Neues Jahr – Neue Kategorie

Schon eine ganze Weile beschäftigen wir uns aus persönlichen Gründen mit dem Thema Flashbacks und Erinnerungen an Traumata. Für uns sind sie nicht immer so überwältigend klar, wie sie von Therapeuten oft beschrieben werden. Viel öfter erleben wir „komische Zustände“ die man auf den ersten Blick gar nicht offensichtlich als Flashbacks oder anbahnende Erinnerungen einordnen würde. Am Anfang hat uns das oft verunsichert und Zweifel aufgeworfen. Die Glaubwürdigkeit der Erinnerungen und Zustände, die mich scheinbar aus dem Nichts überfielen, war vor allem für mich als Außenperson ein sehr großes Thema. Mittlerweile wissen wir viele dieser komischen Erscheinungen an uns gut zuzuordnen und als „Echtheitsmerkmal“ des auftauchenden Erinnerungsfragmentes zu bewerten. Das unbewusste lügt nicht.

Unter dem Titel „Flashback im Tarnumhang“ wollen wir im neuen Jahr unsere Erlebnisse und Gedanken dazu teilen. Manchmal erhellten die Aussagen von Therapeuten unsere Sicht darauf oder das Wissen um traumaphysiologische Vorgänge. Dann machen wir das kenntlich.
Im Zentrum der Artikel stehen verschieden Fragmente der Erinnerung und die Weise ihres Auftretens an uns selbst. Wir versuchen das „Freez an Fragment“ von seiner abstrakten Beschreibung an unserem Beispiel in greifbare Realität zu überführen. Wir erheben dabei nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder allgemeine Gültigkeit. Da es um hier um persönlich erlebte Zustände geht, ist unsere Sicht darauf ebenso persönlich. Andere Betroffen mögen manches vielleicht anders sehen.

Wir hoffen es hilft vielleicht der ein oder anderen LeserIn weiter etwas von sich selbst zu verstehen, ebenso wie vieles davon für uns sehr elementar war.

Einen guten Rutsch und ein farbenfrohes Jahr 2018

Wir danken allen Lesern und Leserinnen von Herzen für die vielen Klicks und Kommentare in diesem Jahr! Ihr seid einfach spitze!
Der Blog ist die letzten Jahre beständig gewachsen. Auch für 2017 schreiben die Statistiken neue Rekorde. Die Anteilnahme an unseren Artikeln rührt uns sehr. Vieles wäre ohne euch nicht möglich gewesen. So mancher Kommentar hat über schlechte Momente hinweggetröstet oder einfach ein Lächeln in den Alltag gezaubert. Danke dafür!
Mit euch an der Seite macht Schreiben noch viel mehr Spaß und Sinn!

Die bunten Schmetterlinge und ich, Sofie, freuen uns darauf auch im Jahr 2018 wieder mit euch durchzustarten und viele farbenfrohe Beiträge mit euch zu teilen.
Für einen gelungenen Jahresübergang stellen wir hier schon einmal die gesamte Farbpalette zur Verfügung. Damit könnt ihr euch die kommenden Monate genau so anmalen, wie ihr sie euch wünscht.

Das neue Jahr soll Glück euch bringen,
ihr sollt tanzen, lachen, singen,
und stets in euerer Mitte sein,
dann fügt sich alles Andre ein.

Die Worte mögen in euch fließen
und sich in Sprache so ergießen,
wie eure Seele sie sich wünscht
und es dem Herzen richtig dünkt.

Voll mit Momenten kleiner Wunder,
geb‘ es der Lebensfreude Zunder.
Um Null Uhr mit Raketenstart –
Prosit Neujahr, seid gut bewahrt!

Die ersten beiden Zeilen des Gedichtes sind einer Postkarte auf Pinterest entnommen, Autor unbekannt.
Ansonsten © Copyright by „Sofies viele Welten“

S-I-L-V-E-S-T-E-R

S – ilvester
am Tag an dem die Jahre sich ändern,
da treffen sich die Herren in schwarzen  Gewändern.

I – nzest
und Folter und grausame Qualen
geschehen den Kindern in ihren Ritualen.

L – ust
zu zerstören, auf Macht und Gewalt,
gehören zu der heiligen Rituale Inhalt.

