Mystery Blogger Award

photogrid_1476365612975Die liebe Luise Kakadu hat uns für den Mystery Blogger Award nominiert, worüber wir uns sehr gefreut haben. Ins leben gerufen hat diesen ursprünglich Okoto Enigma.

Die Regeln sehen folgendermaßen aus:
1. Nenne den Schöpfer des Awards und setze einen Link auf den Blog.
2. Platziere das Award Logo oder Bild in Deinen Post.
3. Danke der Person, die Dich nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Post.
4. Erzähle Deinen Lesern 3 Dinge von Dir selbst.
5. Beantworte die Fragen des Nominierenden.
6. Nominiere selbst 10-20 Blogger.
7. Frage Deine Nominierten 5 originelle Fragen Deiner Wahl.
8. Teile 5 Links zu Deinen besten Blogposts.
9. Benachrichtige Deine Nominierten, indem Du in Ihrem Blog kommentierst.

Drei Dinge über uns:
Wir mögen die Natur. Draußen unter Bäumen fühlen wir uns oft sehr zu Hause und verbunden mit dem Leben um uns herum. Wir haben keine Lieblingsjahreszeit, weil wir tatsächlich jeder etwas abgewinnen können. In der Adventszeit trinken wir gerne mal einen Glühwein. Am liebsten den „HolunderBär“.

Luises Fragen an uns:
a) Wenn Du über Nacht gravierendes an der Welt verändern könntest, was würdest Du der Welt geben? Und was wegnehmen?:
Ich glaube ich würde die menschengemachten Religionen wegnehmen und dafür wieder tiefen Glauben geben wollen. Einfühlungsvermögen, Respekt vor allen Lebewesen und tiefer Sinn für die Natur, die uns umgibt, wäre dringend notwendig.

b) Welche Rolle sollten Eltern im Idealfall für ihre Kinder einnehmen? Als was/wie sollten sie ihre Kinder betrachten?:
Puh… Die Basis für alles ist bedingungslose Liebe, denke ich. Im Moment sind wir zwar noch keine Eltern, aber wir wünschen uns, unserem Kind einmal einen ganz festen Boden zu geben. Wir nehmen uns vor immer ein offenes Ohr zu haben. Gesunde Grenzen und Raum um Flügel zu bekommen. Wir wünschen uns, dass es spürt, dass es einfach so sein darf, wie es ist und nicht so sein muss, wie andere es haben wollen. Wir wollen, dass es weiß, dass es immer gut ist, so wie es ist und dass wir es von ganzem Herzen lieben.
So stell ich mir gute Eltern zumindest vor.

c) Wenn Du mit einem Fingerschnipsen dein Inneres oder dein Äußeres verändern könntest, was würdest Du tun?:
Innen passt schon. 😄
Äußerlich sind derzeit einige Kilo zu viel. Eine NORMAL-schlanke Figur wäre schön.

d) Wenn Du ein Tier wärst – welches und warum?:
Eine Elefantenmama – Die sind hoch sensibel und gefühlvoll, sehr sozial und können schonmal ungemütlich werden, wenn jemand ihre Liebsten bedroht. Es sind so große eindrucksvolle Tiere, werden als dickhäutig wahrgenommen und sind dabei doch so zart und verletzlich.

e) Auf welchen deiner Sinne würdest Du verzichten können, wenn dir jemand die Wahl ließe? Und auf welchen in keinem Fall? Warum?:
Ich kann auf gar keinen meiner Sinne verzichten. Ich brauche die alle. Da geb ich nix her. 😊 Das macht meine Wahrnehmung aus, dass ich mich auf alle meine Sinne verlassen kann und ist die Basis meines Sicherheitsgefühls.

Fragen und Neunominierung:
Fünf Fragen an alle, die Lust haben eine oder mehrere zu beantworten:
1. Wenn du bestimmendürftest, wonach Eiskristalle riechen, was wäre es?
2. Wenn du die erste Schneeflocke wärst, die dieses Jahr auf die Erde fällt, wo möchtest du landen?
3. Hast du einen Lieblingsbaum und wenn ja, welchen?
4. Bald kommt der Dezember. Hast du einen Adventskalender und was ist deine Lieblingsfüllung?
5. Unterscheidet sich dein Schreiben im Sommer von dem im Winter?

