„Spiegel“ verkehrt – was Priester mit ritueller Gewalt zu tun haben

Manchmal frage ich mich, ob @spiegelmagazin eigentlich seine eigenen Beiträge liest und vor allem versteht…

In der aktuellen Ausgabe Nr. 19/2023 publiziert „Der Spiegel“ einen Beitrag über organisierten sexuellen Missbrauch in der Diözese Trier. Ein Neffe, selbst Kriminaltechniker beim BKA, hatte im Nachlass seines Onkels zahlreiche kinderpornografische Aufnahmen gefunden und das öffentlich gemacht. Sein Onkel habe Treffen mit Priestern und Bischöfen arrangiert. Auf dem Datenmaterial seien Bilder mit Bezug nach Afrika zu sehen, wo er sich in seiner Amtszeit engagierte. Die sexuelle Ausbeutung von afrikanischen Stipendiaten steht im Raum, die oft in seinem Haus gewesen seien. Aber auch Messdiener, Pfadfinder und andere Jugendliche seien in sexuellen Posen mit dem Onkel zu sehen. Die Ermittlungen laufen. „Die Kommission spricht zudem von Hinweisen auf einen überdiözesanen Pädosexuellenring.“ Die Amtsvorgesetzten wussten seit den siebziger Jahren über die Taten bescheid, unternahmen jedoch nichts und ließen ihn bis zum Tod weiter im Amt gewähren.

Nur zur Info: Dieser „überdiäzösane Pädosexuellenring“, der so ganz beiläufig in einem Satz erwähnt wird, bedeutet in dem Fall unterm Strich auch, dass Hinweisen auf rituellen Missbrauch nachgegangen wird.

Bei ritueller Gewalt handelt es sich per Definition um planmäßig und systematisch ausgeführte Gewalt, die wiederholt nach einem bestimmten Muster ausgeführt wird und in ein Glaubenssystem / eine Ideologie eingebettet ist.

Klingelts!?

Aber das ist natürlich schwierig zu erkennen, wenn man sich verkürzt schön definiert, dass nur von Therapeuten erfundene, satanistische Männer in schwarzen Kutten diese Gewaltform abbilden, um sie und die Opfer pauschal zu denunzieren, gell? Wenn die schwarze Kutte ein katholischer Geistlicher mit seiner Ideologie trägt, dann tut der Spiegel mal so, als wäre das was ganz anderes und regt sich in den Artikeln ganz bestürzt darüber auf, wo sie doch grade noch an anderer Stelle so herablassend Hexenjagd betreiben und stolz drauf sind, dass die Beratungsstelle der katholischen Kirche in Münster geschlossen wurde. Ein Schelm, wer dabei böses denkt… wo doch die katholische Kirche…

Ein Kommentar zu “„Spiegel“ verkehrt – was Priester mit ritueller Gewalt zu tun haben

  1. Ich finde den Satz, den Du da zitierst sehr gut bzw. treffender als manche andere Bezeichnung zu ritueller Gewalt: „Bei ritueller Gewalt handelt es sich per Definition um planmäßig und systematisch ausgeführte Gewalt, die wiederholt nach einem bestimmten Muster ausgeführt wird“. Denn meist verbinden sich bei den allg. Bezeichnungen in den Köpfen Bilder, die nur vereinzelt tatsächlich vorkommen in dieser Pädophilen Gesellschaft, die ein falsches Bild zeichnet – es ist viel weiter verbreitet, als selbst ich als Betroffene es ich ausdenken konnte. Und wie gut, dass dies jetzt mehr und mehr ans Licht kommt – in diesen schrecklichen Zeiten.

Hinterlasse eine Antwort zu Melina/Pollys Antwort abbrechen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..