Vergewaltigung vergessen

Kann man eine Vergewaltigung überhaupt vergessen? Diese Frage stellen sich viele Frauen, die sich erst wesentlich später wieder an die erlittene Gewalt erinnern. Wenn Erinnerungen plötzlich auftauchen verunsichert das meistens massiv. Alles erscheint wie im Traum und ist doch so furchtbar real. Wir wollen in diesem Blogpost eine unserer Erfahrungen schildern, bei der wir den Prozess des Vergessens in Raten live mitverfolgen konnten. Natürlich gibt’s es auch die Erlebnisse, die bereits während des Ereignisses selbst vollständig in der Dissoziation verschwanden. Diese eine Tat hat diesen Vorgang für uns aber nochmal nachvollziehbarer werden lassen.

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Impfpflicht – Der Flashback meines Lebens

Bevor wir damit Anfangen zu erzählen, wie die Lage derzeit bei uns ist, möchten wir uns aus ganzem Herzen bei euch bedanken! Wir waren tief berührt von so viel Zuspruch, lieben Worten und hilfreichen Gedanken zu unserem letzten Beitrag! Noch immer können wir kaum in Worte fassen, was euere Kommentare mit uns machen. Die Anteilnahme war positiv überwältigend. 😊 Ihr seid die Besten! Danke! ❤️

Wir sitzen gerade in unserem Sessel, als wir damit anfangen hier unsere Gedanken der letzten Tage noch einmal zu ordnen. Die Katze streckt sich zu uns hoch um auszuspähen, ob auf unserem Schoß neben dem Laptop noch Platz für sie wäre – vielleicht auch einfach auf der Tastatur. Unser Körper schmerzt. Gleichzeitig lichtet sich der tiefe Nebel in dem wir gefangen waren. Ohne Hilfe hätten wir es nicht geschafft. Viele Unterstützerinnen haben in den letzten Wochen unvorstellbar viel geleistet, um uns ein Weiterleben zu ermöglichen. Nun, da der Auslöser unseres Zusammenbruchs deutlich wird, ändert sich unsere Lage. Von Außen so banal und im Innen so verheerend war es die Debatte um die Impfpflicht, die eine alte Gehirnschublade schließlich aufspringen lies. 
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Volles Leben und trauriges Sterben

Der erste Mairegen prasselt auf die Balkonbretter. Rund um mich herum blüht, wächst und grünt es. Die Natur genießt die weibliche Kraft des Wassers nach der langen, trockenen Sonnenphase. Dieses Jahr wird mir besonders bewusst wie viel die Pflanzen seit unserem Umzug vor einigen Jahren gewachsen sind. Es scheint als wären sie in ihrer neuen Heimat nun richtig angekommen. Wir haben uns hier gemeinsam verwurzelt. Als eingespieltes Team pflegen wir uns gegenseitig. Ich sorge für Nährstoffe, Wasser und Schutz und darf dafür nach Herzenslust mitten im Grün meinen Gedanken nachhängen und Energie tanken. Missen möchte ich diese Zauberwelt nicht mehr. Mitten im gebündelten Leben holt uns seit einigen Tagen jedoch der Tod ein.

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Bei der Gundelrebe zu Gast

Ich sitze im Garten. Ein Teppich aus zarten lilablauen Blüten säumt mir den Weg. Mein Herz hüpft aufgeregt. Was sie heute wohl zu erzählen hat, die Gundel? Die Sonne scheint. Bis jetzt kam ich nicht zur Ruhe. Nun aber kann ich mir etwas Zeit nehmen und den Pflanzengeisterchen lauschen. Dieses Jahr berührt mich die Gundel besonders. Vielleicht liegt es daran, dass sie eine große Heilerin für die tiefen, eitrigen Wunden in uns ist – sowohl körperlich als auch seelisch. Ihre Tinktur löst sanft die alten Schmerzen und hilft Verletzungen von innen heraus abheilen zu lassen. Man sagt, in ihr wohnen die guten Hausgeister. Sie verbindet mit Himmel und Erde gleichermaßen und steht damit für Ausgewogenheit von männlichen und weiblichen Energien. Wann immer ich mich in sie hineinvertiefe, fühle ich mich wunderbar ganz, weil sie auf ihre ganz eigene Weise Harmonie vermittelt ohne irgendeine Facette ablehnen zu müssen. Ich komme ins schwärmen, wenn ich über meine Gundel nachsinne.