V – ergewaltigung
nennt man eins ihrer Spiele.
Dergleichen gibt es in dieser Nacht noch so viele.

E – iskalt
und nackt war der Körper im Schnee,
das Kind fast erfroren, die Seele tut weh.

S – atan
ihm opfern sie und sind dabei ganz in Trance
das Kind auf dem Altar bleibt liegen leblos.

T – ränen
sie rinnen die Wange hinunter,
die Sinne, sie schwanden vor Qualen darunter.

E – rschüttert
die Seele des Kindes so sehr,
dass Sie musste sich teilen, ist viele nunmehr.

R – aketen
Sie fliegen in den Himmel hinauf.
Rettung gab’s keine.
Das Jahr nimmt seinen Lauf.

© Copyright by „Sofies viele Welten“

Atmende Nacht

Es ist mitten in der Nacht.
Mein Rücken ist kalt. Vor dem Fenster schrabbt ein Schneeräumer. Meine Heizungen schlafen noch. In mir ist Aufgewühltheit und Unruhe. Einfach so. An Träume erinnere ich mich nicht, was nicht heißt, dass sie nicht da waren. Ich stehe auf und fange an zu Tippen. Über das was ich spüre, weil ich mich nicht fühle. Über das was ich denke, weil ich es selbst nicht fassen kann. Über die Flut in der Leere. Um mein Leben.
Das orange Licht der Straßenlaterne wirft meinen Schatten an den Schrank. Der schwarze Umriss blickt mich an. Ich starre zurück. Wo Licht ist, fällt Schatten. Die Leuchtquelle ist klein. Die Dunkelheit groß.
Meine Gedanken folgen den Atemgeräuschen aus der Umgebung.
Es gibt tausend und eine Möglichkeit zu atmen.
Laut, leise, schnell, langsam, stoßweise, gleichmäßig, zufrieden, aggressiv schnaubend, Sicherheit vermittelnd, voll Angst, vor Trauer flach, freudig erregt, durch die Nase, mit offenem Mund…
Das Surren des Kühlschrankes unterbricht meine Überlegungen.
Es hat wohl jede Situation ihre Atmung.
Sage mir wie du atmest und die sage dir, wie du dich fühlst.
Manchmal bleibt mir die Luft weg.
Sie hängt in den Momenten von einst und fehlt in der Gegenwart um meine Lungen zu füllen. Es ist als wäre der Brustkorb immer noch unsichtbar flachgedrückt und hätte keinen Platz für frischen Sauerstoff.
Schock.
Die Bilder ersticken mich.
Ich blicke durch die Balkontür in den Nachthimmel.
Er ist wolkenverhangen.
Die Nachtluft ist kalt.
Ich atme, also bin ich.

Bunte Lebensstreußel

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„Manchmal muss man sich einfach selbst Konfetti ins Leben pusten.“
Getreu diesem Grundsatz ziehen wir heute unser Tagesresume:
Mit bestem Bemühen gab es Goldstaubmomente mitten in der Scheiße. Unsere bunten Highlights bestanden heute aus einer heißen Tasse Kakao mit der besten Freundin, schönen Wortzaubereien und schnurrend-liebevollen Kuscheltönen. Es hat uns ziemliche Überwindung gekostet das Haus zu verlassen. Am Ende konnten wir uns aber über die Erlebnisse in der frischen Winterlandschaft freuen. Eine Minaturschneeballschlacht war auch dabei.
Manchmal lohnt sich die Anstrengung dann doch und am Abend sickern die schönen Tagessplitter wie Konfetti über die Erinnerung. So werden selbst dunkelgraue Tage etwas bunter. 😊

Desaster bei der Heilerin

In so manch verzweifelter Lebenslage ist man bereit so einiges auszuprobieren, nur, dass man vorwärts kommt. Vorweg sei gesagt, dass wir mit dem Berufsstand der Heiler durchaus schon sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Das es da aber auch sehr auf die jeweilige praktizierende Person ankommt, beweist mal wieder unsere jetzige Erfahrung. Die ging in die Hose. Ich kann mich nicht erinnern, wann es zuletzt ein Erlebnis gab, dass es geschafft hat, so viele Bilder gleichzeitig an mir vorbeizujagen. Die Nacht danach war heftig. Blitzlichtdiashow in unbegreifbarer Geschwindigkeit. Unsere Kräfte am Ende. Der Zugang zum Innen verschüttet. Unsere Seele hängt irgendwo außerhalb vom Körper fest. Immer noch.

