Tränen erzählen

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„Es sind meine Tränen, nicht mein Lächeln, die mich heilen. Heute sagen meine Tränen meine Wahrheit und enthüllen ihre Geheimnisse.“

Ich sitze auf meinem Bett und tippe Worte in die weiße Maske meines Laptops. Es steht mir frei, sie weinen oder lachen zu lassen. Bislang ist sie unbeschrieben.
Damals als Kind waren wir das auch, ehe Erwachsene uns immer mehr Leid hinter die lächelnde Fassade füllten.
Draußen regnet es in Strömen.
Vom Himmel fallen große Tropfen.
Ob wohl auch er über die grausamen Taten weint?

Viele Kinder und Jugendliche freuen sich heute darauf in der Nacht kleine Streiche zu spielen. So ist es hier Brauch. In den Städten und Dörfern werden Feste gefeiert. Man erzählt vom Tanz der Hexen auf dem Blocksberg und genießt gemeinsam Speis und Trank als Überbleibsel des einstigen Fruchtbarkeitsfestes.
Für die Meisten wird der Tag wohl in guter Erinnerung bleiben. Sie werden irgendwann ihren Kindern davon erzählen und traditionelle, lustige Dinge tun. 

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Pizzakommunikation für Viele

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Der Sonntag beginnt sonnig und mit großer Dankbarkeit.
Kurz vor Ablauf einer wichtigen Frist beim Finanzamt, haben mir Innenleute geholfen eine Stellungnahme fertig zu schreiben. Vorab habe ich doch ziemlich geschwitzt, weil ich mich einfach nicht ran setzen konnte, so sehr ich es auch wollte. Unerledigt hätte das vermutlich in finanzieller Hinsicht negative Konsequenzen gehabt.
Insofern schonmal „Puh… durchatmen.“

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Schmerzwellen

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Ich sitze auf meinem Bett und schreie.
Laut.
So laut ich kann.
Der Schmerz verhallt in Stille.
Meine Beine verharren taub.
Körper und Kopf sind durchflutet vom alten Grauen.
Irgendwann werde ich müde.
Mit Tränen in den Augen schlafe ich ein.

Mit komischen Zwängen und traurig dumpfen Gedanken wache ich auf.
Wir kämpfen.
Gegen die Selbstzerstörung.
In dichter Watte kreisen unsere Gedanken.
Irgendwie möchte ich schreiben und andererseits bin ich kaum auf dieser Welt.

Noch immer ist es das Ausmaß der Gewalt, das mich förmlich erschlägt.
Und in all dem Nachspüren, weshalb die Situation gerade so ist, wie sie ist und wo der Auslöser liegt, wird mir plötzlich klar, dass ich den ersten Mai ganz vergessen habe.

Körper im Traumaburnout

08C0FA78-FBC0-4570-BC1D-1178DAF75B4AIch erinnere mich noch wie gestern. Dabei ist es nun schon über vier Jahre her. Es geschah an einem Ostersamstag. Das Wetter war traumhaft. Die Sonne schien. Ich stieg ins Auto, um mit meiner Freundin vom Essen nach Hause zu fahren. Die Stimmung war gut. Wir lachten. Mitten auf der Landstraße mit gut 100 Sachen stolperte plötzlich mein Herz. Ich klammerte mich ans Lenkrad. Mir wurde schwarz vor Augen. Im letzten Moment brachte ich den Wagen am Straßenrand zum stehen. Ich bemühte mich bei Bewusstsein zu bleiben und ruhig zu atmen, während mein Herz um sein Leben stolperte. Die Arme wurden Taub. Dann gingen bei mir die Lichter aus.

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Regression bei DIS

Definition: Der Begriff Regression kommt ursprünglich aus der Psychoanalyse und bezeichnet das Zurückfallen eines Erwachsenen in eine bereits überwundene kindliche Entwicklungsphase.

