Die komplexe posttraumatischen Belastungsstörung (kPTBS) als Multisystemerkrankung

Der folgende Beitrag war ursprünglich ein Instagrampost auf meinem Profil @sofiesvielewelten. Da er sehr viel Anklang fand, möchte ich ihn zusammengefasst mit meinen Antworten auf Kommentare hier ebenfalls zur Verfügung stellen:

Die komplexe posttraumatische Belastungsstörung nach schwerer, frühkindlicher Gewalt und Folter ist eine körperliche Multisystemerkrankung. Wir werden den Betroffenen in der Behandlung nicht gerecht, wenn wir so tun, als müssten und könnten sie das alles über ein bisschen Mentalisierung, Realisierung, Traumaintegration und kognitive Umstrukturierung in der Psychotherapie bewältigen!

Weiterlesen →

Der Ausstiegsreflex in Therapie- und Helfersettings

Aktuell erreichen mich einige, zum Teil sehr verzweifelte Anfragen zum Thema Ausstieg aus organisierten und rituellen Gewaltzusammenhängen. Das einende große Problem: Der Therapeut macht Druck, Täterkontakte abbrechen zu müssen und die Gewalt zu beenden. Die Klienten jedoch können das innerlich aus unterschiedlichen Gründen nicht im gewünschten Tempo leisten. Es scheint bei Hilfspersonen eine Art Reflex zu geben, in Richtung Ausstieg drängen zu müssen. Ich möchte an dieser Stelle meine persönliche Erfahrung und Sichtweise der Thematik eröffnen und widme mich der Frage: „Kann und muss Ausstieg immer das Ziel sein? Ist er überhaupt immer die beste Option?“

Weiterlesen →

Rituelle Gewalt – mehr als eine ideologisch motivierte Straftat

Rituelle Gewalt ist aus unserer Sicht in ihrer Komplexität und Bedeutung für die Opfer schwer mit wenigen Worten zu definieren. Der Einfachheit halber wird sie oft als „ideologisch motivierte Straftat“ umschrieben. Auf der Seite des UBSKM wird sie in einen Topf mit organisierter Gewalt geworfen und lediglich durch die Ergänzung der Tatmotivation in der Definition folgendermaßen erfasst:

Als organisierte sexualisierte Gewalt bezeichnet man die systematische Anwendung schwerer sexualisierter Gewalt in Verbindung mit körperlicher und psychischer Gewalt durch mehrere Täter und/oder Täterinnen oder Täternetzwerke. Häufig ist sie mit kommerzieller sexueller Ausbeutung, wie zum Beispiel Zwangsprostitution oder der Herstellung von Missbrauchsdarstellungen verbunden.

Dient eine Ideologie als Begründung oder Rechtfertigung von Gewalt, bezeichnet man dies als rituelle Gewalt. Eine solche Ideologie kann religiös sein und beispielsweise im Kontext von Sekten und Kulten vorkommen oder sich aus einer politischen Überzeugung, zum Beispiel in rassistischen oder faschistischen Gruppierungen, ableiten.

Ich habe mich selbst in einigen meiner Artikel der Einfachheit halber und für ein grobes Verständnis der Thematik in aller Kürze auf diese Definition zu den Tathintergründen bezogen. In Anbetracht der aktuellen Umstände und den Tendenzen rituelle Gewalt untergehen zu lassen, möchte ich in diesem Beitrag nochmals erfassen, weshalb sie für die Opfer aus meiner Sicht weit mehr ist als eine ideologisch motivierte Straftat und warum es so wichtig ist, sie unabhängig von anderen Gewaltformen und -zusammenhängen zu betrachten.

Weiterlesen →

Vom Hängen gelassen werden – wenn Gewalt plötzlich die beste Option ist

Es gibt Situationen, da klammern wir uns noch heute an den Aggressor, versuchen sie mit ihm zu klären, statt uns umzudrehen, zu gehen und manche Dinge einfach nicht mit uns machen zu lassen. Ein Konflikt. Wie lösen, wenn der andere erst Grenzen massiv überschreitet, dann blockiert, die Welt verdreht und letztlich schweigt. Ein Schmerz durchfährt uns. Die Wunde sitzt tief und in unserem Kopf wollen alte Bilder neu begriffen werden:

Weiterlesen →

Mind Control und Programmierung – Warum die Begriffe im therapeutischen Kontext in der Arbeit mit Opfern organisierter, ritueller Gewalt völlig legitim sind

