Stephanie Ilan oder auch: Das Grauen jeder aufgeklärten Frau lebt

Manchmal schaue ich gerne Talkshows wie den „Kölner Treff“. Seit ich selbst keinen Fernseher mehr habe, nutze ich öfter die Möglichkeit die Sendungen im Nachhinein im Internet zu verfolgen. Dabei stolperte ich über die Ausgabe vom 15.12.2017 in der Ilan Stephanie ca. ab der sechsundzwanzigsten Minute über ihre Erfahrungen mit Prostitution spricht. Ihr Buch „Lieb und Teuer“ erklomm die Bestsellerlisten. Meine Reaktion lag irgendwo zwischen Tobsuchtsanfall und kotzen.
Wer sich ihre – nicht nur für triggerbare Gemüter ungeeigneten – Aussagen selbst antun möchte, findet die Sendung hier:

Auf ihr Buch hat die Menschheit gewartet. Endlich findet sie Entlastung aus der Verantwortung um die miserablen Zustände in Prostitution und Menschenhandel. Die Freier können die Nutten wieder hemmungslos ficken, weil sie endlich Bestätigung finden, dass die lächelnden Maske der Prostituierten doch zu rechtfertigen, wenn nicht sogar echt ist. Also weshalb noch darüber nachdenken, warum die Frau das macht und was ihre Geschichte ist!? Endlich kann man wieder guten Gewissens in den Puff gehen. Schließlich ist das Image doch sauberer als gedacht und Ausbeutung lange nicht überall… Die Stephanie sagt’s doch schließlich auch!
So ziemlich allen Menschen, die in der Vergangenheit gegen die Ausbeutung in der Prostitution gekämpft haben, dürfte sich dabei der Magen umdrehen. Mit einem einzigen kleinen Fußtritt in Form dieser miserablen Lektüre wäscht Ilan die Gewissenswesten der Otto Normalverbraucher rein und eröffnet eine wunderbare Fluchttür aus der Auseinandersetzung mit den wirklichen Verhältnissen in der Prostitution. Sie verschleiert mehr, als dass sie Tatsachen aufdecken würde, geht hingegen selbst Lügen von Branche und Kolleginnen auf dem Leim. Wo bleibt die Reflexion und der Blick hinter die Fassade!? Man schreibt nur über ein System, wenn man es wirklich kennt und nicht, wenn man mit der Oberfläche kuscheln durfte. Dann nämlich besteht die Gefahr, dass man, wie hier Ilan, auch die Oberfläche nicht wirklich bewerten kann, weil man die Mechanismen dahinter nicht versteht. Es fehlt schlicht die Interpretationsgrundlage der Erfahrung.
Manchmal wäre Schweigen eben doch Gold.

Zwei Jahre arbeitete die Gute in einem Berliner Bordell. Selbstverständlich hat sie in dieser Zeit die Branche durchschaut und festgestellt, dass es durchaus Frauen gibt, die ganz freiwillig Prostituierte sind. Sie hätten keine negativen Vorerfahrungen, wie sexuellen Missbrauch erlebt und machten den Job gerne. Sie selbst sei rein aus Interesse in den Markt eingestiegen. Das Problem: Sie spricht nun als „Fachfrau“ über ein Milieu, von dem sie selbst nichts, ja noch nicht mal die Spitze des Eisberges kennt. Sie hat für viele Männer die Beine breit gemacht hat. Das hätte sie aber auch privat in ihrem Wohnzimmer haben können. Der Lerneffekt zum System „Prostitution“ wäre der gleiche gewesen – Null.
In der Zeit im Puff sei sie auch gefühlt vergewaltigt worden. Natürlich könne man aber dem Freier/Täter überhaupt keinen Vorwurf machen. Er war ja schließlich im Puff und hätte es ja nicht besser gewusst. Natürlich habe er „nichts illegales“ getan. Es sei rein ihr Empfinden gewesen.
Dies ist nur eine ihrer Aussagen, die allen negativen Klischees wie „Eine Prostitiuierte kann nicht vergewaltigt werden“ unnötig Stoff bieten.
Mit der Zwischenfrage ob es „Fair trade Puffs“ tatsächlich gibt, traf Pufpaff einen empfindlichen Nerv der Debatte. Angeblich gehörten alle Angestellten des Etablissements, in dem die Autorin arbeitete, in diese Kategorie.

