich kein Aufschrei von Trittbrettfahrern.

Katermorgen

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Eine kleine Miezekatze streckt mir ihr nasses Schnäuzchen in mein schlaftrunkenes Gesicht. Es kitzelt.
Ich versuche das zu ignorieren und weiter zu natzen. Meine Lippen schmunzeln. Die weiche Decke umhüllt uns warm. Vielleicht mag sich unser Fellknäul ja mit uns einkringeln?
Wenig später spüre ich erneut die Schnurrhaare über meine Nasenspitze gleiten und den kleinen Kopf gegen meine Wange drücken. Müde grummle ich ein bisschen. Ich will im Traummodus bleiben und nicht wach werden. Ein schnurrender Motor antwortet. Die Pfoten treteln auf meiner Brust. „Er zieht sich bestimmt nur die Bettdecke gerade“, hoffe ich. Bald sitzt der Kater ruhig. Wir Atmen im gleichen Rhytmus.
Stille.
Ich lasse mich gerade dem Schlaf entgegenfallen, als eine Pfote in meinem Gesicht aufschlägt. Ohne Krallen, aber doch so, dass ich der Realität schnell näher bin, als meinem ersehnten Traumland. Ein verwaschenes Motzen trifft auf die immunen und von Natur aus gut gedämmten Ohren des Raubtieres, das sich gerade trocken denkt: „Sehr gut! Schritt eins wäre vollbracht. Sie reagiert.“ Was Schritt zwei ist, hätte live beobachtet so ausgesehen:
Eine Katze klettert vom Bett und nimmt dann über den Schreibtisch neuen Anlauf. Mit einer Arschbombe landet sie anschließend in der Magengrube ihres Frauchens, das bis zu diesem Zeitpunkt die Augen geschlossen hatte. Nun schnellt es mit einem lauten „Urgs“ hoch. Noch bevor ihre Worte gegen das rasante Spiel in Fahrt kommen können, schmeißt ihr der Herr seinen Dickschädel ins Gesicht und umschmeichelt es mit robustem Einsatz.
Ein paar Huster, Schniefer und Räusperer später, haben wir sein Fell und die losen Katzenhaare wieder aus der Nase und müssen lachen.
„Frühstück!?“
„ Miau!“

Ein Faschingsabend

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Wir haben uns kurzfristig dazu entschlossen heute Abend mit lieben Menschen Fasching zu feiern. Deswegen ziehen wir uns mit Knabbereien und Vorfreude auf einen lustigen Abend für heute aus dem Internet zurück.

Bis morgen, gute Nacht und Helau! 🎉🎉🎉

DDNOS und Programmierung

„Bei DDNOS ist der ANP immer präsent, selbst wenn eine andere Innenperson die Kontrolle über das Verhalten und die Gefühle übernommen hat. Menschen mir DDNOS (die einen Hüllen-ANP haben) können innerlich genau so komplex sein, wie Klienten mit DIS […]. Vieles fällt multiplen Persönlichkeiten mit DDNOS leichter, als solchen mit DIS, da sie keine Amnesie haben und so z.B. nicht feststellen müssen, dass sie sechs mal hintereinander gefrühstückt haben. Doch es fällt Ihnen leichter als DIS-Klienten, irrtümlicherweise davon auszugehen, dass ihre negativen Gefühle durch Situationen in der Gegenwart verursacht werden statt durch ein altes Trauma, das durch etwas in der Gegenwart getriggert worden ist. Und es ist schwieriger für Therapeuten, ihre Multiplizität zu erkennen.“

Alison Miller, Jenseits des Vorstellbaren, Asanger Verlag 2014, S. 62

Die Diagnose einer DDNOS umfasst ein relativ weites Spektrum an dissoziativen Symptomen. Ihr Erscheinungsbild ist deshalb sehr variabel. In manchen Fällen findet sich eine DIS-ähnliche Innenstruktur, die deshalb auch einer ähnlichen Behandlung  bedarf.

Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass sogenannte Programmierungen ausschließlich in multiplen Systemen vorhanden sind. Zu der Programmierung bei DDNOS ist in der Fachliteratur wenig bis nichts zu finden. Dennoch möchten wir hier aus eigenen Erfahrungen darauf hinweisen, dass dies bis zu einem gewissen Grad möglich ist. Auch eine DDNOS mit Hüllen-ANP kann Teil einer Abrichtungsstrategie sein, über die letztlich der Programmierer entscheidet. Dieser wird sein Handeln auf die Ziele abstimmen, für die eine Person benutzt werden soll. Die DDNOS kann dementsprechend alleine oder als Element in einem multiplen System auftauchen, wenn etwa ein Hüllen-ANP mit den zugehörigen EPs vor ein tieferliegendes Innensystem geschaltet wird. Dies verhindert beispielsweise den Zugriff auf tieferes Wissen in der Therapie. Der unwissende Behandler ahnt nichts von der Dimension dahinter. Er agiert lediglich in den äußersten Schichten. Darüber hinaus gibt es weitere Vorteile dieses Vorgehens.

