Die Namen der Peiniger

Es ist Nacht. Ich bin wach. Mein Körper sucht Ruhe und hat doch Angst vor dem Schlaf. „Am Anfang war das Wort“, denke ich. Es gibt Worte, die werden zu selten ausgesprochen. Dazu gehören die Namen der Peiniger. Mein Wort hatte bereits einen Anfang. Vor mehr als 10 Jahren haben wir angefangen hier über unsere Geschichte zu schreiben. An unterschiedlichen Stellen haben wir in der Zwischenzeit Zeugnis von der erlittenen Folter abgelegt – zum Teil sehr detailliert. Doch eine Sache fehlt in der öffentlichen Auseinandersetzung weitestgehend: Konkrete Angaben zu den Tätern. Es gibt sie. Sie sind da. Doch ihr Stuhl steht leer im Raum. Unbesetzt. Als Platzhalter und Mahnmal. Sie teilen ihn sich. Denn obwohl sie viele sind, wird er nie gebraucht. Ihr gemeinsames Reservierungsschild: „Täter.“

Warum benennen wir nicht?

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Dissoziative Überbrückung verstehen: Symptome, Ursachen und ein neuer Blick auf Schutzreaktionen

Viele Betroffene von Trauma und Dissoziation kennen dieses Gefühl: Du siehst dich selbst handeln, obwohl dein Kopf klar sagt: „Hör auf!“ Du nimmst dich wahr wie in einem Film, kannst aber nicht eingreifen.

Dieses Phänomen ist kein Zeichen von Willensschwäche oder mangelnder Disziplin. Es ist ein Schutzmechanismus des Nervensystems, den ich „dissoziative Überbrückung“ nenne. Ein Überlebensmuster, das dich in der Vergangenheit geschützt hat – und heute in Stresssituationen automatisch aktiviert wird.

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