Die Kriminalitätsfrage

e-learning-1367416_1280
Die letzten Wochen waren schwierig. Der Stress durch die Auseinandersetzungen rund um unseren Vater mit dem BAföG-Amt hat uns dann endgültig dahingerafft. Die Beraterin der ortsansässigen Frauenberatungsstelle meinte es gut mit uns und vereinbarte einen Termin mit dem Weißen Ring, um die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung für eine Rechtsberatung abklären zu können. Zwei Tage später war es so weit. Zwei Damen rückten an, um sich unsere Situation schildern zu lassen. Das offene Gespräch über die früheren Geschehnisse, die der aktuellen Problematik zu Grunde liegen, schaffte es leider nicht einmal über die Fünf-Minuten-Hürde und eine kurze unvollständige Einleitung. Danach beließ ich es auf der Minimalstinformation, die für die Klärung der finanziellen Hilfen notwendig war. Beim Abschied bin ich dankbar für den Scheck, um mich vom Anwalt beraten zu lassen und die zugesagte Überprüfung weiterer Hilfsmöglichkeiten, bis meine Finanzen geklärt sind. Das erleichtert vieles.
Der innere Abbruch des Gespräches geschah just in dem Moment in dem direkt am Anfang der Beratung eine der beiden Damen fragte: „Es geht also um sexuellen Missbrauch. Aber ist ihr Vater denn auch kriminell?“
„Äääääähm…*hust und verwirrt schau*, sie wissen schon, dass Missbrauch eine Straftat ist!?“
„Ja, ja. Aber ich meine so mehr… Also so richtig….?“
Ohne Worte.

Pause

Ihr lieben MitleserInnen,
uns geht es leider überhaupt nicht gut. Deshalb pausieren unsere Worte die nächsten Tage, bis wir wieder etwas mehr Kraft haben.

Herzliche Grüße,
die bunten Schmetterlinge

Kennzeichen Stimmungsschwankung

Wie so oft um diese Uhrzeit liege ich in meinem Bett und lese oder schreibe vor mich hin. Mir geht die Therapiestunde nach. Über ein ganz anderes Thema sind wir darauf gekommen, wie sich das Viele-sein nach außen bemerkbar macht und wie andere Menschen aus dem Umfeld das wahrnehmen könnten. „Manchmal scheint es einfach nur wie extrem schnelle und unerklärliche Stimmungsschwankungen“, sagt Frau Thera neben vielen anderen interessanten Dingen. „Außenstehende wissen ja nicht, dass es keine normale Stimmungsschwankung, sondern eine andere Person ist, mit der sie dann zu tun haben.“ An dem Satz sind wir kleben geblieben.
Ich selbst erlebe mich gar nicht so schwankend. Meine Freunde und Bekannten würden das eventuell anders sehen. Schon im Schreiben höre ich meine beste Freundin sagen: „Doch, das ist krass bei dir!“ und muss schmunzeln. In seltenen Momenten fallen mir die Umbrüche an mir auf. Etwa, wenn ich gerade noch herzhaft lachend plötzlich so traurig werde, dass ich nur noch sterben will und dafür selbst oft nicht mehr als ein erstauntes „Hä!?“ übrig habe. Dann verstehe ich das, was in mir passiert einfach nicht. Bei diesem Beispiel ist der Stimmungsumschwung doch recht extrem. Vielleicht fällt er mir deshalb auf und die vielen Grautöne im Alltag nehme ich nicht war. Immerhin bin ich ja an mich gewöhnt. Die außen wahrnehmbaren Schwankungen variieren aber auch mit der Umgebung. Privat im sicheren Umfeld bricht mittlerweile mehr sichtbar durch, als im beruflichen Kontext. Da bin ich eher damit beschäftigt es innerlich zu händeln.
In den nächsten Tagen werde ich das Phänomen wohl einfach mal beobachten. Aus Interesse ohne viel Gewicht. Stimmungsschwankungen sind derzeit nicht mein größtes Problem.
Meine Gedanken ziehen weiter und erkunden meine Erfahrungen und Erinnerungen damit.
Während ich so an die Stimmungsschwankungen von manchen „Unos“ denke, fühle ich mich plötzlich herrlich normal. Zeit, um mit einem Lächeln auf den Lippen einzuschlafen.

