S-I-L-V-E-S-T-E-R

S – ilvester
am Tag an dem die Jahre sich ändern,
da treffen sich die Herren in schwarzen  Gewändern.

I – nzest
und Folter und grausame Qualen
geschehen den Kindern in ihren Ritualen.

L – ust
zu zerstören, auf Macht und Gewalt,
gehören zu der heiligen Rituale Inhalt.

V – ergewaltigung
nennt man eins ihrer Spiele.
Dergleichen gibt es in dieser Nacht noch so viele.

E – iskalt
und nackt war der Körper im Schnee,
das Kind fast erfroren, die Seele tut weh.

S – atan
ihm opfern sie und sind dabei ganz in Trance
das Kind auf dem Altar bleibt liegen leblos.

T – ränen
sie rinnen die Wange hinunter,
die Sinne, sie schwanden vor Qualen darunter.

E – rschüttert
die Seele des Kindes so sehr,
dass Sie musste sich teilen, ist viele nunmehr.

R – aketen
Sie fliegen in den Himmel hinauf.
Rettung gab’s keine.
Das Jahr nimmt seinen Lauf.

© Copyright by „Sofies viele Welten“

Erinnerungsruinen

Müde schließen sich die Augen
über Tränen auf den Linsen.
Weinen schluchzend über alles
hinter schmerzverzerrtem Grinsen.

Kalte gottverlassne Mauern,
Festungen aus Einsamkeit
lassen tief mein Herz erschauern.
Es ist das Leid, das in mir bleibt.

Die Straßen ziehn in Fahrt vorüber.
Bald sitz ich am Kamin zu Haus.
Alte Erinnrung zeigt sich wieder.
Ich atme ein, ich atme aus.

Die Müdigkeit trägt mich auf Reisen
fort an einen anderen Ort.
Lässt mich in sich Erholung finden.
Gewährt im Schwarz mir sichren Hort.

In den Ruinen hängt noch heute ein Teil von meiner Kinderseel‘.
Der Schlaf pflegt was ich nicht ertrage.
Ich schlumm‘re ein.
Es war zu viel.

Gedankensklavin

Kranke Gedanken, die mich denken,
mir einfach keine Ruhe schenken,
mich stumm in eine Richtung lenken,
mein Sein auf eine Spur beschränken,
die Welt im Nebel stumm versenken…

Du denkst mich.

Du standest vor mir im schwarzen Gewand,
erhoben gar drohend die wütende Hand.
Geboren sei ich dir zu dienen.
Mit meinem Leben soll ich sühnen,
wenn ich von deinem Wort mich wende.
Die Folterqual, sie nimmt kein Ende.

Du befielst mir.

Sterbend stand ich zwischen den Welten,
wo mich die Männer weiter quälten.
Wo Stromschlag meinen Körper bog,
man mir von einer Chance log
den Martern dadurch zu entrinnen,
mich ihren Wünschen nach zu sinnen.

Ich gehorche.

Es enden später die Tortouren.
In mir wurde längst eine And’re geboren,
die den Schmerz für mich getragen,
alleine hätt’ ich’s nicht ertragen.
Am kindlichen Körper klebet das Blut,
der die Wünsche des Seelenmörders nun tut.

Du richtest mich ab.

Heute bist du nicht mehr im Realen bei mir,
doch in meinen Gedanken bist du immer noch hier.
Deine Wünsche befehlen sie mir zu tun,
noch immer kann meine Seele nicht ruhn.
Die Bilder, die Folter, die Qualen, das Leid,
sie gehen nicht einfach durch verstrichene Zeit.

Gedankensklavin

© Copyright by „Sofies viele Welten“

Einen Augenblick bitte

Nur einen Augenblick, bitte,
Nimm dir Zeit für mich,
Dass mein und dein Universum sich treffen können.

Nur einen Augenblick, bitte,
Hör‘ mir zu
Und lass für einen Wimpernschlag alleine mich wichtig sein.

Nur einen Augenblick, bitte,
Schweig mit mir,
Dass wir gemeinsam die Lautheit der Stille begreifen.

Nur einen Augenblick, bitte,
Sprich mit mir,
Über das, was ich nicht sagen kann, weil Schmerz die Worte ausradiert.

Nur einen Augenblick, bitte,
Sieh mich an
Und lass mich sichtbar werden durch dein Gesehenwerden.