Auch eine DDNOS müsste also auf ihre „Sinnhaftigkeit“ von Täterseite beleuchtet werden. Ein System kann komplexer sein, als es auf den ersten Blick scheint. Manchmal kann auch eine DIS darüber gedeckelt werden und dahinter verborgen liegen.

Bunte Ärztekiste

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Ich sitze beim Arzt im Wartezimmer.
Neben mir niest und schnupft es. „Sei standhaft“, feuere ich mein Immunsystem an.
Ich brauche nur ein Attest. Ich sitze am Fenster und schnappe nach Frischluft. Meine Augen kleben an den Buntstiften, während meine Gedanken Kreise ziehen.

„Wird alles so laufen, wie wir uns das derzeit ausmalen?“
Wir wollen nach Dresden und wissen doch eigentlich gar nicht wie es da ist, wohl aber wie es sein sollte… Ich wünsche mir dort in meiner Vielfalt sein zu können. Aber klappt das, wenn die Therapeutin am Telefon sagt, dass sie hauptsächlich über den ANP arbeiten, um die Spaltung nicht zu vergrößern? Das hab ich mir anders vorgestellt… Ich verkneife mir den Kommentar, was ich von so einer Aussage halte. 🙄
Ich möchte am liebsten in die Klinik, um hinterher geheilt ganz normalen Alltag zu leben. Je länger ich darüber nachdenke, desto unrealistischer erscheint mir das…

Es wird wohl eher ein Prozess.

D-Mannose bei Blasenentzündung

Seit wir denken können haben wir Probleme mit Blasenentzündungen. Früher so schlimm, dass wir spätestens alle sechs Wochen Antibiotikum brauchten. Zwischenzeitlich hatten wir das nun zumindest soweit im Griff, dass wir über unser Stresslevel gegensteuern konnten und dadurch deutlich seltener Beschwerden hatten. Am Wochenende allerdings schlug die Entzündung in der Nacht von Samstag auf Sonntag richtig zu. Die Blase schmerzte, wir hatten ständig Harndrang und jeder Toilettengang war eine Qual.
Was also tun?
Da von unseren Ärzten niemand Dienst hatte, suchten wir die Notdienstapotheke auf. Wir wollten uns etwas besorgen, das die Symptome lindert, bis wir am Montag zum Arzt können. Über den alleinigen Erfolg unserer Maßnahmen waren wir skeptisch, da wir schon früher sämtliche alternative Methoden von Cranberrys bis Bärentraubenblätter ausprobiert haben. Bis zu einem gewissen Grad haben wir gute Erfolge damit erzielt. Über die leichten Anfänge einer Blasenentzündung waren wir zu dem Zeitpunkt aber schon deutlich hinaus…

Der Apotheker hat uns ein Produkt empfohlen, dass als Wirkstoff D-Mannose enthält. Dabei handelt es sich um einen Zucker, der vom Körper nicht verstoffwechselt wird. Er wird über die Nieren wieder ausgeschieden und ist auf seinem Weg durch den Körper in der Lage die Bakterien in Blase und Harnwegen zu binden. Auf diese Weise können sie sich nicht mehr an der Blasenwand anlagern und die schmerzhafte Entzündung verursachen.
In meinem Fall sollte ich die D-Mannose drei mal täglich als Trinkpulver einnehmen. Das schmeckt angenehm nach Himbeere. Ganz billig war das Präparat nicht. Auf meiner nachträglichen Recherche im Internet habe ich aber auch schon günstigere Varianten gefunden. Auch bei DM soll es ein ähnliches Produkt geben, allerdings mit geringerem Wirkstoffgehalt.

Einen Tag später bin ich erstaunt und begeistert. Meine Blasenentzündung ist so gut wie gar nicht mehr wahrnehmbar. Geblieben ist nur ein ganz leichtes Ziehen am Ende des Wasserlassens. Vermutlich wird sich auch das im Laufe des Tages noch legen. Ich bin froh diesmal nicht auf Antibiotikum zurückgreifen zu müssen. So dankt mir auch mein ohnehin entzündeter Darm. Das Pulver werde ich noch einige Tage weiter nehmen. Da es auch vorbeugend wirksam sein kann und keine Nebenwirkungen hat, überlege ich gerade, ob ich es anschließend in geringer Dosierung weiter verwende. Auf dem Beipackzettel wird diese Möglichkeit bei chronischer Blasenentzündung beschrieben.
Für‘s erste bin ich mehr als zufrieden mit dem Produkt.

