Jan Böhmermann und rituelle Gewalt – Beschwerde an den Fernsehrat

Sehr geehrte Damen und Herren,

gegen die am 08.09.2023 im ZDF ausgestrahlte Sendung „Rituelle Gewalt“ im Format „Magazin Royal“ mit Jan Böhmermann möchte ich aus folgenden Gründen Beschwerde einlegen und fordere Sie zur Richtigstellung der Inhalte im Sinne der Betroffenen organisierter und ritualisierter Gewalt auf! Die Zitate sind dem Pressekodex des Presserates entnommen (s.h. Quellen).

Im Pressekodex des deutschen Presserates heißt es in der Präambel: „Die im Grundgesetz der Bundesrepublik verbürgte Pressefreiheit schließt die Unabhängigkeit und Freiheit der Information, der Meinungsäußerung und der Kritik ein. Verleger, Herausgeber und Journalisten müssen sich bei ihrer Arbeit der Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und ihrer Verpflichtung für das Ansehen der Presse bewusst sein. Sie nehmen ihre publizistische Aufgabe fair, nach bestem Wissen und Gewissen, unbeeinflusst von persönlichen Interessen und sachfremden Beweggründen wahr.“ Dem sind sie in der genannten Sendung nicht nachgekommen. Durch die Ausstrahlung der undifferenzierten und diffamierenden Behauptungen zu ritueller Gewalt erlitten viele Betroffene schwerwiegende gesundheitliche und soziale Folgen. Die Glaubwürdigkeit ihrer Erinnerungen wurde über die gesamte Sendezeit verhöhnt und verlacht, indem man rituelle Gewalt und Teile der komplexen Traumafolgestörungen mit satanistischen Verschwörungsmythen gleich setzte. Da viele Betroffene die Leugnung und Verdrehung ihrer Aussagen und Wahrnehmungen bereits seit dem Kindesalter aus Täterzusammenhängen kennen, lösen derartige Beiträge massive Krisen bis hin zu Retraumatisierungen aus. Zunächst von den Tätern verlacht, erleben sie in dieser Sendung die Entwertung ihrer Person und der damit verbundenen Überlebensleistung wieder! Statt Hilfe und Solidarität erwartet sie gesellschaftlich erneute Häme, sobald sie sich mit den Inhalten ihrer extremen Gewaltgeschichte öffnen. Diese haben sie sich nicht ausgedacht oder von Fremden eingeredet bekommen, sondern am eigenen Leib erfahren! Zweifel an den Berichten von Opfern führen in der Praxis leider häufig dazu, dass sie weiter der Gewalt von Tätern ausgesetzt sind und ihnen notwendige Hilfen versagt bleiben. Entsprechend vorsichtig und sensibel sollten diese Themen in der Presse behandelt werden. Die prekäre Lage der Betroffenen hat sich durch vorangegangene, einseitige und undifferenzierte Berichte weiter verschlechtert. Die ohnehin zu wenigen Hilfsangebote werden aufgrund der Angst von Therapeuten und Beratungsstellen öffentlich an den Pranger gestellt zu werden, weiter verkürzt. Betroffeneneinrichtungen und wichtige politische Organe für die Vertretung der Opferrechte wie das UBSKM werden in der Sendung als von Spinnern unterwanderte Einrichtungen dargestellt. Das schädigt das öffentliche Ansehen alle Betroffenen von sexualisierter Gewalt – nicht nur von organisierter und ritueller Gewalt!

Ich gehe davon aus, dass es nicht Sinn ihrer Sendung sein soll Gewaltopfer in noch größere Not zu bringen und wünsche mir deshalb, eine objektive Darstellung der Problemfelder:

1. Es gibt laut Berichten unseriös arbeitende Therapeuten und wir brauchen eine Auseinandersetzung mit den geschilderten Einzelfällen, um künftig Therapiefehler und Behandlungsschäden möglichst vermeiden zu können.

2. Es gibt Opfer organisierter und ritueller Gewalt, die dringend auf Hilfe angewiesen und für jeden Therapeuten dankbar sind, der sich mit der Behandlung extremer Gewalterfahrungen auskennt.

„Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.“ Von einer realistischen Darstellung der aktuellen therapeutischen und wissenschaftlichen Lage zu ritueller Gewalt und Traumapsychologie sind Böhmermanns Darstellungen weit entfernt. Selbst wenn man ihm im Bereich der Satire grundsätzlich eine Überspitzung gesellschaftsrelevanter Themen als Kunst einräumen mag, kann von einer „wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit“ in dem Fall nicht die Rede sein! Die in der Sendung aufgeführten Mitteilungen der Kriminalämter, es gäbe keine bekannten Fälle wurde im Sinne der persönlichen Sendungsziele zweckentfremdet umgedeutet. So sind die redaktionell gezogenen Schlüsse, es gebe keine nachgewiesene rituelle Gewalt, wie Bayern richtig anmerkt, aufgrund fehlender Statistiken gar nicht treffbar. Das jedoch wurde ebenfalls ins Lächerliche gezogen. Zur „wahrhaftigen Unterrichtung“ gehört für mich auch, aktuell gültige Definitionen von Begriffen richtig zu verwenden und an die Zuschauer zu transportieren. Die Bedeutungsinhalte der Begriffe „rituelle Gewalt“ (s.h. z.B. Definition des UBSKM als ideologisch motivierte Straftaten), „Programmierung“ (als Form der gezielten Konditionierung und Triggerung der Opfer durch Täter) sowie „Mind Control“ (als Konzept psychologischer Manipulation, um die Opfer durch Einschüchterung, Folter und Psychoterror gefügig zu halten) werden im seriösen traumatherapeutischen Kontext völlig anders verwendet, als die von Böhmermann zur Verschwörungstheorie entstellten Ausführungen. So mögen zwar diverse Personengruppen wie Reichsbürger und Co. sie zum Leidwesen der tatsächlichen Opfer immer wieder für ihre Zwecke verwenden, mit dem Gesamtkomplex der deutschen Traumatherapieszene haben sie in der Form nichts zu tun! Hätte man verwendete Zitate nicht aus dem Sinnzusammenhang gerissen, um persönliche Darstellungsziele zu verfolgen, wäre für den Zuschauer auch deutlich geworden, dass Michaela Huber bereits vor einigen Jahren Positionspapiere verfasst hat, in denen sie sich von diesen Sichten und Definitionen in aufkommenden Strömungen klar distanziert. Diese sind im Internet frei zugänglich und bei vernünftiger Recherche, die nicht lediglich diffamieren soll, auch zu finden. Der verpflichteten journalistischen Sorgfalt ist ihre Sendung damit nicht nachgekommen, denn „Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.“ Mehrfach reißt Böhmermann Zitate völlig aus dem sehr umfangreichen und für das Verständnis wichtigen Gesamtzusammenhang, wenn man organisierte Gewaltsysteme und die Behandler der Opfer verstehen möchte. Einzelne in Büchern aufgeführte Symptome müssen im Gesamtbild von ausgebildeten Therapeuten interpretiert werden. Michaela Huber gibt in ihren Büchern selbst an, dass kein einzelnes der genannten Symptome wie Rücken- oder Kopfschmerzen alleine ein Hinweis auf extreme Gewalterfahrungen oder gar rituelle Gewalt ist. Wohl aber können z.B. psychosomatische Beschwerden nachgewiesenermaßen auch auf Traumafolgestörungen hindeuten. Gleiches gilt für hohen Flashbackdruck und Krisen an (Jahres-)Tagen, die für die Betroffenen früher mit der Gewalt zusammenhingen. Auch das ist traumapsychologisch gut untersucht und grundsätzlich ernst zu nehmen! Differentialdiagnostisch ist die Einordnung von Beschwerden Medizinern im Kontakt mit dem jeweiligen Patienten überlassen und nicht von einem Jan Böhmermann zweckentfremdet für kommerzielle Unterhaltungszwecke in Teilzitaten zu entstellen, um vermutete Verschwörungen zu belegen. Die sogenannte „Satanic Panic“, die in der Sendung einfach als gegebener Fakt angesehen wird, ist übrigens selbst weder wissenschaftlich belegt, noch bislang im Umfang ihrer aufgestellten Behauptungen nachgewiesen! Vielmehr findet diese These ihren öffentlichkeitswirksamen Ursprung bei Menschen wie Lydia Benecke, hochrangigen Vertretern der satanistischen Vereinigung „Brotherhood of Samael“ wo ein Hohepriester unter dem vielsagenden Pseudonym „Francis Dollarhyde“ agiert und Peter Hahn, die auf Social Media Plattformen offen füreinander sympathisieren, ihren Feldzug gegen Rituelle Gewalt feiern und bei denen kein geringes Eigenintersse besteht ihr Grufti- und Satanismusimage reinzuwaschen. Bei diesen „Experten“ dürfte doch einiges an Befangenheit zu finden sein und es wäre Aufgabe der Redaktion gewesen das vorab zu prüfen und zu benennen (s.h. Quellen), bevor man eine Leugnerbewegung einfach pauschal als Realität hinstellt. Ebenso belegt alleine die prinzipielle Möglichkeit der Suggestion von Alltagserinnerungen nicht, dass allen berichtenden Opfern ihre traumatischen Erinnerungen tatsächlich suggeriert wurden, zumal für das Traumagedächtnis (ebenfalls wissenschaftlich nachweisbar) andere Vorgänge bei der Erinnerungsspeicherung greifen, die sie von Alltagserinnerungen unterscheiden. Auch diesen vermeintlichen Beleg müsste man also ins rechte Licht rücken. Die Behauptung Erinnerungen bestünden aufgrund von therapeutischer Suggestion ist massiv grenzüberschreitend und streut unberechtigt Zweifel an der Wahrnehmungs- und Urteilsfähigkeit von Gewaltopfern! Zweifelsfrei konnte die Komponente der Suggestion durch neuere Forschungs- und Studienergebnisse bereits im Bezug auf die Dissoziative Identitätsstörung widerlegt werden. Dem trägt das neue Diagnosemanual entsprechend Rechnung. Die im ICD-10 noch benannte Möglichkeit der iatrogenen Erzeugung der „Multiplen Persönlichkeitsstörung“ wird im ICD-11 bei der neuen Bezeichnung „Dissoziative Identitätsstörung“ vollkommen gestrichen. Die Würde der Opfer extremer Gewalt und ihrer Helfer wurde durch die einseitige, falsche und verkürzte Darstellung mit Füßen getreten. Sie wurden diffamiert, diskriminiert und ausgegrenzt.

„Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.“ Böhmermann hält es entgegen dieses Leitsatzes offenbar nicht für notwendig, wissenschaftliche Entwicklungen der traumatherapeutischen Studienlage mit einzubeziehen. Die Änderungen von Begrifflichkeiten wie etwa multiple Persönlichkeitsstörung zu Dissoziativer Identitätsstörung zeigt, dass hier inzwischen Anpassungen an Forschungsergebnisse stattfanden. Sprachgebrauch und Definitionen werden zunehmend verfeinert und differenziert. Dazu gehören auch die Erweiterungen der Diagnosen im ICD-11. Das Forschungsfeld der Psychotraumatologie ist im Vergleich zu anderen Bereichen der Psychologie noch relativ jung. Entsprechend sind mit Sicherheit noch nicht alle Bereiche abschließend umfassend erforscht und belegt. Das jedoch lässt noch lange nicht den Schluss zu, dass sie insgesamt nicht existieren. Michaela Huber und das UBSKM passt, wie alle seriösen Einrichtungen in der Betroffenenarbeit, ihre Arbeit und verwendete Sprache den neusten Erkenntnissen an. Dies Fachstellen zur Last zu legen widerspricht der Ethik. Zudem wurden traumatherapeutisch nachgewiesenermaßen sehr sinnvolle und hilfreiche Tools, wie das Ressourcium oder das Stimmungsbarometer als Nonsens verlacht und ins Lächerliche gezogen. Durch die Darstellung ist bei Zuschauern der Eindruck entstanden, dass es sich dabei um unwirksame Elemente handelt, was so nicht der Fall ist! Neben der wissenschaftlich falschen Einordnung , verursacht diese Häme Verletzung bei den Betroffenen, die sich davon unterstützt fühlen und sich jetzt auch noch dafür erklären und rechtfertigen müssen. Ihre Therapie ist weder lächerlich, noch leichter Kinderkram, sondern überaus anstrengend! In der Regel ist man froh, wenn man irgendwann überhaupt etwas für sich findet, das hilft mit unaushaltbaren inneren Spannungen umzugehen, sie einzuschätzen und mit den Gefühlen klar zu kommen. Dazu gehören bei der Spannungsreduktion auch visualisierende und imaginative Elemente. Dafür sollte nicht auch noch die Angst bestehen ins Lächerliche gezogen zu werden, wenn man darüber spricht! Psychotherapie und seelische Erkrankungen sind insgesamt leider gesellschaftlich noch immer stigmatisiert. Entsprechend verbietet sich eine derart entstellende Berichterstattung!