In der Süddeutschen Zeitung betont sie:
„Der Job des Freiers ist oft härter als der einer Prostituierten.“
What the f… oh sorry, unpassend bei dem Thema. Aber was zur Hölle soll das denn heißen!? Sie erklärt es direkt mit ihren Thesen: Die Männer müssten ja ausblenden, dass eigentlich gar keine Erotik stattfinde und die Frauen ihnen etwas vormachen.
Öhm, ja bzw. nein! Genau deswegen gehen sie doch da hin. Weil sie nicht über die Menschlichkeit des Gegenübers nachdenken wollen, weil sie ihre Komplexe und Vorlieben dort einfach unreflektiert ausüben wollen und weil es noch nie, aber auch wirklich noch nie in der Prositiution um Sex ging. Es geht um die blanke Macht. „Ich habe bezahlt und du tust was ich sage, ob dir das passt oder nicht!“ Der Freier bestimmt.
Einige Zeilen weiter sagt Ilan im Interview:
„[…] selbst wenn man davon ausgehen würde, dass 95 Prozent aller Frauen in die Prostitution gezwungen werden, gäbe es bei geschätzt 400 000 Prostituierten in Deutschland immer noch 20 000 Frauen, die sagen: „Alice, mir geht’s im Puff besser als davor in meinem Bürojob.“
Ja, richtig: Sie sagen das. Aber was dahinter steckt muss nichts Gutes heißen. Die Lösung finanzieller Nöte etwa ist kein „besser gehen“ im Sinne einer erhaltenen Menschenwürde und Gewaltfreiheit. 20.000 Menschen klingt erst mal nach einer Menge. Ist aber gesehen auf die Gesamtbevölkerung Deutschlands die Nadel im Heuhaufen. Außerdem bezweifle ich grundsätzlich stark, dass die Frauen das auch so meinen und gut mit einem traumaerfahrenen Dissoziationsspezialisten reflektiert haben.  Die Dissoziationsrate auf dem Straßenstrich und in den Bordellen beträgt nämlich 100%. Das sich die Frauen abschalten, wird jede bestätigen. Anders könnte man den Job gar nicht machen. Wir hätten selbst gesagt es geht uns gut in den Strukturen in denen wir aufgewachsen sind, sobald uns jemand danach gefragt hätte. Natürlich wären wir, wie antrainiert, freiwillig da gewesen. Die Realität ist eine andere!

SZ: Es gibt Schätzungen der Polizei, die besagen, dass etwa 80 Prozent der Frauen in Deutschland sich nicht freiwillig prostituieren.
(Anmerkung meinerseits: Wenn das schonmal sogar die Polizei sagt…)
Die Frage ist: Was ist freiwillig? Gehen Sie freiwillig zur Arbeit? […]“
Da fehlen mir nur noch die Worte! Allein der Vergleich ist eine bodenlose Frechheit und zeigt wie wenig Stephanie Ilan wirklich verstanden hat. Denn in der Regel geht man sehr wohl freiwillig zur Arbeit, auch wenn sie manchmal mehr oder weniger lästig ist. Man verdient sich seinen Lebensunterhalt und wenn man nicht mehr möchte, kann man auch jederzeit zu Hause bleiben. Außer dem Wegfall des Gehaltes hätte man wohl nichts zu befürchten.
Das kann eine Prostitiuierte nicht. Ihr Leben ist zumindest psychisch davon abhängig nicht damit aufzuhören. Was hinter der Fassade von sogenannten Freudenhäusern vor sich geht, ist für die Seele der Hure das Grauen, dass niemand unbeschadet übersteht. Das kommt zurück, wenn die Dissoziation durch die Fortführung der Tätigkeit langsam absinkt. Es gibt immer mindestens die psychische Abhängigkeit. Dazu können die Zuhälter und/oder eine entsprechende Vorgeschichte kommen. Ausstieg aus der Prostituion heißt wie bei einem Junkie Entzug – Entzug von körpereigenen Opiaten und Endorphinen, die zur Linderung der Not ausgeschüttet wurden.
Dass übrigens auch Ilan Unterstützung danach nötig hatte, erwähnt die „glückliche Hure“ leider nur in einem Nebensatz.