Apfel-Donuts – gesunder Snack für zwischendurch

Die bunten Apfelringe auf dem Blog „Mias Anker“ sehen so schön aus, dass sie uns gleich angesprochen haben. Da würden sogar die kleinen Innens, die sonst so gar nicht Obst-Fan sind, eine Ausnahme machen und probieren wollen. Die Rezeptidee ist toll und einfach nachzumachen. Viel Spaß beim Lesen und snacken ohne Reue! 😊

Wattebauschstop

Der Mond steht oben am finsteren Nachthimmel.
Das Wasser in den vorbeiziehenden Regenwolken schimmert bunt in seinem Schein.
Eigenartig.
Das habe ich so von der Nachtsonne noch gar nicht beobachtet…
Kurz verweile ich in Gedanken bei dem Schauspiel.
Während Frau Luna so mystisch verschleiert da oben steht, reicht es mir plötzlich. Ich gehe mir mit meiner Wattebauschflaumalleswirdgutwerferei selbst auf die Nerven.
Den ganzen Tag sind wir bemüht darum das Beste aus der Zeit zu machen. Trommeln, trinken, essen, ruhen, spielen, schreiben… leben. In unserem Kopf die lange Leier was mittlerweile alles besser ist als damals. Und es stimmt und es ist gut so. Jetzt aber ist es genug. Wir können es nicht mehr hören. Die Gefühle überrollen uns. Sie stoppen unsere Gegenwartsklammerversuche an bessere Zeiten. Kein „Hakuna matata – die Sorgen bleiben dir immer fern“. Die Füße zappeln nervös unterm Tisch. Wir könnten in’s Bett gehen und uns die Decke über den Kopf ziehen. Was würde es nützen? Die Bilder und Gefühle sind ja doch in uns. Der Körper bebt. Mal vor Angst, dann wieder vor Wut und Zorn. „Miese Dreckschweine“, denke ich. An den Emotionen, die nun innerlich vibrieren ändert kein Schöngeist etwas. Sie müssen raus. Ungeschönt. Die „nackten Tatsachen“ von damals bleiben nackt. Sie waren roh und brutal. Da nutzt kein Weichzeichner. Die Erinnerungen lassen einen Gefühlsnerv in uns anspringen, der uns zerreißt. Die Welt teilt sich: Wir stehen an der Schwelle, an der unser Bewusstsein nichts begreift und wir doch alles spüren. Wir erleben den Kampf zwischen „Das war so furchtbar! Niemals mehr wollen wir das erleben!“ und „Es wäre gut, wenn es nochmal so wäre! Wir wollen, dass es jetzt passiert“. Die paradoxe Welt ist sich im Kern erstaunlich einig: Der Schmerz soll aufhören! Egal wie.
Die inneren Mono- und Dialoge fluten wie Wellen durch die Bewusstseinsgänge. Wir hadern. Mit uns. Mit dem Schicksal. Mit dem Vergangenem. Mit dem Jetzt. Bis wir auch darauf irgendwann keine Lust mehr haben. Oder keine Kraft dafür. Bis wir einfach von gar nichts mehr etwas hören wollen und alles doof finden.
Wir entscheiden uns mit dem Schlaf aus den Gedankenschleifen auszubrechen.
Ein neuer Tag bringt eine neue Sicht.
Vielleicht.

Samhain-Trommeln

Dumpf dröhnen die Trommelschläge in meinem Kopf nach. Vom entspannenden Rhythmus ist eine tranceartige Schwere geblieben. Draußen am grauen Himmel ziehen die Wolken vorbei bis sich die Sonnenstrahlen durchs dichte Grau quetschen. Mein blauer Filzschlegel klopft zart gegen das gespannte Leder. „Mystisch ist die Zeit und die Schleier dünn“, denke ich bei mir. Längst habe ich einen eigenen Glauben mit eigenen Ritualen. Ich freue mich darauf, mir in den nächsten Tagen bewusst Zeit zu nehmen liebe Seelen aus einer ganz anderen Welt zu treffen. In meinem Herz zu sein.