Diagnostikvorläufer

Am Donnerstag waren wir in einer Klinik mit Traumaambulanz, um mal wieder Diagnostik zu machen. Hintergrund zu dem ganzen Aufwand ist die Antragstellung für einen Klinikaufenthalt. Die Therapeutin in der angestrebten Klinik hat uns in einem Gespräch mitgeteilt, dass es für den Antrag in unserem Fall wichtig wäre, bereits eine gesicherte Diagnose beizulegen. Dann wäre zum einen die Auswahl an alternativ möglichen Kliniken geringer, zum anderen könnte mich aber auch die Traumaklinik direkt auf die DIS-Station einordnen.
„Kein Problem“, war mein erster Gedanke. „Schwerer, als ich mir das vorgestellt habe“, mein zweiter nach einigen anrufen. Die erste Therapeutin, die die Diagnose vor über 10 Jahren gestellt hat, arbeitet nicht mehr und ist auch nicht anderweitig erreichbar. „Ok, gut. Es gab ja auch noch welche nach ihr“, beruhige ich mich. Ich greife also zum Hörer und wähle weiter. Eine Andere ist derzeit schwer an Krebs erkrankt und nicht in der Lage etwas auszustellen. Der angebotene Schrieb einer Beratungsstelle ist nicht ausreichend. Die Psychotherapeutin an meiner vierten Anlaufstelle, sagt zu mir etwas zu schreiben, wäre aber froh, die Testdiagnostik der Traumaambulanz in der ich vor einigen Jahren vorstellig war, zusätzlich mit einbeziehen zu können. Das würde der Diagnose zusätzlich Gewicht verleihen. Also rufe ich auch dort an und bitte um die Übersendung der Unterlagen. Das geht jedoch nicht so einfach, weil dort die Therapeutin, die damals die Diagnose gestellt hat, nicht mehr arbeitet und Dritte den Befund nicht schreiben können, ohne mich jemals gesehen zu haben. Nach längerer Diskussion, dass doch Patientendaten nicht einfach nicht mehr greifbar sein können, weil das Personal wechselt, lädt man mich kurzfristig zu einem Termin ein, in der man die Diagnostik wiederholt. Soweit also die Vorgeschichte zu dem Termin in der Ambulanz.

Was lernen wir daraus:
Man sollte sich seine Diagnosen immer im Laufe der Therapie mindestens einmal schriftlich bestätigen lassen, auch wenn man das zu dem Zeitpunkt nicht braucht. Man weiß nie, wofür es mal gut ist.

In der Traumaambulanz ist man sehr freundlich zu uns. Die Ärztin und Psychotherapeutin, die für uns eingeteilt wurde, ist mit unserem Anliegen direkt bestens vertraut. Sie hat die alten Akten vor sich liegen und sich eingelesen. Mit Ruhe beginnt sie die erneute Diagnostik. An Zeit mangelt es nicht. Das empfinden wir als sehr positiv. Wir arbeiten uns durch mehrere Fragebögen. Anschließend klärt sie im freien Gespräch Dinge, die ihr zusätzlich wichtig erscheinen. Am Ende kann sie die Diagnose ihrer früheren Kollegin bestätigen. Die DIS ist eindeutig. Dazu kommen andere Probleme, wie etwa eine Essstörung und Depressionen.

Wir sind froh, dass wir das gemacht haben. Der Umgang in der Ambulanz mit uns, hätte nicht besser sein können. Das Vorgehen können wir auch für unsichere DIS-ler, die endlich eine sichere Diagnose wollen, nur empfehlen. Auch im Nachgang zum Termin bekamen wir direkt Unterstützung angeboten.
Trotzdem schlauchen uns die Folgen des Untersuchungsgesprächs immer noch. Wir sind seit Tagen komatös müde, können uns kaum auf den Beinen halten und kämpfen mit starken Schmerzen. Zumindest hat sich der Termin aber auf unserem Weg zur Traumaklinik gelohnt. 😊

Wenn‘s mal wieder gar nicht rund läuft…

“Don‘t let the Muggles get you down!“

Ronald Weasley in „Harry Potter“ von
J. K. Rowling

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An manchen Tagen hilft nur die Magie eines guten Buches, das uns fortträgt in die wunderbare Welt der Fantasie. Harry Potter steht bei uns da ganz oben auf der Liste. Wir kennen ihn zwar schon in- und auswendig, aber wir lieben die Sprache und die Bilder, die er in uns zaubert jedes Mal auf’s Neue.