Rp-online schreibt:
„[…] man könnte sagen, Stephani war eine Prostituierte, die es in der öffentlichen Wahrnehmung nicht gibt: Sie fühlte sich die ganze Zeit über frei und selbstbestimmt.“   
Zu recht. Die gibt es nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung nicht, sondern das ist Fakt. Auch wenn Stephanie keinen Missbrauch erlebt hat und keine anderen Traumata zu haben scheint, wie sie von sich selbst behauptet, glaube ich nicht an wirkliche Freiheit und Selbstbestimmtheit. Sie bestimmte rein äußerlich den Punkt des Einstiegs und des Ausstieges in das Milieu. Das mag sein. Welche inneren Mechanismen dazu führten sei dahingestellt.

Im gleichen Artikel sagt Ilan: „Zweitens, ich differenziere „Sex gegen Geld“ und „Sex unter Zwang““
Und wir differenzieren Sex und Machtausübung mit sexuellen Mitteln in der Prostitution! Und zur Machtausübung zählen wir übrigens auch das ach so nette Gespräch mit dem Freier, der meint alles erzählen zu dürfen und ein Anrecht auf Zuwendung zu haben, nur weil die Moneten rüber gewachsen sind. „Sex gegen Geld“ ist eben nicht „Sex auf Augenhöhe“. Das sind Gesellschaftliche Missstände. Punkt. Nichts davon ist besser oder schlechter.

SZ: Weshalb haben Sie aufgehört?
Ich habe mich gelangweilt.
Tja, so ist das, wenn man dissoziiert…

Schneller Broccoli-Rosenkohl-Auflauf

Wir mögen Aufläufe in allen Variationen.
Dafür gibt es mehrere Gründe: Sie gehen schnell, man kann alles in eine Form werfen und der Ofen macht das Essen alleine fertig.
In der gesparten Zeit können wir tun, was wir wollen und müssen nicht rührend am Herd stehen. Das spart uns Energie und Nerven in stressigen Zeiten.

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Zutaten: 
– 450g Rosenkohl
– ein kleiner Broccoli
– 2 Eier
– ca. 500ml Milch
– Streukäse
– Salz
– Pfeffer
– weitere Gewürze nach belieben

Die Eier mit der Milch und den Gewürzen verquirlen. Gemüse in eine Auflaufform geben. Mit der Eiermilch übergießen. Käse darüber streuen und ab in den Backofen.

Bei 180° Grad Umluft ca. 30 Minuten backen, bis der Käse goldbraun geworden ist.

Guten Appetit! 🍴😊

Was uns die Bachblüten über das Leben erzählen – Agrimony

Ich sitze auf meinem Bett und höre zu, wie mir eine mehr als flüchtige Bekannte erzählt, dass sie sich einfach nicht zeigen kann. Sie traue sich nicht ihre Maske abzulegen und sichtbar werden zu lassen, wie schlecht es ihr gehe. Niemand kenne sie wirklich. Dabei leide sie wie ein Hund. Nach Außen sei sie dennoch die strahlende Puppe.

