Verschwiegenheit und rituelle Gewalt

Schweigegebote werden oft als eine Methode der Täter angesehen, um ihre Taten zu vertuschen. Im Fall von ritueller Gewalt greift das zu kurz, denn sie sind auf Basis der dahinter stehenden Ideologie weit mehr als das.

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Organisierte und rituelle Gewalt – ein „Familienunternehmen“

In den letzten Tagen haben wir uns viel mit der Frage beschäftigt, weshalb es für viele Menschen so schwer ist, die planmäßige und gezielte Ausbeutung von Menschen in organisierten und rituellen Gewaltsystemen anzuerkennen. Was schafft die Barriere eine gewisse Unterwanderung unserer Gesellschaftsorgane für möglich zu halten und zuzuhören? Was an den Erfahrungsberichten von Opfern führt genau dazu, dass sie die Vorstellung von Außenstehenden so übersteigen, dass sie sie direkt für unmöglich halten? Die Grausamkeit der Schilderung mal bei Seite genommen, glaube ich, dass ein Problem immer noch die sprachliche und inhaltliche Mystifizierung dieser Vorgänge ist. Sie werden in den Bereich von Parallelgesellschaften verrückt und noch immer nicht als ein leider bislang ganz alltäglicher Teil von ein und der selben Gesellschaft gesehen. Sie sind nicht verborgen. Wir trauen uns nur nicht sie in der „Normalität“ zu sehen. Organisierte und rituelle Gewalt funktioniert im Grunde nicht anders, als jedes andere „Familienunternehmen“.

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Rituelle Gewalt und ich

In den letzten Tagen bewegt mich das Thema rituelle Gewalt im Innen wieder sehr. In den vergangenen Jahren habe ich mich in unterschiedlichen Formen dafür stark gemacht. Wir haben geschrieben, waren Teil von Selbsthilfeinitiativen, Vortragsrednerin sowie Ansprechpartnerin für Therapeuten und soziale Hilfen in unterschiedlichen Situationen. Neben unserer eigenen Heilung war es uns enorm wichtig unsere Geschichte zu teilen, sichtbar zu werden und damit indirekt vielleicht auch anderen Betroffenen zu helfen. Ich war immer ein Fan von klaren und präzisen Worten. Nun bemerke ich seit einiger Zeit eine Veränderung an mir.

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Frust, Durchhänger und Schäden der Berichterstattung über RG

Als organisierte sexualisierte Gewalt bezeichnet man die systematische Anwendung schwerer sexualisierter Gewalt in Verbindung mit körperlicher und psychischer Gewalt durch mehrere Täter und/oder Täterinnen oder Täternetzwerke. Häufig ist sie mit kommerzieller sexueller Ausbeutung, wie zum Beispiel Zwangsprostitution oder der Herstellung von Missbrauchsdarstellungen verbunden.

Dient eine Ideologie als Begründung oder Rechtfertigung von Gewalt, bezeichnet man dies als rituelle Gewalt. Eine solche Ideologie kann religiös sein und beispielsweise im Kontext von Sekten und Kulten vorkommen oder sich aus einer politischen Überzeugung, zum Beispiel in rassistischen oder faschistischen Gruppierungen, ableiten.

https://beauftragte-missbrauch.de/themen/definition/organisierte-sexualisierte-und-rituelle-gewalt

Ich merke wie sich die letzten Tage eine gewisse Frustration und Traurigkeit in mir breit macht. Mit bedauern bemerken wir, dass die negativen Kampagnen gegen Rituelle Gewalt durchaus auch in Deutschland zum Teil schlimme Auswirkungen für Betroffene haben. Behandler und Therapeuten, die ohnehin schwer zu finden waren, ziehen sich zurück und trauen sich zum Teil nicht mehr offensichtlich kund zu tun, dass sie Menschen mit dieser Geschichte behandeln. Die DIS-Diagnose wird vermehrt pauschal in Frage gestellt: „Ist das nicht das, was es nicht gibt. Naja, man weiß ja nicht, ob stimmt was sie sagen.“ Wenn das bei der Bewilligung von Sozialleistungen passiert, die deshalb versagt werden, ist das schnell gar kein Spaß mehr, sondern purer Existenzkampf. Wir wissen, dass wir für uns einstehen, dass unsere Erinnerungen real sind und dass wir uns davon in unserer Arbeit für Betroffene nicht unter kriegen lassen wollen und werden. Trotzdem haben wir heute einen Durchhänger und vielleicht muss das auch mal sein dürfen.

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Rituelle Gewalt – Wo sind die Frauen bei den Ritualen?

In der Regel hört man von Mädchen und Frauen als Vergewaltigungsopfer in rituellen Zeremonien und Orgien. Meist sind es Männer, die sie umgeben und die Gewalt ausführen. Aber stimmt diese Rollenverteilung wirklich immer so? In diesem Beitrag beschäftigen wir uns aus unserer persönlichen Sicht mit der Rolle der Frau in Ritualen jenseits der Opferposition.