Was sehen wir daran im Bezug auf eine DIS?
Richtig! Innenkinder haben nichts mit Regression zu tun.

Die Innenkinder bei einer DIS sind so alt, wie sie auch damals waren, als ihnen das Trauma passierte. Sie waren nie älter! Sie sind schon immer Kind oder Jugendliche oder junge Erwachsene. Tauchen sie sichtbar im Außen auf, fallen weder sie, noch die erwachsene Außenperson irgendwohin zurück. Sie sind einfach so, wie sie immer waren. Die erwachsene Außenperson hat mit den Innenkindern zunächst nicht mehr zu tun, als dass sie sich einen Körper teilen. Sie existieren getrennt voneinander. Ich bin als Außenperson vielleicht nicht mehr da, bzw. außen wahrnehmbar, wenn eine Kleine nach vorne rutscht, aber ich bleibe auch in der Zwischenzeit erwachsen.

Also was haben manche von euch lieben Therapeuten für ein Gescheiß (entschuldigt den Außdruck!) mit der ewigen Angst die Regression zu fördern, wenn die Innenleute sichtbar werden dürfen!? Entspannt euch!
Mit Offenheit könnt ihr nur Entwicklung nach vorne möglich machen.

Die Bedeutung der Diagnostik von dissoziativen Traumafolgen – Eine persönliche Sicht

Im Grunde können wir es kurz machen: Solange keine Diagnose der passenden dissoziativen Störung erfolgt, gibt es keine erfolgreiche Behandlung.
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Ein Löffel Eis im Jetzt

Ich liege auf dem Bett und atme. Mit zwei dicken Kissen im Rücken bettet mein Oberkörper leicht aufgerichtet. Meine Finger kraulen im weichen Katzenfell die harten Rippenbögen. Es dauert nicht lange bis sich meine Bewegung des Brustkorbs mit dem Atemrythmus der Fellnase synchronisiert. Tranceartig schnurren mich ihre Töne zur Ruhe. Die Heizung rauscht leise im Hintergrund. In der Nase kribbeln ein wenig die Pollen, aber ich bin zu müde zum Niesen. Mein Kopf singt Liszt. „Romantisch“, denke ich bei mir. „Oh lieb solang du lieben kannst…“
Dann mus ich eingeschlafen sein.

Als ich aufwache liegt mein Handy neben mir. Meine Katzen melden Frühstück an. Mit geschlossenen Augen trotte ich in simulierter Dunkelheit zum Klo. Dann beginnt mein Tag. Einige Stunden später sitze ich mit Spaghettieis im Garten. Die Stimmen in mir sind munter. Sie Reimen und scherzen. Mein Mund schleckt jeweils altersangepasst an der kalten Süßspeise. Nur ein bisschen schwer ist mir die Brust. Aber in der Erdbeersauce gehen die Sorgen unter.

Für diesen Moment ist das so. Die Freude überwiegt. Im gleichen Augenblick sterben im selben Körper Andere tausend neue Tode. Vorne ist das kaum mehr fühlbar. Nun spüren Kinder voll Fröhlichkeit ihr Leben im Heute, bis…
Ja, bis der nächste Moment kommt. Der ist immer nur einen Wimpernschlag entfernt. In dem sterben sie vielleicht vor Qual. Oder glühen vor Wut. Oder Trauern aus tiefem Herzen. Oder betteln um Aufmerksamkeit.

In einem Löffel Eis liegt die ganze Bedeutung von „Jetzt“. Beim nächsten Löffel kann es vorbei sein.

„Heute bin ich EIN gesunder Mensch“

Dieser Satz hat mich aus den Fragen von  Vergissmeinnicht besonders angesprungen. Deshalb habe ich ihn hier für diesen Beitrag herausgepickt.

Zu „Ein Beitrag für euere Fragen“ schreibt sie:

Ist ein „heute bin ich EIN gesunder Mensch – Zustand“ um sich von dem Mist zu erholen überhaupt irgendwie machbar?

