Hab Mut zu sprechen!

In Gruppierungen und organisiertem Verbrechen wird so einiges unternommen, um die Opfer dauerhaft zum Schweigen zu bringen.
Neben Folter und Qual, sind es vor allem auch die Indoktrinierungen und Vorhersagen, was passieren wird, wenn man es dennoch schafft zu sprechen, die Opfer davon abhalten ihr Schweigen zu brechen.
„Dir glaubt sowieso keiner“, „Alle werden sagen, dass du lügst“, „Sie werden dich für verrückt halten“, etc…

Vor zwei Wochen haben wir uns aus einer großen Not heraus einem unserer Lehrer anvertraut.
Haben etwas von der Gewalt erzählt die wir erlebt haben.
Wir bereuen es nicht. Im Gegenteil.
Er ist zu einer großen Hilfe für uns im Schulalltag geworden.
Es entlastet uns zu wissen, dass jemand bescheid weiß, falls etwas wäre und es uns nicht gut geht.
Allein zu spüren, dass er ein Mann ist und dennoch nicht im geringsten daran denken würde einem Kind so etwas anzutun, ist heilsam für uns.
Zudem:
Er glaubt.
Er zweifelt nicht, nennt uns keine Lügnerin und er ist an unserer Seite.
Einfach so.
Mittlerweile weiß noch eine weitere Lehrerin bescheid.
Auch Sie hilft uns sehr.
Auch Sie glaubt.

Zwei Lehrer sind zu wichtigen Säulen in unserem Alltag geworden.
Sie geben uns neben der schulischen Hilfe, die Sicherheit verstanden zu werden, Ansprechpartner zu haben für den Notfall und etwas gesehen zu werden, mit dem was hinter der Funktionierfassade abläuft.
Möglich geworden durch Worte, die wir hörbar haben werden lassen, auch wenn sie nur schwer über unsere Lippen kamen.

Wir sind dankbar dafür!
Es zeigt, dass es sich lohnt, das Schweigen doch an geeigneter Stelle zu brechen.
Die Vorhersagen der Täter sind ein weiteres Mal nicht eingetreten.

Hab Mut zu sprechen, es lohnt sich!
Es sind die Täter, die lügen!

Seiltänzer

Wir hängen in den Seilen.
Ordentlich.
Seit fast zwei Wochen fehlt von einem Moment auf den anderen der so dringend benötigte Boden unter den Füßen.
Sterben. Aufgeben.
Verlockend.
Andererseits – Leben ist auch wirklich schön.
Wenn es gerade nicht so scheiße wehtun würde.
Ok… einen Versuch ist es wert.
Unser Gehirn boykottiert den Funktioniermodus.
Lernen für Prüfungen Fehlanzeige.
Allein das Sitzen im Unterricht ist schon anstrengende Qual genug.
Lächeln und Schmunzeln.
Dann fühlen sich wenigstens Lehrer und Mitschüler sicher und wohl.
Depression inkognito.
Harmlos wirkt es und unernst, nach kleineren Wehwehchen, wenn wir sagen, dass es uns nicht gut geht.
Doch das ist es nicht.
Es ist der gesamte Ernst, der auf uns prallt, wenn wir spüren, dass wir Opfer sind.
Wenn die Bilder der Folter, die uns angetan wurde, in uns wirken.
Es sind die Gerüche der Männer, die uns in die Nase steigen.
Das Parfüm, der Körpergeruch, Alkohol,…
Es ist das Spüren ihres Atems, der auf unseren Körper trifft.
Mal sanft und hauchig. Mal hart und fordernd.
Es sind die Spuren ihrer Berührungen, die sie auf unseren Körper zeichneten.
Das „Es war so schrecklich“.
Wir sind Seiltänzer auf den Synapsen und hoffen an den Überspannungsleitungen möglichst vorbei zu kommen und schon gar nicht mitten auf dem Starkstromnervenkabel zu landen.
Etwas Ruhe.
Wenig Reize.
Abgerichtet auf das Leben in Kult und organisiertem Verbrechen, wo selbst Reizlosigkeit einen Reiz darstellt.
Kaum möglich.
Nervenseilüberlebenstanz.