Ohne großartig nachzudenken, fällt mir die Bachblüte „Agrimony“ ein. Echt zu sein, ist ihr großes Thema. Aufhören der Welt etwas vorzumachen und zu sich selbst zu stehen.
Nach einigen Sätzen verklingen die Erzählungen im Raum. Ich wende mich anderen Dingen zu, wohl auch, weil ich ihr derzeit gar nicht mehr helfen will. Bevor ich wieder bei Anderen sein kann, muss ich selbst Kraft tanken.
Die Gesprächsinhalte verhallen.

Was in meiner Seele hängen bleibt, ist die Präsenz des gemeinen Odermennigs. Ich spüre der gelben Blume nach. Es ist, als sage sie sanft, aber bestimmt: „Sei ehrlich! Hör auf dich zu verbiegen! Es gibt keinen Grund alles mit sich selbst auszumachen.“
Hmm,… aber darf ich das?
Die Welt besteht wohl auch aus dunklen Stunden. Das lässt sich nicht vermeiden. Man kann weder davor, noch vor sich selbst fliehen. Die Frage ist, wie man damit umgeht und ob Konflikte sichtbar werden dürfen, wenn sie auftreten.
Aber diese Erwartung an das Dauerlächeln wird nicht erst bei Konflikten spürbar. Wie oft haben wir es erlebt, dass uns jemand eine Freude machen wollte, wir uns aber so gar nicht darüber gefreut haben… eigentlich… Denn was wir spürten ist die innere Wunschhaltung an uns und die Traurigkeit, die wir auslösen würden, wenn wir „echt“ reagierten.
Wir haben in der Vergangenheit viel daran gearbeitet wieder mehr wir selbst sein zu dürfen und unsere Gefühle so zu zeigen, wie sie sind. Dennoch verstecken wir uns manchmal mit dem geheimen Seelenschmerz vor der Umgebung.
Im inneren halten wir noch einmal kurz das Bild der Pflanze vor unserem geistigen Auge. „Hab Mut du selbst zu sein! Du bist das Beste was dir passieren kann!“

Drei Tropfen in einem Wasserglas, werden zur heilsamen Begleitung zum Selbst.
Sichtbar sein als ganzes.
Agrimony als Essenz des Seins.

Vom Stellenwert der Akzeptanz

Wer kann mich sehen?
Wer kann mich AKZEPTIEREN?

Nicht mich Tolerieren!

Denn du tolerierst nur, wenn du nicht weißt, was du sonst tun sollst, außer die Person umzubringen. 

 

Sonbonfu Somé, Autorin, Rednerin und Lehrerin aus dem Stamm der Dagara 

Gute Zeiten

Im Allgemeinen versinken viele der Erinnerungen an unsere Kindheit hinter Schock und Schrecken im Schwarz. Immer wieder gab es aber auch Dinge, die sie trotz allem bereichert und positive Bilder im Kopf hinterlassen haben. Mit diesen Sachen hatten wir immer unseren Spaß. Teilweise finden wir es richtig schade, dass  sie gar nicht mehr hergestellt werden. Deswegen verfassen wir heute diesen Blogpost.

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Das sind unsere elf Erinnerungstücke, die unser Leben als Kind bunter gefärbt haben:

  1. Frufo: Das war unser absolutes Lieblingsjoghurt. Kein Erdbeerjoghurt der Welt kommt da bis heute dran. Und außerdem fehlen die Figuren in der Mitte. 😉
  2. Hugo: Dem kleinen Kobold aus der Fernsehshow haben wir immer gerne zugesehen. Später hatten wir auch ein PC-Spiel.
  3. Super Mario und Gameboy Color: Der vertrieb uns auch die Zeit, wenn wir uns mal nicht so viel bewegen konnten.
  4. Pumuckl und sein Meister Eder.
  5. Alf – Eine der Serien, die uns zum Lachen brachte.
  6. Tamagotchi in der ersten Generation: Es hat lange gedauert, bis wir auch eines bekommen haben, aber dann haben wir’s fleißig gefüttert.
  7. Die vielen bunten Schreibblöcke von Diddle-Maus, die in der Schule einen echten Sammelhype ausgelöst haben.
  8. Ed von Schleck in der orangen Variante.
  9. Das Kugellager-Jojo mit dem wir in der Grundschule Kunststücke geübt haben und das einfach jedes Kind haben musste.
  10. Die Filmdose mit den gesammelten Kügelchen aus den Tintenpatronen.
  11. Die Zaubertrolle mit den langen bunten Haaren.