Vielleicht war der Zeitpunkt des Termins einige Tage vor Weihnachten ungünstig. Das Jahreszeitliche Umfeld machte Stabilisierung im Nachhinein zusätzlich schwierig. Deutlich mehr noch hat aber folgendes Vorgehen der Behandlerin zum Chaos geführt:
Ohne uns zu fragen oder ihr Vorgehen abzusprechen, ratterte sie eine Liste an Dingen herunter, die sie meinte bei uns wahrnehmen zu können und lösen zu müssen. Dabei fielen immer wieder Begriffe, die für uns extrem unpassend waren. Generell halten wir persönlich das Meiste des Reinkarnations-Karma-Lösungsweg-Gelabers für ziemlichen menschengemachten Mist. Dafür waren wir nicht da. Wir konnten ab einem bestimmten Punkt nicht mehr stoppen. Aus ihrer „Lösungsliste“ mit scheinbar zusammenhanglosen Begriffen wie „Hexen“, „Satanskult“ und „Besetzungen“ schoss sie eine Innenperson nach der Anderen in das ultimative Triggernirvana. Sie fragte nicht, was die Begriffe für uns bedeuten. Weder vorher noch nachher. Sie zog eigene Schlüsse und war am Ende zufrieden mit ihrem pseudoenergetischen Wort-Hokuspokus.
Sicher, dass sie damit sämtliche Probleme beseitigt hatte, stellte sie uns vor die Tür.
Error.
Wir sahen kaum noch die Straße, weil innere Bilder die Gegenwart überlagerten.

Unser Fazit:
Im alternativen Gesundheitsbereich gibt es viele bereichernde Anwendungen. Wenn Menschen glauben mehr über dich zu wissen, als du selbst, nimm die Beine in die Hand und bring dich in Sicherheit!

Reizende Weihnachten

Ich drehe am Rad und am Deckel des kleinen Medizinfläschchens.
Die Plastiksicherung knackt, wie erwartet, beim ersten Öffnen. Sanft, aber hektisch, drücke ich den Gumminupsi zum Befüllen der eingebauten Pipette in der Verschlusskappe zusammen. Meine Zunge zählt: „Ein Tropfen, zwei Tropfen, drei Tr… ach egal! Ich nehm‘ einfach die ganze Füllung!“ Noch ehe die Flüssigkeit meinen Gaumen benetzt hat, erwarte ich ihre Wirkung. Entspannung! Ausgleich! Entlastung! Aber flott!!!
Meine Schleimhäute machen derweil Bekanntschaft mit dem Trägerstoff der Arznei – Alkohol und fühlen sich eher weniger beruhigt. Während meine Gedanken versuchen sich an einer Notfallstrickleiter entlang zu hangeln, frage ich mich, weshalb sich dieses Gebräu eigentlich „Rescue Tropfen“ nennen darf, wenn sich im Ernstfall nicht sofort etwas tut. Ich verwerfe meine Überlegungen diesbezüglich und Schlucke.
Die Tropfen, die Bitterkeit, die Tränen.
Weshalb geht‘s uns grad eigentlich so? 🤔
Das Christkind war da. Es war brav, hatte Geschenke dabei und hat uns vor allen Dingen dieses Jahr nicht vergessen. Erinnerungen habe ich grade keine. Zumindest keine Bilder. Dennoch stehe ich unter Druck, wie ein Dampfkessel auf der Flucht.
„Was ist los?“, frage ich nach innen.
Wenig Antwort. Nur der Wunsch nach Ruhe.
„Ich hab euch lieb“, flüstere ich durch die dicken Nebelwände.
Die Zeit steht still.
Der Körper ist taub.
Ich bin raus…
Körperauszeit ehe ich mich zurück ins Leben brülle:
„Du Arschloch! Du verdammtes Arschloch! Ihr miesen Verräter!“
Aus der Krippe fließt mein Blut. Die Bilder sind hinter der Schutz-Wut—Mauer.

