Wild Berry Lillet und ein Schaukelstuhl voll Sorgen

Ich nippe an meinem Pseudo-Wild-Berry-Lillet ohne Alkohol. Im Mund prickelt die Kohlensäure. Während die Dämmerung sich immer mehr Richtung Nacht schiebt, will ich einfach nur noch Ruhe. Ich bin müde – vom Kämpfen, vom irgendwie sein müssen, vom alles richtig machen und damit doch nichts als das nächste Burnout erreichen. Vom Termine haben, um sie absagen zu müssen, weil man sie ohnehin nur ausmacht, weil sie erwartet werden, obwohl man eigentlich längst nicht mehr kann und es ohnehin schwer ist zwischen all den Symptomen irgendwas zu planen. Vom sich erklären müssen weshalb, was, wann, wo nicht geht, wenn es nunmal so ist. Von all den Ansprüchen im Innen und im Außen.

Weiterlesen

„Spiegel“mythen – Lobbyarbeit unter dem Deckmantel des wissenschaftlich fundierten Journalismus

Wenn die Politik der Presse vorschreibt, was sie zu denken hat, nennt man das Zensur. In Deutschland gilt die Pressefreiheit als hohes Gut, um einseitige Meinungsbildung und die Nutzung der Medien für gezielte Desinformation der Bevölkerung im Sinne der Mächtigen zu vermeiden. Wie aber nennt man es, wenn die Presse, wie etwa der „Spiegel“, anfängt den Spieß umzudrehen und ihre Machtposition nutzt, um Politik zu beeinflussen? Was passiert, wenn entgegen der Presseethik aus neutraler Berichterstattung Lobbyarbeit wird, die sich hinter dem Deckmantel von Wissenschaftlichkeit versteckt? Und wie geht man damit um, wenn plötzlich mit für eigene Belange schön zitierten und verdrehten Quellen ganze Bevölkerungsgruppen in einer Art populistischen Pressearbeit nach dem Motto „Wir sind das Volk und sonst niemand“ in Artikeln wiederholt pauschal verleumdet und denunziert werden?

Weiterlesen

Vergewaltigungs-Kultur – Rammstein, Lindemann und vorhersehbare Entwicklungen

Die Nachrichten, die man derzeit zu Till Lindemann und Rammstein-Konzerten liest, sind schrecklich. Junge Mädchen seien dort gezielt ausgewählt und gefügig gemacht worden. Jeden Tag kommen mehr Einzelheiten ans Licht. Eine Frau erstattete Anzeige nachdem sie Sex mit Lindemann abgelehnt hatte und daraufhin mit K.O.-Tropfen wehrlos gemacht worden sei. Mit Verletzungen kam sie anschließend zu sich. Die große Überraschung, die eigentlich keine ist: Lindemann tut, was er mit seinen Texten seit Jahren propagiert.

Weiterlesen

Prostitution – wieso Kondome verteilen!?

In den letzten Tagen denken wir wieder vermehrt über unsere Zeit nach, in der wir verkauft wurden. In verschiedenen journalistischen Beiträgen sieht man immer wieder Streetworkerinnen, die Kondome an Prostituierte verteilen. Auch wir erinnern Situationen, in denen Sozialarbeiterinnen in der Nähe auftauchten, um diese Dinge an die Frauen auf der Straße zu übergeben.

Ich frage mich bis heute, was das soll!?

Weiterlesen

Schlimm, schlimmer, am schlimmsten!

Auf Instagram hab ich heute einen kurzen Beitrag dazu gepostet, dass wir uns oft im Gewaltkontext nicht trauen Dinge in mehr oder weniger schlimm einzuordnen, obwohl ich das prinzipiell als eine gesunde Reaktion ansehe, solange es kein Versorgungsdefizit für den einzelnen Betroffenen zur Folge hat. In diesem Artikel möchte ich meine persönlichen inneren Kämpfe und Sichtweisen als Ergänzung schildern. Achtung, der Einstieg kann als provokativ empfunden werden!

Weiterlesen

Öffentliche Sichtbarkeit und Gedanken von heute

Ich sitze auf dem Sofa. Meine Finger umschließen kalt das Handy. Während die Daumen auf dem Bildschirm tippen, sehnt sich mein Kopf danach sich in den Text fallen lassen zu können. Lange haben wir das nicht mehr gemacht. Einfach irgendwie den Moment begreifen, indem man ihm seine Sprache entlockt. Welche Worte würde er wohl wählen, wenn er sich beschreiben müsste?