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Die paradoxe Programmierung des „Wie geht es dir?“

Auf die Frage nach dem eigenen Befinden trifft man im Alltag immer wieder: „Wie geht es dir?“ Selten scheint sie wirklich ehrlich gemeint. Die Antworten darauf sind ebenso blass, wie nichtssagend. „Danke, gut“, „Muss ja“, oder „Irgendwas ist doch immer“ kleiden sie sich in schwammige Worthülsen.
Für Überlebende von „Ritueller Gewalt“ und organisierten Täterkreisen kann diese Phrase des gesundheitlichen Interesses noch ganz andere Bedeutung haben und Auslöser beinhalten.

In den folgenden Darstellungen möchte ich von einigen Aspekten zu diesem Thema aus unserer Erfahrung berichten. Sie basieren auf unseren subjektiven Erlebnissen. Nicht jede Überlebende, die auf diese Frage getriggert reagiert, tut das aus dem selben Grund wie wir. Da gibt es sicher noch viel mehr Facetten, die dabei eine Rolle spielen. Unsere Ausführungen können lediglich EIN möglicher Ansatz sein. Wir haben uns darum bemüht, die Vorgänge so abstrakt wie möglich zu beschreiben, dennoch kommen wir für die Verständlichkeit nicht umhin auch Gewalt grob zu skizzieren.

„Wie geht es ihnen heute?“ oder „Wie fühlen sie sich?“ ist wohl eine der standard Erföffnungsfragen für ein therapeutisches Gespräch. Wenn ich es geschafft habe meine Gefühle über die Türschwelle hinweg mit in den Therapieraum zu nehmen, so war bei mir oft spätestens nach dieser Frage Schluss damit. Mein Innen verschwand. Alles was mich bis zu diesem Zeitpunkt an Emotionen und Erinnerungen beschäftigte, verbarg sich nun hinter einer dicken Mauer im Ungreifbaren. Es war vergessen! Notgedrungen musste die weitere Konversation nun auf dem letzten Rest meiner verbleibenden kognitiven Ebene erfolgen. Sofern ich mir vorab etwas aufgeschrieben habe, konnte ich es damit versuchen. Dennoch blieb es ein Trauerspiel. Der Tiefgang verschwand. Wir drehten uns im Kreis. Nicht selten hätte ich mir hinterher die Haare raufen können. Kaum zu Hause angekommen war der ganze Horror nämlich wieder da und eine weitere Therapiestunde ungenutzt für vergleichsweise harmlose Plaudereien verstrichen.
Es verlangte uns einiges an Arbeit ab, bis sich irgendwann die Hintergründe dieser Reaktion zu zeigen begannen und Innenpersonen so mutig waren, von ihrer Geschichte zu erzählen.

Die Täter stellten uns die Frage „Wie geht es dir?“ immer wieder während Gewaltsituationen.
Ein Mann berührte uns etwa zunächst an bestimmten „harmlosen“ Stellen. Dabei fragte er uns immer wieder, wo wir etwas spüren und was genau. Im Verlaufe des Trainings nahm die Bedrängnis und die Gewaltanwendung zu. Sie gipfelte in Vergewaltigung und Folter. Seine Fragen wiederholte er beständig immer wieder. „Was fühlst du wo, wie, weshalb? Wie geht es dir?“
Auf eine detaillierte weiter Schilderung der Programmierungssituation verzichten wir an dieser Stelle. Wir wollen keine Online-Anleitung für Täter und Trittbrettfahrer schreiben.