Weihnacht 2016

img_1590Es ist Weihnachten.
Die Weihnachtszeit hat wieder ihr Funkel-Glitzer-Kleid ausgepackt und lädt zum besinnlichen Jahresausklang ein.
Diese Tage sind für uns oft schwer, weil sie Zauberschlüssel für Erinnerungen beinhalten, die für uns den Rest des Jahres kaum oder gar nicht greifbar sind. Bei allem Schmerz – wir finden uns auch selbst ein Stück in diesen Tagen und nicht nur die Weihnachtszeit glitzert, wir tun es auch.
Mit unseren eigenen Bräuchen.
Der grüne Baum bekommt rote Bastschleifen mit Wünschen für das nächste Jahr und keine Kugeln, sondern essbare Anhänger, wie Lebekuchen, Schokolade und Glitzerpapierumhülltes.
Ein Twix kann richtig schön funkeln und ein Milky Way zum träumen in die Milchstraße einladen… 😉
Für uns zusätzlich ganz wichtig – es gibt in diesen Tagen keinen festen Zeitplan.
Wenn wir um 12.00 Uhr zu Mittag essen gut, wenn erst später, auch gut. Der Baum ist dann fertig, wenn er eben fertig ist. Wir verlassen das Haus dann, wenn wir wollen oder eben nicht.
Und wenn wir eine Pause brauchen, einfach nur dasitzen wollen/müssen und die Gefühle laufen lassen, dann können wir das jederzeit einfach tun. Das nimmt uns viel Druck (aus-)halten zu müssen.
Was gut ist, wird beibehalten, was sich nicht gut anfühlt wird geändert und wenn es ganz klitzekleine Dinge sind. Für uns ist es wichtig „Anker“ im Tagesablauf zur Orientierung zu schaffen, die deutlich anders sind als früher.

In seiner ungeplanten Chaotischheit hatten wir einen schönen Weihnachtsabend mit unserer Wahlfamilie. 🙂

Wir wünschen euch allen eine schöne Weihnachtszeit ganz nach eueren Bedürfnissen! 

Darüber reden können wir, wenn Sie stabil genug sind…

Aus unseren Therapieversuchen kennen wir Aussagen, wie: „Du darfst jetzt nicht darüber sprechen. Das wäre nicht der richtige Zeitpunkt. Das wäre gerade zu schwer.“
„Für wen?“, wollten wir dann oft gerne nachfragen. „Für uns oder für Sie!?“
Wir dürfen nicht über unsere Vergangenheit sprechen, werden wieder zum Schweigen gezwungen und es wird uns auch noch als Fürsorge verkauft. Dabei hatten wir da nicht selten das Gefühl, dass es eher die Therapeutin ist, die jetzt Angst bekommt, was ihr da so erzählt werden könnte und versucht sich so zu retten.
Es ist ohne Frage nicht sinnvoll tief in die Erinnerungsarbeit einzusteigen, wenn man gefahr läuft dabei wegzudissozieren. Das bringt nicht nur nichts, weil es das Gehirn nicht im Bewusstsein halten und einordnen kann, sondern kann auch retraumatisieren.
Aber grundsätzlich zu verbieten darüber zu reden, bis man völlig stabil ist, ist auch keine Lösung.
Es entmündigt. Es spricht der PatientIn ab, dass sie selber in der Lage ist ihre Grenze einzuschätzen und zu fühlen, was hilfreich ist. Wo kennen wir das gleich nochmal her!? Richtig, von den Tätern.
Wir wären heute sicher schon nicht mehr hier, wenn wir in manchen Situationen nicht einfach mal hätten ausdrücken können, was in unserem Kopf ist. Manchmal war es sogar die letzte Rettung, wenn wir völlig instabil und selbstmordgefährdet waren, weil wir dann das Wirrwarr im Kopf mit unserer Therapeutin zusammen wieder etwas ordnen und schlimmeres verhindern konnten. Weil wir darüber begreifen konnten, warum wir gerade wie reagieren und darüber Lösungen gefunden werden konnten. Drum sind wir dafür, dass auch in frühen Phasen der Therapie Erinnerungsinhalte mit einbezogen werden und der sichere Rahmen für das Gespräch darüber gemeinsam gefunden wird und nicht nach Schema „X“. Der stabile Punkt, an dem ein Therapeut das reden über Erinnerungen zulässt, wird sonst eventuell zur unerreichbaren Hürde, weil es ja genau die Erinnerungen sind, die im Hintergrund wirken und instabil machen.
Wir sehen also keinen Sinn für solche Schweigegebote, finden sie im Gegenteil kontraproduktiv. Passiert ist es uns doch auch und im Kopf haben wir es sowieso. Damit müssen wir jeden Tag klar kommen. Nur weil es in der Therapie nicht sichtbar werden darf, wirkt es in uns doch nicht weniger. Zudem sehen wir es für uns auch als unser gutes Recht, über unsere Geschichte zu sprechen, genau so, wie jeder andere, ja auch einfach über die eigene Geschichte sprechen darf.