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Wild Berry Lillet und ein Schaukelstuhl voll Sorgen

Ich nippe an meinem Pseudo-Wild-Berry-Lillet ohne Alkohol. Im Mund prickelt die Kohlensäure. Während die Dämmerung sich immer mehr Richtung Nacht schiebt, will ich einfach nur noch Ruhe. Ich bin müde – vom Kämpfen, vom irgendwie sein müssen, vom alles richtig machen und damit doch nichts als das nächste Burnout erreichen. Vom Termine haben, um sie absagen zu müssen, weil man sie ohnehin nur ausmacht, weil sie erwartet werden, obwohl man eigentlich längst nicht mehr kann und es ohnehin schwer ist zwischen all den Symptomen irgendwas zu planen. Vom sich erklären müssen weshalb, was, wann, wo nicht geht, wenn es nunmal so ist. Von all den Ansprüchen im Innen und im Außen.

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Prostitution – wieso Kondome verteilen!?

In den letzten Tagen denken wir wieder vermehrt über unsere Zeit nach, in der wir verkauft wurden. In verschiedenen journalistischen Beiträgen sieht man immer wieder Streetworkerinnen, die Kondome an Prostituierte verteilen. Auch wir erinnern Situationen, in denen Sozialarbeiterinnen in der Nähe auftauchten, um diese Dinge an die Frauen auf der Straße zu übergeben.

Ich frage mich bis heute, was das soll!?

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Öffentliche Sichtbarkeit und Gedanken von heute

Ich sitze auf dem Sofa. Meine Finger umschließen kalt das Handy. Während die Daumen auf dem Bildschirm tippen, sehnt sich mein Kopf danach sich in den Text fallen lassen zu können. Lange haben wir das nicht mehr gemacht. Einfach irgendwie den Moment begreifen, indem man ihm seine Sprache entlockt. Welche Worte würde er wohl wählen, wenn er sich beschreiben müsste?

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Sexuellen Missbrauch erkennen

Menschen sprechen immer wieder von Anzeichen auf sexuellen Missbrauch und erwarten Listen, die eine Einordnung ihrer Wahrnehmung eindeutig möglich machen. Wenn das Kind die Faktoren X, Y und Z aufweist, dann muss ich in diese Richtung denken. Die Wahrheit für mich ist eine andere: Egal wie lange diese Listen mit Symptomen sind, sie nutzen alle nichts, wenn das Gegenüber nicht bereit ist entsprechend aufmerksam zu sein und den Dialog sucht. Man könnte die Aufzählungen ganz schlicht abkürzen. Mit Missbrauch muss man immer rechnen! Das gilt auch für das unauffälligste Kind!

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Gedanken – Innen, Außen, Ausstieg

Ich stehe am Fenster und blicke nach draußen. In den Fingern drehe ich den Druckknopf meines Oberteils nervös hin und her. Die Sonne geht unter. Der Himmel schimmert rot. „Es ist vorbei“, denke ich, wie ich es jedes Mal tue. Ist das Hoffnung, Verzweiflung oder naiver Irrsinn? „Wieso schaust du mich nicht an?“, hat er mich gefragt, als er sich von hinten zu mir legte und seinen Arm um mich schlang. Ich schwieg. Meinen Kopf seitlich starr in das Kissen gedrückt folgte meine Aufmerksamkeit nur seiner Berührung auf meiner Haut. Ein Träger glitt langsam über meine Schulter. Ich starrte nach vorne. Irgendwie passierte alles hinter mir. Wenn ich nicht hinschauen würde, ist es sicher gar nicht da. Dann ist es nur ein rutschender Träger. Nichts weiter. Kein Mann, der ihn bewegt. Niemand der etwas von mir erwartet. Ich atme obwohl mir unwillkürlich der Atem stockt. Unangenehm. Viel zu nah. Obwohl ich so weit weg bin. Innerlich. „Darf ich deine Brust anfassen?“ „Was soll die Frage!?“, denke ich. Es wird ohnehin gleich passieren, egal was ich sage. Also schweige ich weiter. Er beginnt mich zu küssen und resümiert: „Heute brauchst du lange, bis du auftaust.“ „Ist das so?“, frage ich mich. „Brauche ich wirklich lange? Und wenn ja, wieso ist plötzlich so schwer, was früher mal so leicht war.“ Die Zeit vergeht, die Dinge passieren bis alles irgendwann damit endet, dass er zufrieden ist und ich ein weiteres Mal leer. Duschen. Aber wofür. Das meiste davon ist nicht abwaschbar. Dann steh ich am Fenster und starre in die beginnende Dunkelheit. Klamotten zurecht zupfen. Gehen. Nach Hause. Wo auch immer das ist. So tun, als wäre alles normal. „Es war schön mit dir“, flüstert er und ein Abschiedskuss trifft mich. „Wieso mach ich das!?“ fragt sich mein Kopf. „Wieso!?“

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