Was passiert nun durch dieses Vorgehen.
Der oder die Täter hebeln im Moment des Traumas mit gezielten Fragen ein Stück weit die Dissoziation aus. Wer minutiös beschreiben muss, was mit einem selbst geschieht und wie man sich dabei fühlt, kann es sich nicht leisten abzuschalten. Das Opfer muss im relativ wachen, bewussten Zustand mitbekommen, was an ihm verbrochen wird. Nur so entgeht es der vielleicht tödlichen Konsequenz noch härtere Gewalt zu erfahren. Da man diese Situationen als Mensch aber nicht ertragen kann, öffnen sich die Türen nach innen, weil es im Außen kein entkommen gibt. Innere Raume und Personen müssen sich auftun, um die Qualen zu überstehen. Diese werden in das Training wiederum von Täterseite gezielt einbezogen. Das Opfer muss zunächst gegen den Schutzmechanismus „Dissoziation“ des Körpers ankämpfen, weil es ihm sonst das Leben kostet.
Nach dem Trauma setzt ein paradoxer Vorgang ein: Wer während des Traumas nicht dissoziieren kann, wird es hinterher umso stärker tun. Das ohnehin Unerträgliche wird noch unerträglicher, wenn es bewusst erlebt werden muss. Die Erfahrung wird tief verkapselt und bleibt dem Alltags-Ich unzugänglich.
Was von der traumatischen Ursprungssituation später bleibt ist die Frage „Wie geht es dir?“ als programmierter Auslöser und die taube Verkapselung als Erinnerungsfragment, die daraufhin spürbar wird und den Zugang zum eigenen Erleben verhindert.

In der Therapie kann es deshalb Sinn machen, die Eingangsfragen der Therapeutin mit den Innenpersonen zu hinterfragen. Natürlich ist das nicht das einzige Problem, das im Kontakt mit Hilfspersonen auftreten kann, wenn man aus einem organisierten Täterkreis kommt. Einen Blick sollte es aber Wert sein, vor allem dann, wenn regelmäßig in der Therapie nichts mehr wahrnehmbar oder besprechbar scheint, was sonst den Alltag bewegt.

Flashback im Tarnumhang – Angststörung oder Posttraumatische Belastungsstörung!?

Ängste spielen nicht nur bei Angststörungen sondern auch als Symptom der Posttraumatischen Belastungsstörung eine Rolle. Dabei können sie beispielsweise als Gefühlsflashback getarnt auftreten. Wir kennen mehrere Personen, die jahrelang wegen teils schweren Angststörungen behandelt wurden, aber einfach nicht weiter kamen. Erst als erfahrene Therapeuten die dissoziative Komponente erkannten und begannen die Hintergründe in die Behandlung einzubeziehen, wurden die ungreifbaren Ängste beeinflussbar.
Was die Betroffenen oft auch vereint: Außer den plötzlichen heftigen Angstattacken gibt es anfangs scheinbar keine weiteren Symptome. Im Falle einer PTBS ist dies durch die Fragmentierung der Erinnerung erklärbar. Das Angstgefühl kommt ohne dazugehörigem Bild zurück. Die Auslöser der Gefühlsflut sind so aus dem Zusammenhang gerissen schwer auszumachen.

Bei chronisch traumatisierten Menschen ist der unerklärliche Affekt häufig mit den dissoziierten Persönlichkeitsanteilen verbunden.
Bei uns zeigt sich das beispielsweise darin, dass wir Angst haben ohne den Grund zu kennen. Manchmal stelle ich im Alltag auch fest, dass meine Beine beginnen wegzulaufen ohne dass ich noch in der Lage bin dies zu beeinflussen. Im Unterricht, ist mir das etwa einmal passiert, als eine Lehrkraft widererwarten maskiert erschien. Ich war schon aus dem Raum gelaufen, ehe ich überhaupt die Situation richtig realisiert habe.