Dissoziative „Entscheidungsinseln“

Was meinen beruflichen Alltag betrifft schaffe ich es ganz gut schnelle und richtige Entscheidungen, auch im Sinne der Menschen, mit denen ich arbeite, zu treffen.
In anderen Bereichen sieht es da schon ganz anders aus.
Je privater und persönlicher der Bereich wird, in dem ich/wir uns für etwas entscheiden müssen, umso komplizierter und schwieriger wird’s.
Es ist, als wäre jede Innenperson dann eine kleine Entscheidungsinsel, die sich mit Ihren Bedürfnissen, Wünschen und Zielen häufig auch von denen der Anderen unterscheidet.
„Weil viele Anteile für sie als Gesamtpersönlichkeit spezifische Funktionen erfüllen, betrachten sie bestimmte Entscheidungen unter ihrem eigenen unflexiblen Blickwinkel; es ist sogar möglich, dass sie Entscheidungen, die nicht ihr ureigenes Interessengebiet betreffen, für völlig irrelevant halten.“ (Quelle s.h. unten)
Und wie kriege ich das jetzt trotzdem unter einen Hut!?
Entscheidungen können bei uns schon mal länger dauern und für anscheinend ganz normale Tätigkeiten, z.B. ob ich jetzt mit einer lieben Bekannten Kaffee trinken gehe, ist manchmal so viel Zeit vonnöten, um wirklich zu planen, dass schon alleine dafür drei Therapiestunden draufgehen könnten.
Wir wissen, dass wir möglichst schon über die Möglichkeiten und Folgen einer Entscheidung nachdenken sollten, bevor wir unter Zeitdruck sind. Im Alltag kommt’s oft anders.
Ein Schnellboot muss her um zwischen den Entscheidungsinseln Verbindung und damit auch Vermittlung zu schaffen und vor allem auch die schlafenden aus der Hängematte zu schubsen, die wir für die Entscheidung brauchen, die aber selbst davon noch nichts mitbekommen haben.
Es hilft uns manchmal Kriterien und eine Rangordnung dieser zu finden. Was ist uns besonders wichtig, wenn wir uns entscheiden z.B. 1. Sicherheit, 2. Spaß, 3. Bequemlichkeit, 4. Sinnvoll…Danach wiegen wir ab, mit welcher letztendlich getroffenen Entscheidung diese am besten erfüllt sind.
Wichtige Entscheidungen besprechen wir auch mit unserer Freundin oder in der Therapie.
Für uns ist es entlastend in jedem Fall bewusst eine Entscheidung zu treffen, auch wenn die Entscheidung, dann lautet, dass wir gerade keine Entscheidung treffen (können). Es ist immerhin auch eine Entscheidung. Wir fühlen uns damit aktiv und kommen aus unserer Ohnmacht heraus und dem dumpfen Trancegefühl, dass sich dann bei uns einstellt. Die benötigte Entscheidung hat nicht uns im Griff, sondern wir sie.
Wenn wir die Suche nach der Antwort für den Moment aussetzen, können wir uns zu einem späteren Zeitpunkt immer noch damit befassen und wenn es manchmal nur 10 Minuten später sind. In der ein oder anderen Situation hat uns das die Entlastung gebracht, die wir brauchten, um überhaupt wieder in ein Kommunikationsboot von Insel zu Insel steigen zu können.
Es läuft immer noch sehr oft chaotisch und durcheinander und ich träume von der organisierten inneren Konferenz wie im Fachbuch, aber die Strategie zu entschleunigen hat uns schon oft entscheidende Vorteile gebracht.