Und was ist mit damals? Was ist mit dem Leid? Ist alles einfach vorbei und wieder gut?
Nein, das ist es nicht. Unsere Seele trauert. Unsere Seele weiß wie sehr die Zeit besetzt ist. In unseren Gliedern steckt Schreck und Müdigkeit. Aber sie hat Platz in unserem Tun. Sie darf weinen, wenn wir trommeln und schweigen und lachen und schreien, weil es das Herz zerreißt. Bei all dem Schmerz erleben wir Momente des Glücks, weil wir heute einfach sein dürfen.

Langsam und sanft beginnen wir wieder zu trommeln. Lassen aus den dumpfen Tönen der Rituale von einst den Herzschlag von Mutter Erde werden und fühlen uns von ihr gehalten, wenn wir die Verletzungen betrauern.
Bom…
Bom…… Bom.

Liebster Award

CCA58334-3B0D-4FFB-BF60-CF86581157D7Oh, ich mag diese Nominierungen! 😊
Zum einen, weil wir es als Ehre empfinden, dass jemand etwas von uns lesen möchte. Zum anderen, weil es uns dazu anregt über Dinge nachzudenken, auf die wir sonst gar nicht kommen würden. In diesem Fall haben wir die Nominierung von „notjanina“ für den „Liebster Award“ leider verschnarcht und kamen erst jetzt zufällig darauf. Deshalb wollen wir die Beantwortung der Fragen sofort nachholen.
Vielen Dank nochmal!

Das wollte Janina von uns wissen: 🙂

1. Wie geht es dir heute?
Soweit ganz gut. Allerdings strengen mich gerade schon kleine Sachen ziemlich an. Am liebsten hätte ich eine längere Alltagsauszeit. Da das leider nicht geht, werde ich heute einfach mal so oft und so lange wie möglich im Bett rum liegen und so faul wie möglich sein.

2. Welches Lied läuft bei dir momentan rauf und runter?
Ehrlich gesagt gar keins. Ich komm weder dazu, dass ich das Radio einschalte, noch, dass ich mir mal eine CD anhöre. Wenn ich zu Hause die Türe hinter mir zu mache, freue ich mich, dass endlich Stille herrscht. In den Kopf kam mir aber beim Schreiben gerade das Mantra „Om Namo Baghavate“. Deva Premal hat das sehr schön vertont. Zum entspannen finde ich die Musik super.

3. Hast du einen echt peinlichen Lieblingssong von dem sonst niemand weiß? Und wenn ja: Dürfen wir ihn erfahren?
Schnappi das kleine Krokodil finden wir einfach putzig. Die anderen Lieder teilen wir nur mit unserer besten Freundin.

4. Welche Person in deinem Leben hat dich ganz besonders geprägt und warum?
Oh, da gibt es einige.
Zunächst meine Eltern und die enge Familie, wie das wahrscheinlich bei so gut wie jedem ist. Zwar waren diese Prägungen bei uns nicht unbedingt immer so positiv, beeinflusst haben sie uns dennoch. Später eine Therapeutin. Bei Ihr durften wir viel nachholen, was uns in der Kindheit und Jugend fehlte. Außerdem stand sie mit einer Liebe und Selbstverständlichkeit an unserer Seite, die mir überhaupt erst ermöglichte, ich/wir selbst zu werden. Einen ganz besonderen Platz nimmt unsere beste Freundin ein. Sie ist einfach bezaubernd und hat bei allem Stress, den sie selbst hat, eine Engelsgeduld mit unseren Marotten.

5. Bist du zufrieden damit, wie dein Leben gerade läuft?
Im Großen und ganzen ja. Nicht ganz so viel Bürokratie wäre schön. Und mir schwebt beruflich eine Veränderung vor, die umgesetzt werden will.

6. Was kotzt dich so richtig an?
Unehrlichkeit und mangelnde Loyalität. Zudem Mensch die glauben besser zu wissen, wie ich mein Leben leben sollte und dabei so null Ahnung von meiner Welt haben.