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Die Sonrisas vom Distanzblog haben uns angesteckt. 😊
Sie haben auf ihrem Blog verschiedene Ideen zur Gestaltung eines Notizbuches für Menschen mit Traumafolgestörungen und DIS eingestellt.
Interessierte finden die wirklich tollen Entwürfe hier:
• „Organisation für komplexe Traumafolgestörungen 1“
• „Organisation für komplexe Traumafolgestörungen 2“
• „Organisation für komplexe Traumafolgestörungen 3“
• Unter den passwortgeschützten Beiträgen sind auch noch Anregungen dabei.

Da wir so begeistert waren, haben wir uns mittlerweile auch ein kleines Büchlein besorgt und angefangen darin zu schreiben. Bislang haben wir auf den klassischen Kalender und die Wochenübersichten verzichtet. Wir freuen uns einfach, wenn wir auf diese Weise mehr miteinander ins Gespräch kommen. Die lästigen Termine tragen wir in einen separaten Kalender ein, um sie nicht zum Hemmnis werden zu lassen, das Journal zur Hand zu nehmen. Gestern haben wir wichtiges für unsere Therapie darin festgehalten. Heute kam die Seite für schöne Momente dazu. Bei den „Happy Moments“ wollen wir kleine Glücksmomente festhalten. „Zeit für uns“ bietet den Wortraum uns bewusst mit unserem für Innen zu beschäftigen, gemeinsam ein Buch zu lesen oder etwas anderes zu unternehmen.

Wir sind gespannt, was sich im Laufe der Zeit noch so ergibt.
Vielen Dank liebe Sonrisas für diese Anregung! ❤️

Herzogin Kartoffeln mit Roter Bete

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Manchmal muss es bei uns einfach schnell gehen. Wenn es mir nicht gut geht, habe ich oft keine Kraft lange am Ofen zu stehen.
Heute haben wir uns deshalb für ein nicht ganz selbst zubereitetes Gericht entschieden. Bei den Herzogin Kartoffeln haben wir auf das fertige Produkt von Edeka zurück gegriffen. Das schmeckt uns von den Discountprodukten am besten. Es geht natürlich auch jede andere Sorte.

Die rote Bete haben wir klein geschnitten. Um uns die Finger nicht einzufärben, haben wir sie einfach in den Quickchef von Tupper geworfen und mit ein paar kräftigen Zügen durch’s Messer gejagt. Danach haben wir die Bete in einem kleinen Topf mit Sahne gekocht. Zum Würzen haben wir uns für ein Lorbeerblatt, etwas Salbei, Salz und Pfeffer entschieden. Weißer Balsamico rundet den Geschmack ab. Nach ein paar Minuten ist die rote Bete gar und man kann das cremige Gemüse essen.

Die Zutaten im Überblick:
– Drei Rote Bete (geht auch bereits gekocht)
– 200g Schlagsahne
– 1 Lorbeerblatt
– 1 Zweig Salbei
– 3 EL weißer Balsamico
– Salz
– Pfeffer

Beilagen nach Belieben. In unserem Fall z.B. die Herzoginkartoffeln.

Guten Appetit! 🍴 😊

„Schizophrenie ist doch auch nichts anderes“

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Manchmal könnte uns echt der Kümmel kommen.

