„… die Ewigkeit hört immer erst dann auf,
wenn man eine andere findet.“
(aus „Splitterfasernackt“ von Lilly Lindner)
(aus „Splitterfasernackt“ von Lilly Lindner)
das stand heute Morgen auf einem Teebeutel, den ich von meiner Freundin geschenkt bekommen habe.
So einfach und doch so schwer.
Die Osterfeiertage haben uns in einen dichten nebeligen Schleier eingehüllt, der Leere und Taubheit entstehen ließ.
Wir waren nicht alleine und doch kam es uns teilweise so schrecklich einsam vor.
Die Vergangenheit wirkt.
Wir waren taub. Wir spürten keine Beziehung. Die Angst hat uns verboten wahr-zunehmen.
Der Schleier lüftet sich für einen kurzen Moment. Ein paar liebe Worte. Wir sind noch da. Wir spüren. Wir sind nicht mehr allein.
… und die Ohrfeige, die man durch das Urteil den Opfern von Kinderfoltervideos und -Bildern verpasst, macht mich wütend und sprachlos zugleich obwohl es doch so viel zu sagen gäbe.
Aufmerksam möchten wir hier auf folgendes machen:
Martin Niedl hat eine Petition ins Leben gerufen, mit der er Wiederspruch gegen die Einstellung des Verfahrens von Edathy beim Deutschen Bundestag einlegen möchte.
Unterschreiben kann man hier: https://www.openpetition.de/petition/online/widerspruch-gegen-die-einstellung-des-verfahrens-edathy
Die Mindestanzahl von Unterschriften, die es braucht, dass die Petition überhaupt vor dem Bundestag diskutiert wird, ist zwar mittlerweile schon erreicht. Trotzdem denken wir, dass wohl jede Stimme Sinn macht und der Petition mehr Gewicht verleiht.
„Wenn Patientinnen wegen Panikanfällen oder Weinkrämpfen in meine Sprechstunde kommen, dann weiß ich, dass emotionales Material ins Bewusstsein drängt und verarbeitet werden muss. Für Außenstehende, die diesen Prozess nicht kennen, mag es so wirken, als ob sie >>die Beherrschung verlieren<<, >>sich nicht mehr in der Hand haben<< oder >>es nicht mehr auf die Reihe bringen<<. Aber diese Frauen haben keineswegs >>die Kontrolle verloren<<, sondern lassen nur einen Heilungsprozess des Körpers zu. Das Einzige, was außer Kontrolle geraten ist, ist ihr Verstand; er lässt dem angeborenen Wissen des Körpers den Vortritt.“
(Aus dem Buch „Frauenkörper-Frauenweisheit“ von Dr. med. Christiane Northrup)
Die letzten Tage und Wochen waren anstrengend. Sehr anstrengend.
Ein Leben zwischen Angst, Trauer, Wut, Verzweiflung und Panik.
Dazwischen wertvoll glitzernde Momente der Hoffnung und Heilung.
Mittendrin fange ich an mich zu spüren.
Komme mir selber und den Kindern in mir irgendwie näher.
Zarte kleine Kinderseelen.
Unschuldig.
Verletzlich.
So sehr verletzt.
Wo ich vorher mit Härte meinen Alltag bestreiten konnte, bin ich verwundbar geworden und spüre wie sehr mir tief innen diese Härte widerspricht. Wie hart die Außenwelt ist.
Mit den wiederkehrenden Gefühlen bricht alles zusammen und der Alltag wird so überwältigend.
So vieles das spürbar wird.
Die Alltagsperson kann gerade keine Alltagsperson mehr sein.
Ich wollte nie wieder vertrauen und einfach alles selber machen, weil es mir so gefährlich erschien.
Jetzt bin ich gesundheitlich auf andere Menschen angewiesen und muss irgendwie versuchen zu vertrauen und ich fühle, wie groß der Wunsch ist wieder vertrauen zu können und wie riesig die Angst davor es zu tun.
Ich merke, wie ich mich danach sehne sanft zu sein. Mit mir selbst. Mit anderen.
Und sanft behandelt zu werden.
So zu sein, wie ich bin und mich gut dabei zu fühlen.
Mich selbst zu lieben.
Es ist wie plötzlich Mutter von ganz vielen Kindern zu werden und völlig überfordert damit zu sein sie angemessen zu versorgen, weil ich selber so gar nicht weiß und gelernt habe, wie man mit Gefühlen und Bedürfnissen umgeht.
Es ist schwer,
aber ich mag das Gefühl mir nahe zu sein. 🙂
Für uns zur Zeit irgendwie so passend…
In letzter Zeit ist es still geworden auf unserem Blog.
Körper und Seele sind gewaltig überlastet.
Eine Flut an Gefühlen, Bildern und unangenehmen Zuständen legen uns derzeit lahm.
Teilweise wissen wir nicht mehr wie Lesen oder Schreiben geht und Sprechen fällt uns schwer. Können immer wieder nicht essen, kaum trinken. Wir haben massive Angst vor allem und vor allem auch Angst davor mit dem ganzen Wirrwarr im Kopf wahnsinnig zu werden, die Realität zu verlieren. Dass unsere Therapeutin derzeit keine Gefahr sieht, dass wir psychotisch werden beruhigt uns in dieser Lage leider wenig. Es fühlt sich nun mal dann so an…
Woher die Zustände nun kommen kann keiner wirklich sagen. Wir verstehn uns selbst nicht mehr, kennen uns so gar nicht.
Wir zittern und weinen und zittern und weinen und hoffen einfach nur dass es schnell wieder besser wird…
…und dann schreiben wir sicher bald auch wieder mehr hier. 🙂
Durch das Fenster fiel Licht und wurde durch ein Stückchen Glas im Raum gebrochen. Hinter dem Glas vereinigte es sich sichtbar kräftig farbenprächtig lodernd zur Flamme auf dem Fußboden.
Gebrochen und doch ganz.
Ein Gruß aus Sonnenstrahlen.
Regenbogen im Wohnzimmer.
Energie aus fernen Galaxien.
In unserem Wohnzimmer ist ein Stück Wellness eingezogen.
Ein großes Aquarium mit Sandboden, Wasserpflanzen und bunten Bewohnern.
Die Unterwasserwelt hat etwas so bezauberndes und beruhigendes.
Wir hatten schon vorher kleine Aquarien. Jetzt ziehen die kleinen Schritt für Schritt in ein gemeinsames großes um.
Die ersten Umzügler genießen schon viel mehr Platz zu haben. Beim Blick in das Aquarium blinzelt Lebensfreude heraus. Fische, die in der Strömung des Filters spielen und springen.
Das Sofa wurde kurzerhand einfach umgedreht, um ganz bequem vor dem Aquarium sitzen und liegen zu können. Wer braucht da schon Fernsehen!?
Nachdenken – auch mal über ganz banale Dinge wie Aquariumpflanzen und Besatz.
Ins Aquarium schauen bringt uns so wunderbar runter.
Versinken in Wasserwelten und einfach mal abschalten.
Träumen.
Den Kopf entspannen und die Seele fließen lassen.
Und dazu muss es mitdenken und hinterfragen dürfen, wenn es das möchte, auch wenn es für das Gegenüber dadurch vielleicht manchmal unangenehm wird…
Hinterfragen ist kein Wiederspruch zu Vertrauen, sondern die Suche nach einer Möglichkeit das eigene Vertrauen tiefer zu verstehen.