Weihnacht, Tee und frohe Wünsche

„Die Kunst des Tees,
muss man wissen,
ist nichts anderes als Wasser kochen,
Tee zubereiten
und trinken.“
Sen No Rikyu (1522-1591), japanischer Teemeister

Wir wünschen euch allen eine schöne Weihnachtszeit, in der euere Wünsche für das neue Jahr Flügel bekommen! Macht es euch gemütlich, egal ob mit einer Tasse Tee oder etwas Anderem, das die Seele wärmt. Der Zauber liegt in der Einfachheit der Dinge.
So bekommt auch heißes Wasser ganz von selbst einen herrlichen Geschmack…

Euere bunten Schmetterlinge 💫🦋💫

Zitat entnommen aus „Ur-Medizin“ von Wolf Dieter Storl, 2017, S. 28

Vollkommene Schöpfung

„Ich bin gesund, heil und vollkommen!“

Louise L. Hay, Gesundheit für Körper und Seele, Allegria Verlag, 2016, S. 265

Alltagshelden feiern Weihnachten

Ich sitze in einer Vorlesung. Mein Herz denkt sich das Thema spannend bis zum wohlverdienten Feierabend. In dem sonst übervollem Hörsaal sitzt nur eine Hand voll Menschen, die trotz Weihnachten dem Dozentenwissen lauschen. Die meisten Anderen sind bereits unterwegs zu ihrer Familie. Zwischen den praktischen Beispielen im Unterricht findet sich etwas von Augenärzten mit Taschenlampen auf einem Schiff in Afrika. Dort arbeiten sie auf einer Art modernen Schiff-Arche für die notleidende Bevölkerung. Ihr vorgehen ist hoch professionell trotz spärlichen Mitteln. Mein Gefühl sagt mir, dass diese Arbeit Sinn macht. Verdammt viel Sinn…
Daran bleibe ich hängen.
Es ist eine der Geschichten, die an Weihnachten so häufig kommt. Gutes tun für Menschen in weit entfernten Ländern wie Afrika. Gewissen beruhigen. Wer direkt vor unserer Haustüre solche Missstände aufdecken würde, läge wahrscheinlich gesteinigt unterm Christbaum. In diesem Fall kommen die Ärzte als barmherzige Helden zurück.
Aber müssen Helden immer diejenigen sein, die irgendjemandem besonders toll helfen oder mit den Kenntnissen aus einem super Studium versuchen die Welt zu retten!?
Mich bewegt derzeit die Kassiererin an der Supermarktkasse, die sich auf ein ruhiges Weihnachten gefreut hat und jetzt doch arbeiten muss, weil einige Menschen in dieser Stadt es nicht auf die Reihe bekommen schon am Samstag einkaufen zu gehen. Ich bin dankbar für das Schmunzeln, das mir eine Kommilitonin auf die Lippen zauberte, als sie mir ihre schief-dicken Megakekse hinschob und voll stolz sagte: „Die habe ich selbst gebacken.“
Beim Blick aus dem Fenster sehe ich ein paar Müllmänner, die Abfalltonnen abtransportieren. Das erinnert mich daran, wie ich heute Morgen noch meinen Müll in die Tonne geworfen habe und froh war, dass ich ihn endlich aus der Wohnung hatte. Auf dem Weg zum Parkplatz treffe ich eine junge Frau. Sie lächelt. „Kalt, nicht“, ruft sie mir zu. In meinen Schal gemummelt antworte ich: „Ja, sehr!“ Die Begegnung ist kurz. Dennoch hat sie Wirkung. Sie zeigt mir, dass ich zu sozialer Interaktion fähig bin und dass Kontakt auch problemlos sein kann.
Meine Gedanken setzen sich fort. Ich bemerke unzählige Situationen die mein Leben verändern. Oft sind sie nach Außen klein und unscheinbar, aber sie machen verdammt viel Sinn!

Wer feiert diese Alltagshelden?
Jeder gibt sein Bestes.
Im Job, in der Familie, im Ehrenamt, in der Freizeit…
Die Liste ist lang.
Sie alle hinterlassen Spuren.
Egal ob im Staub oder im Schnee – sie sind nicht weniger tief, als die eines Arztes in Afrika.

Merry Christmas für kleine Wunder! 💕