Weiterlesen

„Spiegel“ verkehrt – was Priester mit ritueller Gewalt zu tun haben

Manchmal frage ich mich, ob @spiegelmagazin eigentlich seine eigenen Beiträge liest und vor allem versteht…

Weiterlesen

Sexuellen Missbrauch erkennen

Menschen sprechen immer wieder von Anzeichen auf sexuellen Missbrauch und erwarten Listen, die eine Einordnung ihrer Wahrnehmung eindeutig möglich machen. Wenn das Kind die Faktoren X, Y und Z aufweist, dann muss ich in diese Richtung denken. Die Wahrheit für mich ist eine andere: Egal wie lange diese Listen mit Symptomen sind, sie nutzen alle nichts, wenn das Gegenüber nicht bereit ist entsprechend aufmerksam zu sein und den Dialog sucht. Man könnte die Aufzählungen ganz schlicht abkürzen. Mit Missbrauch muss man immer rechnen! Das gilt auch für das unauffälligste Kind!

Weiterlesen

Petition gegen die Entschärfung des Strafrechts von Kinderpornografie

Liebe Community, wir brauchen eure Unterstützung!

Weiterlesen

Chirurgen kollektiv entlassen!

Wie der „Spiegel“ in seinen Artikeln berichtete, kam es in der Vergangenheit wiederholt zu Kunstfehlern durch Chirurgen mit schwerwiegenden Folgen für die Patienten. Gefordert wird deshalb nun ein allegemeines Behandlungsverbot für Menschen mit chirurgiepflichtigen Erkrankungen. „Das Gefährdungspotential sei zu groß als dass man zukünftig das Risiko für die Bevölkerung noch tollerieren könne.“ Man habe sich deshalb entschlossen nach den bewegenden Enthüllungsgeschichten des Qualitätsjournalismus sämtliche Chirurgien des Landes umgehend zu schließen, so der Vorsitzende der Ärztekammer. Polytraumatisierten Menschen und schwerverletzten wolle man aus Vorsicht künftig kein Gehör mehr schenken. Behandlungen dürften nicht auf Basis von Verschwörungstheorien basieren. Das könne man nur vermeiden, wenn alle Ansätze den Patienten mit ihren Behauptungen, dass etwas aufgrund äußerer Ereignisse schmerzen macht, überhaupt zu glauben und zuzuhören radikal unterbunden werden. Bewiesen werden könne das nämlich nicht. Es handle sich um rein subjektive Wahrnehmungen. Erfahrungswissen sei hier nicht evidenzbasiert genug, um einen Behandlungsbedarf daraus ableiten zu dürfen.

Von Einwänden, dass schwer erkrankte Menschen aufgrund dieser Maßnahmen keine Hilfe mehr finden und ggf. mit ihren real erlittenen Erfahrungen im Stich gelassen werden, dürfe man sich nicht irritieren lassen. Eventuell hat die Chirurgie in den letzten Jahren durch zitierte Forschungen ganz gezielt den Eindruck erweckt Leben auch retten zu können und den angsterfüllten Patienten eine Chance geboten. Dies jedoch erkennen wir nun kollektiv als falsche Maßnahme an. Man dürfe die einzelnen Kollegen, die Kunstfehler begangen haben, nicht getrennt von ethisch und technisch einwandfrei verlaufenen Eingriffen durch Ärzte sehen, die die Lebensqualität der Patienten in überwiegenden Maß deutlich verbesserten. Es sei besser alle untergehen zu lassen, als sich über gezielte Maßnahmen Gedanken machen zu müssen, den Schrecken der Verletzten weiter in den Notaufnahmen zu sehen und an die verschwörerische Existenz von Eigenverantwortung der Patienten zu glauben. Aufklärungsbögen sind ihrem geistigen Horizont nicht zuzumuten.

Wieso darf man das so mit den Opfern extremer Gewalt und ihren Behandler_innen machen!? Was gäbe es wohl für einen Aufschrei, wenn diese Journalisten in anderen Fachbereichen der Medizin so agieren würden wir aktuell in der Berichterstattung zu ritualisierter Gewalt!? Behandlungsfehler und die Folgen sind schrecklich für die Betroffenen. Dennoch gibt es nicht das Recht alle Patient_innen und Psychotherapeut_innen über einen Kamm zu schären und damit sämtlichen Betroffenen wirkungsvolle Behandlung bei Fachleuten zu versagen, die zu dieser Thematik arbeiten!