Von gesellschaftlichem Hohn an den Opfern über Täterhilfen

In den letzten Tagen wurde ein großes Netzwerk von Pädokrimnellen in Deutschland aufgedeckt und eine von ihnen betriebene Plattform im Darknet abgeschaltet. Die Täter sind deutschlandweit verteilt. Gefunden wurde die enorme Menge von 13,5 Terabyte an Kinderfolterdokumentation, Millionen von Bildern und Videos – eine schier ermittlerisch bislang nicht zu bewältigende Datenmenge. Bereits Mitte September gelang der Staatsanwaltschaft Bamberg in einem weiteren Fall ein Schlag gegen einen Pädophilenring. Ein Kind konnte befreit werden. Es geht ihm entsprechend der erlittenen Gewalt aktuell sehr schlecht.

Was mir nun in letzter Zeit bei derartigen Medienberichten im Internet auf den Plattformen großer Presseberichterstatter sauer aufstößt, ist der Hinweis im Text auf sog. Hilfestellen für Täter und Projekte wie „Kein Täter werden“. Was soll das!?

Ich weiß nicht, ob aus Verzweiflung darauf aufmerksam gemacht wird, wo man sich mit derartigen Neigungen Hilfe holen kann. Vielleicht schafft das dem ein oder anderen Hoffnung, dass man solche Taten verhindern könnte. Dennoch ist das völlig Fehl am Platz! Ich muss euch enttäuschen! So funktionieren diese Täter nicht!

Diese Berichte erzählen vom Leid unzähliger Kinder, denen in unserer Gesellschaft nicht geholfen werden kann, weil es keine Anlaufstellen gibt, die sich explizit mit diesem Ausmaß an Gewalt und ihren Strukturen befassen. Die Taten an den Betroffenen werden medial immer wieder pauschal geleugnet und ins Lächerliche gezogen. Die Opfer dürfen und können sich nicht frei äußern. Ein Ausstieg aus den Täternetzwerken ist hart und nicht damit bewältigt, dass die Polizei ein Kind befreit. Die dazugehörigen inneren und äußeren Prozesse brauchen bei den Betroffenen eine viel umfassendere Betrachtung. Täter gehen nicht einfach, nur weil sie sollen und Bindung verpufft nicht, weil sie jemand für schlecht erklärt. Die meisten Therapeuten heben die Hände, weil sie die Gesamtlast der extremen Traumata nicht ertragen und Opfer bleiben bislang im Überlebenskampf weitgehend auf sich gestellt.

Da mag ein schickes Täterprojekt für das Gewissen leichter umzusetzen und verlockend sein. So könnte man ja was für die Betroffenen tun ohne sich wirklich mit ihnen auseinandersetzen zu müssen!? In Berichten von organisierter Gewalt an Kindern auf Therapie für Täter hinzuweisen, ist ein Hohn für alle Betroffenen und die Leugnung ihrer Realität! Ihre Täter werden nicht ehrlich willens sein in Therapie zu gehen – es sei denn man kann es nutzen, um das Strafmaß zu drücken. Wohl aber, werden ihre Täter sich auch an diesen Stellen, als das Opfer darstellen und die gesellschaftliche Hand gerne annehmen: „Der ist halt krank und kann nichts dafür.“

Presse ist keine Plattform für Täter! Presse ist keine Spielwiese für Täterlobbyismus und Pädophilie keine ganz normale sexuelle Orientierung, die gesellschaftsfähig werden kann, wenn man sich aber bitte Hilfe sucht! Diese völlig falsche und unangebrachte Toleranzbewegung für Pädophile halte ich für extrem gefährlich! Bei Gewalt gibt es keinen Toleranzspielraum! Täter sind bei klarem Bewusstsein. Sie können sich – egal ob mit oder ohne Therapie – dafür entscheiden keine sexualisierten Handlungen an Kindern vorzunehmen. Ihre Gelüste müssen sie nicht frei äußern dürfen, um sich helfen zu lassen. Es reicht, wenn sie das bei ihren Therapeuten tun – ohne öffentliche, vervielfältigende Plattform! Pädophil zu sein, ist nicht ganz normal und da können wir auch nicht drüber reden! Ich finde es erschreckend wie wohlwollend und normalisierend der Täterlobbyismus auf diesem Weg seit einiger Zeit in die Köpfe der Gesellschaft transportiert wird!

Organisierte Gewalt und Folter von Kindern in diesem Ausmaß hat nichts mit Pädophilie zu tun und ist keine Krankheit! Sie verdient ihr Geld auch nicht mit „Pädophilen“, sondern mit Menschen die Lustgewinn am Verbrechen haben – bei gesundem Menschenverstand. Das mag hart sein, aber immer mehr die rosarote Brille über die Lust auf Kinder zu legen, weil es so schlimm zu ertragen ist, wie viele Menschen in der Hinsicht gestört sind, verschlechtert massiv die Zustände für die Betroffenen!

Der Respekt vor den Opfern gebietet es aus meiner Sicht, dass in derartigen Artikeln erst mal spezialisierte Anlaufstellen für sie stehen, (die erst noch geschaffen werden müssen!). Sie hatten im Gegensatz zu den Tätern keine Wahl! Sie werden vor Gericht und in der Gesellschaft, um ihre Glaubwürdigkeit kämpfen müssen, während der Täter keinen Finger krumm machen muss und anwaltlich gepampert wird. Bei all den gefundenen Belegen und Beweisen, wird man sie dennoch immer wieder in Frage stellen. Sie werden sich um Plätze bei den wenigen Therapeuten bemühen müssen, die überhaupt bereit sind, sich mit diesen Gewaltformen zu beschäftigen. Sie werden erleben, dass professionelle Helfer wieder aussteigen, wenn das Ausmaß der Gewalt und Traumafolgen den für sie erträglichen Rahmen sprengt und vieles ganz alleine heilen müssen. Ihre Helfer und Therapeuten werden dem Täterlobbyismus und der gesellschaftlichen Denunziation stand halten müssen. Viele Opfer werden an den Gewaltfolgen sterben, weil kein System da war, dass sie auffängt und behandelt.

Es werden Netzwerke organisierter Gewalt an Kindern ausgehoben. Über ihr Leid wird berichtet ohne, dass die Opfer an dieser Stelle ein Mitspracherecht haben: Öffentliches Interesse. Ihre Grenzen werden permanent überschritten und über sie bestimmt. Presse nimmt sich heraus ebenfalls ihr Geld an ihrem Leid zu verdienen.

Das Mitgefühl und die helfende Hand der Gesellschaft hat in der Berichterstattung vollkommen bei Ihnen zu sein und nicht bei den handlungsfähigen Tätern. Das ist das Mindeste!

2 Kommentare zu “Von gesellschaftlichem Hohn an den Opfern über Täterhilfen

  1. Meine ketzerische Frage: kann das überhaupt anders sein in einer Gesellschaft, die lediglich vorgibt, „Gut“ und „Böse“ zu unterscheiden? Die nur einen Götzen anbetet: schrankenlose Selbstverwirklichung?
    Eine solche Gesellschaft muss „Machern“ (Täterinnen und Tätern) Aufmerksamkeit schenken und Opfer geradezu als für ihr Schicksal verantwortlich und somit als förderungsunwürdige Versager sehen.

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