Nur einen Augenblick, bitte,
Halt mich fest in deinem Arm,
Dass ich mich fühlen kann mit meinen Hautgrenzen.

Nur einen Augenblick, bitte,
Lass mich in dein Herz,
Weil es deine Liebe ist, die mir das Leben rettet.

Nur einen Augenblick
Mitten in der Ewigkeit
Lass uns einfach so sein, wie wir sind
Lass uns Träume malen
Und die Welt neu erfinden
Frei und stark wie ein lachendes Kind.

© Copyright by „Sofies viele Welten“

Du hast…

…mich mit dem Herzen verstanden.
…mit deinem Verstand meine Gedanken ergänzt.
…mir zugehört.
…meine Tränen getrocknet.
…mit mir zusammen gelacht.
…deine Gefühle mit mir geteilt
…und ich meine mit dir.
…mit mir geredet.
…mit mir geschwiegen.
…mit mir gestritten.
…dich wieder versöhnt.
…mich an deinem Leben teil haben lassen.
…mich ausgehalten.
…mich gehalten.
…mit mir gespielt wie ein Kind.
…die Welt verändert.
…mir die Augen geöffnet.
…meine Hand gehalten.
…dich von mir halten lassen.
…dich in meine Arme fallen lassen.
…mir Mut gemacht.
…mit mir die Nacht erhellt und Sterne ins Dunkel gezaubert.
…den Tag gefeiert.
…mir vertraut.
…dich an mich angelehnt.
…meinen Rat geschätzt.
…mir gezeigt, dass ich ich selbst sein darf.
…mir erlaubt schwach zu sein.
…meine Stärken gepuscht.
…an mich geglaubt und ich an dich
…und an unsere Freundschaft.
…mir Liebe geschenkt.
Ich liebe dich!
Du hast mein Herz mit deinem als Freundin ergänzt. ❤

© Copyrigth by „Sofies viele Welten“

Der Frühlingsbote

Der Frühlingsbote

Der Frühlingsvogel singt in hellen Tönen,
Der Sonne lichtem Strahl entgegen.
Er zwitschert, pfeift und tirilliert,
Der, die das Leben uns gebirt.

So kündet an die hellen Tage
Des Federboten Lustgesang
Und Fruchtbarkeit grüßt in den Landen,
Wo Licht den Winter nun bezwang.

Es sprießen Knosp‘ und Gräselein
Und zart die Lüftlein wehen.
So weichen Eis und Wintergram,
Dass Neues kann entstehen.

Und wie die Wärme uns erfreut
Und Frost und Kälte schwinden,
Eröffnet eure Herzen weit,
Um selber euch zu finden.

Im zarten Frühlingsfarbenspiel
Darf Altes nun sich neigen
Und neues blühend wie die Knosp‘
Sich winden in den Reigen.

© Copyright by „Sofies viele Welten“

Ich wär so gern ein Herbstgedicht

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Ich wär so gern ein Herbstgedicht.
Ein Text, der nur von Liebe spricht.
Eine zarte Poesie
mit Freude und viel Fantasie.
Ein tanzendes Lied vom Blätterfallen,
ein Ausdruck meiner kulturalen
Verständigungskommunikationsphilosophie.

Ich wär so gern ein Muntermacher.
Ein Träume und schöne Bilderlacher,
von Sonnenschein und Nebelschwaden.
Ein Beitrag mit Sinn für Natur beladen.
Ein fülliger Geschichtentext,
der einlädt zum Entspannen jetzt.
Ein Satz der wegwischt alle Sorgen –
doch aus mir ist nichts geworden.

So sind nur Worte mir geschenkt,
die sagen was mein Herz sich denkt.
Es scheppert in der Traurigkeit,
mit Bildern von Vergangenheit.
Bevor es mich vor Schmerz zerfetzt,
halt ich mich an dem Sätzlein fest:

Du hast das alles überlebt,
es kommt der Weg, wie’s weiter geht.
Vertrau dem Rhythmus der Natur.
Folge deiner Herzensspur.
Nachdem Herbst und Winter war,
beginnt bestimmt ein neues Jahr
und das was jetzt im sterben ist,
schon bald in Neues sich ergießt.

Heilungsweghoffnungsglaube.

© Copyright by „sofiesvielewelten“, 23.10.2016