Das Buch „Der innere Ausstieg“ von Michaela Huber besteht aus einer Textsammmlung, in der Betroffene unterschiedlicher Gewaltkontexte (völlig unabhängig von ritueller Gewalt) in selbstverfassten Beiträgen ihre schmerzhaften inneren Ablösungsprozesse von Tätern/Täterinnen beschrieben. Sie haben es nicht verdient in einer Satiresendung derart Zweckentfremdet gezeigt und durch den Kakao gezogen zu werden!

„Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtig zu stellen.“ Ich fordere sie deshalb an dieser Stelle nochmals auf, die entfremdeten Inhalte richtig zu stellen, dem durch die Sendung verursachten Leid und Schaden an der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Opfern organisierter und ritueller Gewalt Rechnung zu tragen und sich für ihr Fehlverhalten umfassend zu entschuldigen! Zudem fordere ich die Löschung der Sendung aus der ZDF-Mediathek und von anderen Social Media Plattformen, um eine Weiterverbreitung von Fehlinformationen zu Lasten der Opfer extremer Gewalt zu beenden!

Mit freundlichen Grüßen,

Sofie – Betroffene und Überlebende organisierter, ritueller Gewalt im Namen aller Zeichner_innen und Unterstützer_innen

Unterstützer_innen (wird fortlaufend ergänzt):

Klarnamen:

Steffi Heather Schilling

D. Holzleitner (Instagram @dana_drachentaenzer)

Josef Holzleitner

Luna Tick

Esther Peschkes (Instagram @esther_weltkrieg)

Alice Blum (Instagram @aliceblum1700)

Dr. Corinna Edtl ( Instagram @dr.corinnaedtl)

Mia-Fay Minoris

Vanessa Martino

Lisa-Milena Varsek

Lotte Kohl-Gorski (Instagram @lo.ko.motive)

Jorina Schlanke

Akjo Voss

A. Hiermeier

Natalia Schmidt

R. Hofmann

Imke

Instagram:

@n.ubis

@Evee System

@_ viele_seelen

@dana_drachentaenzer

@ich.und.ICH.und.wir

@thessa_recovery

@what.s.dis

@dis_diary

@jella_will_meer

@outofthedark.traumarecovery

@cora.spricht

@bauhauslena

@the_arcane_system

@beziehungsphobikerin

@zuckerwolkenwatte

Lou (@multi_intergalaktische_galaxie)

@art.meets.therapy

@pdis_space.system

@little_hed.ge.hog

@carebearssystem

@malwaremind

@nimmerlings

@sonnenvogel2023

@diefledertiere

@mermaid_souls_

@e_in_hamburch bzw. @c_aye_evelyn

@stubbornarchitekture

@o_wir_maskenball_o

@lucapella

@dakota_and_the_others

@the_corgano

WordPress:

@gemeinsamneuewegegehen

YouTube:

D.I.S.Ding

Pseudonym:

Sokalou

*Sterne*

Kitty

Matilda

E.

Klara

Vanessa

Mila

Rebecca

Simone

Sunshine in Kaleidoskope

Maja H.

Sophia

Lea Bo

Linehme

Sanny

menschen4menschenrechte

Die Tinis

Sascha*

Markus G.