Wir hatten einen Termin beim Hausarzt, um unsere Krankschreibung zu verlängern. Aufgrund des Umzuges ist dieser noch relativ neu. Mit im Gepäck hatten wir den Befundbericht aus der Traumaambulanz, auf dem die „Dissoziative Identitätsstörung“ klar als Diagnose festgehalten ist. Der Arzt fragte uns, ob es uns etwas bringe, wenn wir reden. „Wir sind schon froh, wenn wir hier nicht gleich als Schizophren wieder raus gehen. Mit ihren Kollegen haben wir da teils weniger gute Erfahrugen gemacht“, sagen wir in der Hoffnung, dass es hier besser laufen möge.
Was er erwiderte hat uns dann völlig aus den Schuhen gehauen: „Multiple Persönlichkeit ist doch auch nichts anderes als Schizophrenie, aber wenn es Ihnen lieber ist, dass wir das so bezeichnen. Zum schizophrenen Formenkreis gehört es für mich deshalb trotzdem. Es gibt eben Schizophrenie mit Traumahintergrund und welche ohne. Bei Ihnen müssen wir am Hintergrund arbeiten.“
Nun was sollen wir dazu sagen!?

Nein, wir nennen es nicht DIS, weil uns das einfach besser gefällt, sondern weil es schlicht völlig unterschiedliche Dinge sind! Daran das zu erklären, scheiterten wir allerdings. Von seiner Einstellung zu unserer Identitätsstruktur ließ er sich nicht abbringen. Was bleibt ist ein schwarzes Loch in das wir stürzen, als wir seine Praxis verlassen.

„Sie brauchen keine Angst haben, dass ich sie deswegen abstemple“, gab er uns mit auf den Weg.

Das wäre ja auch noch schöner!!! Arschloch.

Habt ihr Erfahrungen mit solchen Aussagen und wie reagiert ihr darauf?
Meine Schlagfertigkeit ging mir in dem Moment leider verloren. Ich wusste gar nicht mehr, was ich dazu sagen soll.

Eisige Liebe

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Unter meinen Schuhen knirscht das Gras vor Kälte. Nur ganz kurz wollte ich aus dem Haus. Einen kleinen Eindruck des Klirrens einfangen. Einen Schnippsel von 10×15 aus dieser riesigen Welt stanzen. Einen den man mit nach drinnen nehmen kann, ohne dass der Schnee schmilzt. Mein Atem gefriert in der Morgensonne. Die beschlagene Atemwolke wandert durch die Winterlandschaft bis über den Gartenzaun. Dort macht sie sich unsichtbar. Vielleicht hat sie auch ein Zwerg eingesammelt, der unter den roten Hagebutten seine Frühjahrspfeife rauchte. Wer weiß?
Der Rauhreif mochte nicht an den Bäumen halten. Zu trocken war es heute Nacht für die Wintergeister. Nur das Gras flüstert mit jeder meiner Bewegungen von zerbrechlicher Eisigkeit. Meine Fingerspitze berührt einen kleinen Halm. Schnell verliert er seine Steifheit in der körperwarmen Umgebung. Ich beobachte mit Staunen die neue Schwingungsfähigkeit. Gleichzeitig spüre ich, wie meine nackten Füße in den Halbschuhen sich dem restlichen Gras anpassen. Meine Erdung fröstelt, wie die Erde auf der sie halt findet. Mit vorsichtigem Schritt laufe ich über die Pflanzendecke zurück ins Haus. Auf Zimmertemperatur schmelzen meine Eindrücke in die Tasten. Zu Wortbildern zerflossen umschmeicheln sie das Foto. Die Natur hat heute Morgen ihre Fußabdrücke auf meiner Seele hinterlasssen. Zart und voll Gefühl. Mir versprochen, dass sie trägt. Auch in den eisigsten Momenten kann Liebe stecken. ❤️

# MeToo

Der Hashtag „MeToo“ geht seit über drei Monaten um diese Welt. Er soll es Betroffenen Frauen ermöglichen, das Ausmaß sexueller Gewalt deutlich zu machen. Die Medien berichten fleißig, über immer neue Äußerungen zum Thema aus der High Society.