Quelle: Traumabedingte Dissoziation bewältigen – S.Boon, K. Steele, O. Van der Hart

Lernblockaden und Adventsgedanken

Ich bin müde.
Meine Augenlieder wollen sich im gleichen Moment schließen, in dem ich den Deckel des Ordners zuklappe und widerwillig beschließe das Lernen für heute zu beenden, obwohl ich den Stoff nur halbwegs verinnerlicht habe. Für die Prüfung morgen muss es ausreichen.
Der Kopf ist voll…
… nur leider nicht mit schulischen Zahlen, Daten und Fakten.
Dass es nicht nur mir so geht, sondern auch die „ganz normalen“ Mitabsolventen unter dem Lernpensum stöhnen, erleichtert mich etwas. Es wäre also auch ohne meine Geschichte schon schwer, sich durchzubeißen. Ich, meine Reaktionen und die verzweifelte Überforderung sind nicht unnormal, wenn auch teilweise in einem anderen Ausmaß.
„Advent“, denke ich.
„Es ist Advent.“
Auf der einen Seite scheint es nur ein Gedanke zu sein, auf der anderen hallt er in meinem Kopf wieder und wieder, als müsste ich ihn begreifen. Weshalb genau in diesem Moment kann ich nicht fassen. Vielleicht hat er einfach darauf gewartet, dass ich etwas Zeit für Ihn habe.
Ich schaue ihm nach und den Bildern in meinem Kopf von der glücklichen Familie, wie sie im Bilderbuche steht und die Besinnlichkeit des Adventskranzes genießt, weil man das nunmal als guter Christ so macht.
Ich sehe das Flackern der Flammen der Kerzen bis mitten in der Besinnlichkeit die Hölle über uns hereinbricht, weil…
…ja weil man das nunmal als Mitglied einer diversen anderen Gruppierung so macht.
Was bleibt ist die Verwirrung.
Jesus meets Satan.
Und das nicht etwa im Widerspruch.
Zwei Welten, die nicht zusammen passen, ergänzen sich perfekt, bieten doch beide Rechtfertigungen und Erklärungen, warum man sich in einer bestimmten Art und Weise verhalten muss.
Wenn eine nicht ausreicht, um die eigenen Verhaltensweisen, Vorlieben und Perversitäten zu erklären – just mix it!
Dann bekommt selbst das sinnfreiste Sinn und jedes Verhalten findet seine Absolution.
Und die Verwirrung, die dabei bei dem Kind entsteht leistet ihre Dienste.
Zwei getrennte Welten.
Kinderseelen sehen mit ihrem Gefühl und der bloße Verstand sagt ihnen nichts, bis ihnen das Gefühl aberzogen wurde und nur noch die Gedanken der anderen gelten.
Im Denken fallen uns die Augen zu.
Es ist Nacht
und morgen ist Tag.
Es ist schwarz
und weiß.
Innen
und Außen.
Wir sinken in eine andere Welt, die im Traum nur uns gehört.
Stille Zeit.
Im Traum, da sind wir frei.

Alles und Nichts

Ich fände es so schön, wenn mir gerade eben in diesem Moment eine grandiose Idee zu einem Blogbeitrag käme und ich sie dann in freiem Fluss wiedergeben könnte.
Geradlinig.
Doch das passiert nicht.
Stattdessen sitze ich unruhig hier, den Kopf voll mit Wissen und das Herz gefüllt mit Emotion, die der Verstand verzweifelt abzuwenden versucht.
Die Gedanken springen und die Handlungen folgen ihnen.
Gleichzeitig tippe ich hier den Beitrag, schreibe meinen Vermeidungsverhaltenhinterfragungsbogen, checke die Mails und beantworte sie, will telefonieren, stehe auf, um Tee zu kochen und mische sämtliche Einfälle bunt durcheinander.
Hier ein bisschen und dort ein bisschen.
Nichts mit voller Aufmerksamkeit.
Und dann komme ich an den einen Punkt, an dem nichts passiert und doch so viel.
Innen klopfen so viele Dinge an, dass sie viel zu viele sind und dass im Außen gar nichts mehr passiert.
Manchmal ist die Stille so laut, dass ich mir die Ohren zuhalten muss.
Manchmal ist das ruhige einfach nur da sitzen, so bewegt, dass das Leben an mir vorbeirennt.
Manchmal ist alles einfach so viel, dass es irgendwo hinter der Nebelwand im Nichts endet.
Manchmal bin ich einfach nur das eine Ich, das so viele ist und dann wünsche ich mir einen Körperverleih, mit dem die anderen Innens ihre Dinge tun können und ich meine und wir uns danach wieder treffen,so dass wir alle gemeinsam und gleichzeitig im Fluss sein können. Ein Team, das fest zusammengehört und doch jeder frei agieren kann.
Manchmal wäre es ganz einfach, wenn die Dinge nicht so kompliziert wären.