Quellen:

https://www.presserat.de/pressekodex.html

https://www.instagram.com/p/Cw9z_aTsH2k/?igshid=MzRlODBiNWFlZA==

66 Kommentare zu “Jan Böhmermann und rituelle Gewalt – Beschwerde an den Fernsehrat

  1. So grossen Dank an euch!

    Hier wird das erste mal überhaupt in Erwägung gezogen, Stellung gegen unsachgemäße und diffamierende Darstellungen zu beziehen….

    Danke fürs Mut machen 🌻🌼🏵️

  2. Liebe Sofie,
    Leider können wir den Text nicht unterstützen, weil wir uns sonst möglicherweise selbst in Schwierigkeiten begeben.
    Vielen herzlichen Dank für diesen Text.
    Dürfen wir diesen Beitrag in einer österreichischen Tageszeitung zum Thema verlinken?
    Es wäre im Forum zu diesem Beitrag:
    https://www.derstandard.at/story/3000000186275/nach-sendung-ueber-rituelle-gewalt-zdf-bestaetigt-ermittlungen-gegen-jan-boehmermann

    Wir versuchen gerade gegen Unwissenheit anzuschreiben.

    Vielen herzlichen Dank und alles Liebe und Gute.
    „Benita“

  3. Hallo Sofie & Co
    wenn wir nicht schon zu spät dran sind, würden wir mit unserem YouTube-Profil D.I.S.Ding, gerne unter den Unterstützern auftauchen.
    lg „Tina“

  4. Wir wollen bitte auch mit Klarnamen unterschreiben:
    Lisa-Milena Varsek

    Vielen Dank dafür, diese Worte zu finden und uns dadurch die Möglichkeit zu geben, unsere Stimme mit zu erheben!

  5. Danke. Bin zwar glücklicherweise nicht persönlich betroffen, aber entsetzt über Böhmermanns „Werk“.Kann ich mich dem anschließen? Ich bin damit einverstanden, daß mein Name hinzugefügt wird.

  6. Ich habe leider zu viel Angst meine Identität preiszugeben, aber ich wollte noch etwas anmerken:

    https://twitter.com/zdfmagazin/status/1701262578368827627

    Dort haben sie die sekten-info-nrw verlinkt, mit dem Aufruf geschädigte Menschen sollen sich dort melden. Haben aber anscheinend keine Recherche betrieben, was das für eine Seite ist. Ich finde es unmöglich und gar schädlich, diese Seite in dem Kontext zu erwähnen.

    Wäre ich nicht gerade dabei mich von der Herkunftsfamilie zu lösen, dann hätte ich mitunterschrieben. Es tut mir so leid, dass ich das nicht kann. Ich habe Angst gefunden zu werden.

  7. Hallo Sofie,
    Ich wuerde gerne direkt eine Klage beim Fernsehrat einreichen, ich glaube das wirkt wenn das mehrere tun, die dann jeweils auch Name und Adresse hinterlassen. Der Rat schreibt dass es die moeglichkeit der Mehrfachklagen gibt.
    Waere es okay.wenn ich Deinen Text einreiche?

    Ich wuerde das mit den worten einleiten…

    Sehr geehrte Dsmen und Herren,
    Ich schliesse mich der von Sofie formulierten Klage an:
    Dein Text in Kursiv
    Mfg (mein Klarname)

    Und das zeitlich nach Dir einreichen.

    Was denkst Du?

    • Hallo Daniela,
      nachdem ich das ja selber mache, verstehe ich grade noch nicht was genau du machen willst. Geht es dir darum, dass dann separat mehr Klagen eingehen? Ansonsten kann ich dich auch einfach als Zeichnerin nennen. Liebe Grüße, Sofie

  8. Guten Morgen,

    Ich möchte mich ebenfalls anschließen und verteile die Informationen an meine Communitys.

    Wenn möglich noch ein paar Tage warten, damit noch mehr aufstehen und die Stimme erheben können!

    Vielen Dank für die Arbeit und die Organisation!