In der Berichterstattung über organisierte und rituelle Gewalt ist seitens der Leugnerbewegung eine hitzige Diskussion über den angeblich verschwörerischen und unseriösen Gebrauch von Begriffen wie „Mind Control“ und „Programmierung“ in der Therapie von Gewaltopfern entstanden. Helfern, die diese Worte für die Umschreibung des Zustandes ihrer Klienten wählen, wird neuerdings gerne in einem Atemzug direkt der Glaube an eine Weltverschwörung und unwissenschaftliches, patientenschädigendes Gedankengut unterstellt. Das ist jedoch keinesfalls pauschal so als Aussage vertretbar! Erklärung folgt:

Weiterlesen →

Rituelle Gewalt – Zeugung und Schwangerschaft

Für die größte Kraft der Magie – also dem Willen unterworfener Schöpfung – bedarf es für den „Magier“ eine möglichst umfangreiche Selbsterkenntnis zur eigenen Person. Dazu gehört auch das Wissen über körperliche Stärken und Schwächen.

Bei der Frau spielt die Beobachtung der Zyklen und den entsprechenden inneren Vorgängen eine wichtige Rolle. Durch das Ich-zentrierte Weltbild im Satanismus, das seinen Gott im Menschen selbst verortet und nicht außerhalb, werden über den Zyklusverlauf unterschiedliche göttliche Muster erfahrbar. Diesen Teil der eigenen Göttlichkeit in Selbsterfahrung zu begreifen, dienen entsprechende Rituale.

Weiterlesen →

Hubert Aiwanger – Wie echt sind unsere Werte!?

Dem Politiker Hubert Aiwanger wird aktuell vorgeworfen in seiner Schulzeit ein antisemitisches Flugblatt erstellt zu haben und mit Judenfeindlichkeit aufgefallen zu sein. Ein Schrei geht durch die Presse und Forderungen des Zentralrates der Juden werden laut: „Wie kann er nur!? Wo bleibt die Entschuldigung? Die, die es inzwischen schon gibt ist nicht ausreichend! Sakrileg! Er hat sich gegen Juden geäußert!“ Ich heiße Judenfeindlichkeit wie auch alle andere Gewalt keinesfalls gut. Zur Affäre „Aiwanger“ will ich mich hier nicht weiter äußern und distanziere mich ausdrücklich von Antisemitismus. Dennoch möchte ich den aktuellen Fall zum Anlass nehmen, einmal genauer hinzuschauen, ob dieses Land seine geforderten Werte überhaupt vertritt, wie es mit Gleichberechtigung aussieht und was das alles mit organisierter und ritualisierter Gewalt zu tun hat.

Weiterlesen →

Rituelle Gewalt – Wo sind die Frauen bei den Ritualen?

In der Regel hört man von Mädchen und Frauen als Vergewaltigungsopfer in rituellen Zeremonien und Orgien. Meist sind es Männer, die sie umgeben und die Gewalt ausführen. Aber stimmt diese Rollenverteilung wirklich immer so? In diesem Beitrag beschäftigen wir uns aus unserer persönlichen Sicht mit der Rolle der Frau in Ritualen jenseits der Opferposition.

Weiterlesen →

Das geliebte Kind und der Heilungsweg

Als Menschen haben wir einen natürlichen Drang geliebt und anerkannt zu werden. Also finden wir Kompromisse für unsere eigenen Ideale und Werte, um nicht abgelehnt zu werden. Das sichert als Kind unser Überleben!

Weiterlesen →

Ausstieg aus organisierter und ritueller Gewalt und aufbrechende Traumata

Wir sitzen auf dem Balkon. Das Wetter ist grau und frisch. Von Zeit zu Zeit trifft ein einzelner Regentropfen unsere Haut. Ob es mehr werden wird oder einfach so vorrüberzieht? In Gedanken begleiten uns viele Themen. Unter anderem denken wir zurück an unseren „Ausstieg“ und was er von der Vergangenheit bis heute für uns bedeutet. Die gute Nachricht ist: „Es lohnt sich!“ Der Preis ist hoch und jedes bisschen Freiheit hart erkämpft. Die Auseinandersetzung mit Verfolgung und Bedrohung im Außen ist die eine Sache. Oftmals viel entscheidender und nicht minder lebensgefährlich ist der Umgang mit der inneren Wirkung der aufbrechenden Traumata. Einen Ausschnitt dieser Aspekte wollen wir für die folgenden Zeilen in den Fokus rücken.

Weiterlesen →