Natürliche Hilfe bei Traumafolgen

In den letzten Jahren haben sich für uns ein paar Mittelchen als sehr wirkungsvoll und hilfreich im Umgang mit den Traumafolgen erwiesen, drum haben wir uns überlegt heute darüber einen Blogbeitrag zu schreiben.
Wir haben viel ausprobiert und so manches hat sich bei uns als wirkungslos erwiesen. Die folgende Auswahl an Mittelchen haben aber bis heute immer wieder gute Dienste geleistet und wir mögen sie in unserer Hausapotheke nicht mehr missen.
Eine lange und anstrengende Therapie und Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit hat uns leider keines davon abgenommen, aber die Prozesse durchaus immer wieder erleichtert und beschleunigt.
Alle Informationen und Angaben im Folgenden zu den einzelnen Mitteln sind persönliche Erfahrungswerte, keine Einnahmeempfehlungen und können natürlich fachmännischen individuellen Rat durch einen Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzen.

Unsere Top 5

Opium C200 / Opium XM
Das homöopathische Mittel Opium als Hochpotenz ist uns oft schnelle Hilfe bei dissoziativen Zuständen vom Nebel-Watte-Gefühl über Erinnerungsschmerzen oder Leere und Gefühllosigkeit bis hin zu starkem Selbstverletzungsdruck, aufgrund dissoziierter Persönlichkeitszustände. Kurz – bei allem, was mit Dissoziation zu tun hat. Die Potenz C200 verwenden wir dabei meist bei „körperlichen Problemen“ und die Potenz XM bei starker „seelischer Dissoziation“. Im Akutfall lassen wir dann 2-3 Kügelchen auf der Zunge zergehen und wiederholen bei Bedarf noch 2-3 Mal jeweils ein paar Minuten später die Gabe, bis wir das Gefühl haben, dass der Zustand jetzt anfängt deutlich abzuklingen. Sofern es für diese Situation die richtige Mittelwahl war, spüren wir innerhalb weniger Minuten, wie wir wieder mehr auf dieser Erde ankommen.

Cannabis indica LM
Ebenfalls ein homöopathisches Mittel. Wir empfinden es als wirksam bei starken Flashbacks, gerade auch, wenn es mal wieder so schlimm ist, dass wir Männer in unserer Wohnung stehen sehen, wo keine sind oder andere Wahrnehmungsverzerrungen durch das Wiedererinnern haben.
2-3 Kügelchen auf der Zunge tun dann ihre Wirkung. Die Gabe wiederholen wir bei Bedarf.

Arnica C 200
Bei Schmerzen, die durch ein Trauma verursacht wurden. Blauen Flecken, Prellungen, Muskelschmerzen z.B. nach Selbstverletzungen oder auch, wenn unsere Wirbelsäule von den Traumafolgen schmerzt und anderen üblichen Einsatzbereichen des homöopathischen Mittels. Einnehmen tun wir es wie oben bei den anderen Mitteln schon beschrieben. Wie häufig, sagt uns dann zusätzlich auch unser Bauchgefühl.

Solunat Nr. 4
Das Solunat Nr. 4 kommt aus der sogenannten Spagyrik. Es enthält verschiedene pflanzliche Wirkstoffe, homöopathische Mittel und kolloidales Silber. Es beruhigt das Nervensystem und hilft einen tiefen erholsamen Schlaf zu finden. Für uns ist es das Mittel, wenn wir unter extremer Anspannung stehen, Angst haben, dass uns vor Druck und Stress gleich die Synapsen durchknallen und wir keine Ruhe und keinen Schlaf finden. Es wird am Abend vor dem zu Bett gehen oder frühestens am späten Nachmittag genommen, weil es schläfrig machen kann und ja auch soll. Ist der Stress vor der Einnahme sehr groß, fangen wir manchmal an auf das Mittel heftig zu zittern, haben Muskelzuckungen und -krämpfe und das Gefühl, als würden wir uns Buchstäblich entladen. Als bedrohlich empfinden wir den Zustand aber nicht, höchstens unangenehm und wenn wir durch diese Phase durch sind, kommen wir tatsächlich zur Ruhe und können wieder schlafen. Meistens passiert das aber nicht in der heftigen Form und wir werden einfach müde und schlafen ein oder wir testen die Reaktion zunächst mit ganz wenigen Tropfen (ca. 4 Tropfen) und wenn alles ok ist, gönnen wir uns etwas später eine zweite Einnahme.