Wir müssten uns eigentlich „MeToo“ auf die Stirn schreiben – immerhin sind wir Betroffene. Unsere Meinung zu der Kampange fällt allerdings nicht so positiv aus.
Das hat verschiedene Gründe:

Vor der Kritik will ich die Debatte zumindest kurz loben. Wir sind absolut dafür mit der eigenen Geschichte aufzustehen und die Stigmatisierung abzulegen. Die mutigen Frauen die sich bislang daran beteiligten, haben es geschafft die Thematik der sexuellen Gewalt zum Gesprächsthema zu machen.

Was mir nicht gefällt ist die Art und Weise.
„Me too“ heißt nichts anderes als „Ich auch“.
Was ich mich dabei nicht alleine Frage: „Ich auch was!? Was sagt das eigentlich aus?“ Für eines der brisantesten Themen unserer Zeit steht derzeit eine der farblosesten Phrasen dieser Welt.
Ich möchte ein Eis – Ich auch.
Ich war auf einem Konzert – Ich auch.
Ich würde belästigt – Ich auch.
Was all diese Beispiele gemeinsam haben, ist, dass kein Mensch weiß worum es eigentlich geht. Welches Eis? Auf welchem Konzert? Und was um alles in der Welt heißt, dass du auch sexuell belästigst wurdest? Was ist die Handlung, die dahinter steht? Wovon genau sprichst du? Mit dieser MeToo-Antwort ist überhaupt nicht klar worum es geht. Sexuelle Gewalt ist ein so weites Feld, mit so vielen Facetten, dass man jeden Einzellfall definieren muss. Wenn man möchte, dass Menschen sich wirklich mit einer Thematik auseinander setzen, muss man auch dazu sagen, womit sie sich beschäftigen müssen. Das ist Grundvoraussetzung um ernst genommen werden zu können. MeToo bringt gesellschaftlichen Druck das Thema wahrnehmen zu müssen und macht gleichzeitig den großen Fehler, das Thema nicht zu klären. Das löst nichts. Das bringt keiner Betroffenen etwas. Die Kampange ist langfristig geradezu verdammt, als Aufschrei hysterischer Frauen und Druckmittel von Emanzen gegen Männer unterzugehen. Es führt zu Nebenkriegsschauplätzen, die mich extrem wütend machen. Da fangen beispielsweise Männer allen Ernstes an zu fragen, wie sie sich denn noch verhalten dürfen, ohne beim Flirten der Belästigung bezichtigt zu werden. „Wie ein normaler respektvoller Mann!“, möchte ich diese Kerle anschreien, weil es darum schlicht überhaupt nicht geht. Sexuelle Gewalt und Belästigung hat NICHTS mit einem Flirt zu tun! Ein Flirt ist ein empathisches Ausloten von gegenseitigen Gefühlen. Belästigung und sexuelle Gewalt ist Grenzüberschreitung und Lust auf Macht, völlig ohne Rücksicht auf das Gegenüber. Die ganze Verunsicherung könnte man vermeiden, indem man gerade bei dieser MeToo-Kampagne dazu sagt, worum es sich bei den Vorwürfen handelt. Vielleicht gibt es dann hunderttausend verschiedene Arten betroffen zu sein, aber die gesellschaftlichen Probleme dahinter sind offen benannt.

Wir finden die Möglichkeiten der sozialen Medien zur Öffentlichkeitsarbeit toll. Gerade wenn es kein greifbares Gegenüber mehr gibt, müssen aber die Worte Klarheit schaffen. Sonst macht man es auch den Lesern zu einfach „zu fliehen“. Sexuelle Gewalt ist eben kein Hollywood-Problemchen und „MeToo“ eigentlich kein Aufschrei von Trittbrettfahrern.