    Linehme

  9. Wir lesen gerade, dass es noch nicht zu sät ist. Wie gut! Nehmt ihr uns auch noch mit auf? Wir finden es so großartig was ihr hier macht!
    Pseudonym Simone

  10. Gewaltverbrechen als Verschwörungstheorie bzw. als Lügen zu bezeichnen ist ätzend, menschenverachtend und schützt und stützt die Täter. Das ist Gewalt und Verleumdung von Betroffenen und Überlebenden und von allen entsprechenden Hilfestellen.
    Den Typen müßte man zumindest verklagen oder wenigstens die Sendung vom Netz-vom Fernsehen entfernen, wegen Gewaltverherrlichung und Menschenhaß.
    Danke für die Beschwerde an den Fernsehrat,
    mögen auch mit unterzeichnen mit Pseudonym
    „menschen4menschenrechte“

  11. In Vertretung in Absprache per Mail für den Verfasser von mir gepostet, weil dort wohl das Kommentieren nicht geklappt hat:

    Hallo und guten Tag,

    ich unterstütze diese Beschwerde/Erklärung vollumfänglich.

    Hierzu meine Reaktion/Position:

    Ich finde es unerträglich, wie von Jan Böhmermann in dieser Ausstrahlung über rituelle Gewalt berichtet wird und die – übrigens mehrfach nachgewiesenen – psychischen Folgen für die Opfer inklusive der schwersten Traumafolgestörung, die ein Mensch entwickeln kann, derart ins Lächerliche gezogen werden; und das von einem angeblich seriösen Sender. Daran ändert ein Hinweis auf das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen auch nichts mehr.

    Ich bin selbst einschlägig qualifiziert und bin an Betroffenen-Verbände und Trauma-Fachgesellschaften angeschlossen. Bis zur richtigen Diagnose-Stellung vergehen in Deutschland wegen nicht-spezialisierter Ärzte und Psychologen durchschnittlich 8 Jahre, Betroffene fallen nicht selten durch alle Versorgungsnetze und haben eine hohe Suizidquote. Die Existenz der Störung inklusive frühkindlicher Identitätsspaltung ist mehrfach nachgewiesen, Persönlichkeitswechsel im Rahmen dieser Störung durch bildgebende Diagnostik-Verfahren messbar und zudem ist die Störung als explizite Traumafolgestörung im internationalen ICD verortet.

    Amnesien bezüglich Biografie und Alltag sind Diagnose-Kriterium der Dissoziativen Identitätsstörung und alles Andere als lächerlich. Die meisten Kommentare zu diesem Video sagen viel darüber aus, dass dieses „Lächerlichmachen“ auch in der Bevölkerung „ankommt“. Man muss kein MichaelaHuber-Fan sein und kann auch durchaus einige Standpunkte kritisch sehen, das ändert aber nichts an der Existenz solcher Täterkreise und dieser schweren Traumafolgestörung. Bevor man sich über diese biografischen Amnesien lustig macht, sollte man sich mit den Prozessen der trauma-assoziierten Identitätsspaltung und der strukturellen Dissoziation von Persönlichkeit als Traumafolgestörung auseinandersetzen. Das kann man aber nicht in einer offensichtlich sehr oberflächlich umgesetzten Recherche.

    Und auch wenn es für viele Menschen schwer vorstellbar ist: die menschliche Psyche kann durchaus durch bestimmte Dynamiken systematisch und planvoll „gespalten“ werden. Das findet z.B. in Täterkreisen von Kinderpornografie statt, aber eben auch – allerdings wesentlich seltener – im Rahmen ritueller Gewalt. Nur weil die Existenz solcher Tätergruppen absurd und „märchenhaft“ erscheint, heißt das noch lange nicht, dass es solche kranken Menschen und Strukturen (Täterkreise) nicht gibt; auch in Deutschland. Wenn man von Dingen keine Ahnung hat, sollte man sich lieber nicht dazu äußern.