Bachblüten
Lange Zeit haben wir von Bachblüten nicht gerade viel gehalten, wohl auch, weil wir mit den gängigen Notfalltropfen überhaupt nicht klar kamen und sie als wirkungslos empfanden. Dann haben wir uns mit den 38 Bachblütenessenzen genauer auseinandergesetzt, uns zunächst eher skeptisch eine Mischung für unsere persönliche Situation erstellt, die wir uns dann in der Apotheke geholt haben. Seitdem sind wir überzeugt und nutzen sie immer wieder gerne, meistens dann über mehrere Wochen zur Unterstützung in der aktuellen Lebenssituation bei körperlichen und seelischen Problemen. Von Bekannten haben wir ähnliche Erfahrungen gehört.
Wenn die Wahl der Mittel stimmt, können sie sehr hilfreich sein und es lohnt sich damit auseinanderzusetzen oder jemand Erfahrenen in der Mittelwahl zu befragen.

Vermeidungsverhalten erkennen und verstehen

„Die Phobie vor dem inneren Erleben ist ein gravierendes Problem, denn Sie erhält den psychischen Stress aufrecht und hemmt lustvolle und spontane Aktivitäten.“ (Kashdana, Barrios, Forsyth & Steger, 2006)

Wir wollen unser Vermeidungsverhalten für eine Woche beobachten.
Beobachten – nicht verändern.
Es geht nur darum uns in diesem Punkt erst mal besser kennen zu lernen.
Für uns ist es ein wichtiger Schritt uns immer besser zu verstehen, um wirklich gesund werden zu können.

Was uns auffällt schreiben wir jeden Tag auf einen Bogen, wie es im Buch „Traumabedingte Dissoziation bewältigen“ (S.Boon, K. Steele & O. Van Der Hart) beschrieben wird.
1. Welches Erleben vermeiden wir
2. Welche Konsequenzen hätte es für uns, wenn wir das, was wir vermeiden zulassen würden?
3. Was haben wir gemacht, um das Erleben zu vermeiden?
4. Was bräuchten wir an Hilfe oder Ressourcen, um das Erleben weniger vermeiden zu müssen?

Der Plan ist gut…
… die Panikattacken, die er auslöst weniger.
Gerade haben wir den ersten Punkt in unseren Plan eingetragen und etwas darüber nachgedacht und stellen fest, dass uns dabei Dinge bewusst werden, die uns schier zur Verzweiflung bringen. Hinter ganz simpel erscheinenden Handlungen steckt so enorm viel Angst.
Wohl aus dem gleichen Grund, mache ich Orientierungsübungen manchmal nur sehr widerwillig, wenn es mir sowieso schon schlecht geht. Komme ich aus der Dissoziation raus, spüre ich oft sowohl seelisch, als auch körperlich, noch mehr von dem Schmerz, den ich ohnehin schon nicht ertrage.
Die Übung hat mich eiskalt erwischt, den Effekt habe ich vorher nicht durchschaut, sonst hätte ich sie wahrscheinlich vermieden. 😉

Ich bin gespannt, was mir/uns in der Woche alles klarer wird, wohin mich die Vermeidungsverhaltenvermeidungsübung noch so führt und hoffe trotz schmerzlicher Bewusstwerdung, auf letztendlich heilsame Erkenntnisse. 🙂

Ich wär so gern ein Herbstgedicht

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Ich wär so gern ein Herbstgedicht.
Ein Text, der nur von Liebe spricht.
Eine zarte Poesie
mit Freude und viel Fantasie.
Ein tanzendes Lied vom Blätterfallen,
ein Ausdruck meiner kulturalen
Verständigungskommunikationsphilosophie.

Ich wär so gern ein Muntermacher.
Ein Träume und schöne Bilderlacher,
von Sonnenschein und Nebelschwaden.
Ein Beitrag mit Sinn für Natur beladen.
Ein fülliger Geschichtentext,
der einlädt zum Entspannen jetzt.
Ein Satz der wegwischt alle Sorgen –
doch aus mir ist nichts geworden.

So sind nur Worte mir geschenkt,
die sagen was mein Herz sich denkt.
Es scheppert in der Traurigkeit,
mit Bildern von Vergangenheit.
Bevor es mich vor Schmerz zerfetzt,
halt ich mich an dem Sätzlein fest:

Du hast das alles überlebt,
es kommt der Weg, wie’s weiter geht.
Vertrau dem Rhythmus der Natur.
Folge deiner Herzensspur.
Nachdem Herbst und Winter war,
beginnt bestimmt ein neues Jahr
und das was jetzt im sterben ist,
schon bald in Neues sich ergießt.

Heilungsweghoffnungsglaube.

© Copyright by „sofiesvielewelten“, 23.10.2016