Doch es gibt auch viel subtilere Situationen. Dann merke ich nur wie ich etwas benommen werde. Angst spüre ich keine. Dennoch wird mein Verhalten beeinflusst. Ich bin dann irgendwie gedankenlos. Biege mit dem Auto vielleicht auch noch mehrmals falsch ab. Der Zustand bleibt vage.
Noch weniger greifbar wird es, wenn sich einfach nur meine Meinung zu einer Sache ändert. Ich wollte beispielsweise grade noch einkaufen gehen und im gleichen Moment scheint mir etwas anderes viel wichtiger, obwohl ich eigentlich dringend Lebensmittel benötige. Oder ich habe mit Freunden ausgemacht und mich sehr auf ein Treffen gefreut. Kurz vorher habe ich aber plötzlich keine Lust mehr. Wenn ich im Nachhinein auf die Situationen schaue, kann ich manchmal feststellen, dass jemanden im Innen der Umgang mit Menschen überfordert hätte.

Das charakteristische für diese Angst als Traumafolge besteht für uns klar darin, sie oft nicht einordnen zu können. Das „Warum?“ fehlt und wenn es vorhanden ist, scheint es dennoch distanziert oder unzureichend. Beim Erzählen von solchen Situationen haben die Behandler oft ebenfalls das Gefühl „ins schwimmen“ zu geraten. Eine ehemalige Therapeutin beschrieb das für sich einmal so: „Die Patientinnen erzählen etwas, was sich schon beim Zuhören sehr diffus anfühlt. Sie sagen z.B.: Das war so ein schöner Spaziergang durch die Allee. Die Sonne schien. Auf einmal war da Angst, aber eigentlich ist ja alles gut. Bei der Erzählung laufen zwei Welten parallel ab. Das wirkt beim Zuhören genau so ungreifbar, wie für den Patienten in der Situation. Alles war gut und gleichzeitig absolute Panik. Es scheint oft keinen Ansatz zu geben, weil bei jeder Nachfrage doch eigentlich alles gut ist, wenn da nicht das komische Gefühl gewesen wäre, aber eigentlich ist alles gut. Nur mit Erfahrung und Feingefühl lässt sich dann ein Trigger in der Lichtstimmung herausarbeiten.“
Manchmal bleibt die Angst als Gefühl ganz inkognito. Wir empfinden dann keine Panik, drohen aber in Ohnmacht zu fallen. Wir sind einfach nicht in der Lage Post zu öffen, ohne zu wissen weshalb. Wir gehen tagelang nicht aus dem Haus, weil es eine innere Sperre gibt. Die Angst dahinter fühle ich als Alltagsperson aber nicht. Oder ich bekomme zwar panische Angst vor einer Situation. Ursache jedoch ebenfalls unbekannt.
Das heißt aber wiederum nicht, dass die „Phobie“ unspezifisch sein muss. Wir erinnern uns noch sehr lebhaft an einen Fall während unserer Ausbildung. Dabei handelte es sich um eine junge Frau, die wegen einer Schmetterlingsphobie behandelt wurde. Erst später stellte sich heraus, dass die schönen Flattertiere Auslöser für dahinterstehende schwere Traumatisierungen waren.

Für die Therapie zeigt das auch, dass rein verhaltenstherapeutische Konzepte zu kurz greifen. Der Lebenskontext der Angstentstehung muss einbezogen werden und das allerspätestens dann, wenn die Therapieversuche immer wieder scheitern. Im besten Fall aber natürlich von Anfang an. Sonst wird man den Patienten nicht gerecht. Eine inzwischen ältere Frau, die wir in einer Gruppe für komplexe Traumafolgen kennengelernt haben, irrte wegen ihrer massiven Ängste Jahrzehnte lang durchs Gesundheitssystem, ehe eine Therapeutin ihre Leidensgeschichte durchschaute. Sie begann mit einer Traumatherapie und fühlt sich mittlerweile wieder sehr viel wohler.

In der Selbsthilfeliteratur bietet das Buch „Traumabedingte Dissoziation bewältigen“ von Boon, Steele und Van Der Hart hilfreiche Ansätze zur Bewältigung dieser Symptomatik. Zudem bietet es dem Leser weiterführende verständliche Einblicke in die Thematik. Erschienen ist das Buch 2013 im Junfermann Verlag.