    Das ist alles sehr oberflächlich recherchiert, aus dem Zusammenhang gerissen und extrem exemplarisch/fragmentarisch zusammengestellt. Es gibt einige Fälle, in denen der psychische Mechanismus der Dissoziation / der Abspaltung systematisch von diesen Tätergruppen ausgenutzt wird und systematisch & planvoll Multiple Persönlichkeiten „geschaffen“ werden. Das ist ein bekannter, wenn auch – auf die Gesamtbevölkerung gerechnet – sehr seltener, aber im Rahmen organisierter Tätergruppen systematisch & planvoll forcierter und ausgenutzter, psychischer Selbstschutz-Mechanismus der Psyche. Und ein Beispiel dafür ist und bleibt die rituelle Gewalt. Nur weil etwas selten ist und man sich es mangels Wissen nicht vorstellen kann, heißt es nicht, dass es das nicht gibt.

    Und ja, in der Psychologie/Medizin nennt man die Ergebnisse dieser Prozesse „Programme“. Es ist unglaublich schwer & teilweise riskant, diese in der Traumatherapie aufzudecken und aufzulösen. Daher gibt es auch nicht ohne Grund hochspezialisierte Traumatherapie für diese besonders schwere Traumafolgestörung.

    Ich empfehle Böhmermann ein Gespräch mit Betroffenen und spezialisierten Fachkräften; von mir aus – wenn er es sonst nicht glaubt – auch mit „Nachweisen“ von Persönlichkeitswechseln mittels bildgebender Diagnostik. Jan Böhmermann ist offensichtlich auch nicht bekannt/bewusst, dass ein solches Nicht-Ernstnehmen die Suizidrate der Betroffenen noch erhöht; und das auch noch durch eine Instanz der öffentlichen Meinungsbildung multipliziert.

    Welchen gesellschaftlich hilfreichen Grund kann es bitte haben, Therapeuten ihre Ausbildung zu OG derart zu diffamieren, Betroffenen ihr Erleben abzusprechen, das Leid anderer derart zu ignorieren und unseriös über ein Thema vollkommen einseitig zu berichten?

    Die Sensationsgier, die politisch oder auch ideologischen Motive und der Mangel an Sensibilität in der Berichtserstattung widerspricht der journalistischen Ethik und Verantwortung die Rechte und Würde der Betroffenen zu wahren.

    Es ist wichtig in diesem Kontext aber auch zu betonen, dass die Mehrheit der Fachleute, einschließlich Psychologen, Sozialarbeiter und Kriminologen, die Existenz von ritualisierter organisierte Gewalt nicht leugnet. Es gibt Fälle von sexualisierter Gewalt und ritueller Gewalt, die von Strafverfolgungsbehörden und Fachleuten aufgedeckt und dokumentiert wurden.

    Herzlich,
    J. Mörstedt

    • ich versteh diesen text der aufarbeitungskommission nicht…kann mir jemand erklären was die meinen mit “es geht uns mit unserer kritik nicht – um das klarzustellen – um die offenbar in reißerischer absicht erfolgte thematisierung “satanistischer“ narrative unter ausschluss der ohne zweifel näherer betrachtung bedürfenden äußerungen einer therapeutin“

      es werden doch gerade betroffene die ritualisierte gewalt in satanistischen kulten überlebt haben in der sendung belacht. warum soll es dann darum nicht gehen?

      • Den Satz fand ich auch irritierend. Aus meiner Sicht hätte man sich den besser gespart, weil gar darin nicht klar ist wovon genau man sich weshalb bei Michaela Huber oder in „satanistischen Narrativen“ distanziert. Persönlich denke ich, dass man damit vermutlich ausdrücken wollte, dass die Beschwerde nicht auf den Umgang mit der Person „Michaela Huber“ oder der Darstellung von Verschwörungsmythen bezogen sind, sondern sich allgemein auf die Darstellung von Betroffenen mit ihren negativen Auswirkungen beschränkt. Sau blöd formuliert, weil man das auch so lesen könnte, als wäre es prinzipiell in Ordnung über satanistischem Missbrauch herzuziehen, wenn es nicht auch andere Opfer von Gewalt treffen würde.

    • Hallo ihr Lieben,
      ja, die Beschwerde ist schon länger eingereicht. Bislang gab es nur eine Pauschale 08/15 Antwort vom ZDF, dass man das prüfen werde. Wir werden aber sicherlich nochmal nachhaken, wenn wir keine vernünftige Rückmeldung kriegen und hier darüber informieren.

Hinterlasse eine Antwort zu Tim Antwort abbrechen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..