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Broken Heart – Mein Weg zu den Gefühlen hinter der Dissoziation

„Wie geht es dir?“, hallen die Worte unserer besten Freundin in mir nach. „Ja, wie geht‘s mir eigentlich?“, wiederhole ich innerlich die Frage noch lange nachdem die Unterhaltung beendet ist.. „Und dieses Ich, dem‘s da irgendwie geht – wer ist das eigentlich?“, füge ich hinzu. Es ist Ostern. Potenziell steht diese Zeit im Jahr ganz weit oben auf der Schmerzskala. Die Erinnerungsdichte ist an diesen Feiertagen so hoch, dass ich in den vergangenen Jahren bereits wegen manifesten Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Organisch bin ich gesund, doch mein gebrochenes Herz wurde in diesen Momenten als tiefe Wunde körperlich spürbar. Intensivstation und lange Überwachung viele Jahre nach der Gewalt. Körperlich blieb diese Heftigkeit in den letzten Tagen aus und ich hoffe, dass das so nie wieder sein wird. Die Angst aus dem Nichts wieder in eine derartige Situation kommen zu können wohnt immer noch in mir. Gelernt habe ich dadurch vor allem eines: Körper, Seele und das was wir bewusst davon spüren sind völlig unterschiedliche Welten.

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Löwenkräfte beim Karfreitagskaffee

Die Nacht ist vorbei. Auf dem Balkon beobachte ich die ersten Bienchen dabei wie sie ihre kältesteifen Glieder in der Morgensonne wärmen. Wir tun es ihnen gleich und strecken unsere Arme und Finger nach oben. Eine Tasse Kaffee würde uns jetzt gut tun. Erst einmal atmen, danach die Pollen ausniesen und sich freuen, dass wir die Nacht überstanden haben. Auf dem Weg zur Kaffeemaschine werfe ich mir eine Allergietablette ein, bevor ich von meinen Nachbarn zur Unerwünschten Nummer 1 erklärt werde. Danach setze ich mich nach draußen. Ein leicht frischer Wind weht und ich frage mich, was der Tag wohl so bringen wird.

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Die positive Sicht der Dinge – Weshalb es einen Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität von persönlichen Stärken gibt

Wir waren von Lunis Beitrag zu Stärken durch Traumatisierung sehr bewegt. In unserem letzten Artikel haben wir ihn deshalb verlinkt. Je länger wir darüber nachdenken, umso mehr fällt uns dazu ein. Das Thema zeigt sich als komplexer, als ich es anfangs wahrgenommen habe. Deshalb möchte ich mich hier noch einmal detaillierter dazu äußern.

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Ich bin kein fucking Superheld — Ein:T:R:aum:A:partment

Die lieben Lunis haben sich in einem Beitrag mit dem Thema Stärke nach Traumatisierungen auseinandergesetzt. Weil wir Ihnen in dem Punkt ganz unabhängig von Corona uneingeschränkt zustimmen, verlinken wir euch heute ihren Artikel auf unserem Blog. Wir haben durch die Traumatisierungen keine Superherostärken entwickelt und können auch nicht besser mit Krisen umgehen, weil wir sie ohnehin gewohnt sind. Manchmal ist die Mentalität von „Positiv thinking“ und Ressourcenorientierung nichts anderes als Gewalt gegen die Opfer. Wir haben keine Stärken gewonnen, weil man uns gebrochen hat. Im Gegenteil – wir sind daran kaputt gegangen. Dass wir heute leben und kämpfen ist keine Stärke, sondern eine Notwendigkeit in die man uns gezwungen hat. Jede Krise und Unsicherheit ist für uns so mies wie die Erste. Man gewöhnt sich genau so wenig an Not- und Konfliktsituationen, wie man sich an Vergewaltigungen und Gewalt gewöhnt. Es gibt keine pauschalen Bewältigungsskills und Stärken für Scheiße im Leben. Was sich letztlich stellt ist die Frage, ob man von Stärken und Ressourcen sprechen möchte, wenn man von Fähigkeiten redet, die man ohne ständige Lebensbedrohung gar nicht entwickelt hätte – die also kein Mensch haben sollen müsste und die im Grunde nur die völlige Zerstörung gesunder Interaktionsmuster durch die Traumata belegen! Wenn ich entspannt auf eine äußere Bedrohung regieren kann, spricht das dafür, dass ich meine eigenen Gefühle abspalte und ich mir damit meine Menschlichkeit verbiete, weil ich sie nicht ertrage und lebensgefährlich einstufe. Die Corona-Krise ist eine Bedrohung! Auch wenn man die Gefahr zu erkranken für sich als gering einschätzt, so sollten zumindest die massenhaft verordneten Freiheitsberaubungen und Einschränkungen unserer Grundrechte zu denken geben. Wer davon gänzlich unberührt bleibt, beweist eher eine Schädigung im emotionalen Erleben, als eine wirkliche Stärke. Das hat mit Besonnenheit nichts mehr zu tun, denn um besonnen zu handeln muss ich mich vorher von etwas besonders bewegen haben lassen – so sehr, dass ich das Potenzial spüre, dass es mir den Boden nimmt.

Ich weiß gar nicht wie die Schwurbel-Schworbs darauf kommen, dass wir im letzten Beitrag über irgendjemand anderen geschrieben haben, als über uns persönlich. Wieso sollten wir über irgendjemand anderen urteilen, irgendjemand zum schwachen Opfer degradieren, damit? Ich verstehe es nicht. Nein, ich bin kein fucking Superheld. Ich habe keine Superkräfte. Und die Mentalität von “Was […]

Ich bin kein fucking Superheld — Ein:T:R:aum:A:partment

Corona-Blues und Sonnenbalkon

Wir sitzen völlig geschafft im Schlafzimmer. An unseren Schleimhäuten spielt Erdbeer-Vanille-Duft Sommer. Der Tee zieht. Obwohl wir unsere Füße seit einigen Minuten hochlagern, haben wir unaufhörlich das Gefühl die Knöchel pochen vom Blutfluss. Sie kribbeln leise vor sich hin und wimmern, als wollten sie ganz deutlich sagen: „Beweg‘ dich nie wieder aus deinem weichen Bett.“ Ein Wunsch den ich nur zu gerne erfüllen will – zumindest für heute. Während die erste Fliege dieses Jahres mich blöd surrt, komme ich ein bisschen in diesem Tag an, dem ich so lange entflohen bin, dass er schon fast vorbei ist, bevor ich Ihn realisieren kann. Er begann mit einem schrillen Weckerton und endet abrupt ganz kurz nach dem Aufstehen, weil die Zeit dazwischen so schnell war.

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Von der Gefühllosigkeit des Unfassbaren

Im Leben nach dem Ausstieg aus organisierter und ritualisierter Gewalt gibt es sicher viele Gründe weshalb trotz verheerender Erinnerungen nach außen nur eine rationale Fassade tritt. Ganz vorne bei den Erklärungsansätzen sind beispielsweise die Auswirkungen der dissoziativen Spaltung. Heute wollen wir euch von einer Situation in der Therapie erzählen, die diese Taubheit von einem anderen Blickwinkel betrachtet.

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