7. Wie machst du die Welt ein Stück besser?
Oh, dass ist eine große Frage.
Wir hoffen, dass wir die Welt ein Stück dadurch besser machen, dass wir zu unserer Geschichte stehen und darüber sprechen. Darin sehen wir die Chance, auch für andere langfristig etwas zu verändern.
Im Großen und Ganzen sind es aber wohl auch bei uns die kleinen Dinge und Gesten, die sich summieren. Ein offenes Ohr, ein freundliches Wort, eine helfende Hand und ein herzliches Lächeln, wo es gebraucht wird.

8. Freust du dich auf den morgigen Tag?
Jupp: Ich hab frei. 😉
Dazu kommt bei uns: Seit unserer extremen Krise vor einigen Jahren, beten wir jeden Abend für eine beschützte Nacht und freuen uns jeden Morgen, dass wir am Leben sind. Das ist unabhängig davon, wie wir uns sonst fühlen oder was an diesem Tag ansteht.

9. Was möchtest du in deinem Leben noch unbedingt sehen?
Eine Elfe.
Unsere alte Therapeutin nochmal.
Ein übervolles Girokonto mit einem mindestens fünfstelligem Betrag im Haben und das dauerhaft. 😉

10. Was ist deine größte Stärke?
Meine Ehrlichkeit. Meine Loyalität. Meine Sensitivität. Mein Einfühlungsvermögen. Mut zur eigenen Meinung und die Fähigkeit sich bei Bedarf deutlich abzugrenzen.

11. Was machst du, wenn du nicht einschlafen kannst?
Nix.
Ich liege einfach wach, genieße mein warmes Bett und streichle die Katzen.
Wenn mir langweilig wird, schaue ich hin und wieder auch ein Filmchen auf YouTube. Dort verschlägt es mich meist entweder in die „Kinderabteilung“ zum Pumuckl schauen oder auf den Kanal von Mystica.tv.

Jetzt wird es wohl Zeit, dass wir auch wieder jemanden nominieren. Ich hoffe die genannten mögen bei der Aktion mitmachen:

Meine elf Fragen an euch:
1. Wenn du jetzt ein Bild malen würdest, was würde man darauf sehen?
2. Die Farbe „Blau“ verbindest du mit was?
3. Hast du ein Lieblingskinderbuch und wenn ja welches?
4. Deine Welt in einem Wort?
5. Wenn du nochmal einen Tag lang Kind sein dürftest, was würdest du tun?
6. Hast du ein Lieblingszitat und wenn ja welches?
7. Was kommt auf deiner Speisekarte auf keinen Fall auf den Teller?
8. Wenn du eine neue Religion erfinden dürftest, woran würde sie glauben?
9. An einem kühlen Herbstabend freue ich mich auf…?
10. Was bringt dich nach einem aufgewühlten Tag wieder runter?
11. Wenn du uns eine Frage stellen dürftest, welche wäre es?

Dünnhäutig

Ich falte ein Stück Papier.
Erst in der Mitte. Dann nochmal in die andere Richtung.
Öffnen.
Linke Ecke zur Mittellinie. Rechte Ecke zur Mittellinie.
Einmal. Zweimal. Dreimal.
Meine Finger bewegen sich mit nervöser Genauigkeit.
Mich fröstelt.
Ich bekomme Gänsehaut
und ein heißes Gesicht.
Der Spannungsbogen der Situation läuft darauf zu, dass sich ein Papierflieger in die Lüfte erhebt.
Äußerlich.
Innerlich kämpfen wir damit, dass uns ein hartnäckiges Ekzem im Intimbereich den letzten Nerv raubt.
Es juckt. Es schmerzt. Es brennt.
Kurz: Es kann alles, was ein richtig guter Trigger an dieser Stelle können muss.
Jackpot dabei: Kein Arzt weiß, weshalb es überhaupt da ist.
Keine Therapie schlägt wirklich an.
Die nässend geschwollenen Stellen haben keinen Namen.
Kein Pilz. Kein Bakterium. Kein Nichts.
Dennoch ist die Frau in uns löchrig dünnhäutig.
Wundflüssigkeit läuft wie Tränen über die Schamlippen.
Und nun?
Es ist, als schrien sämtliche meiner Hautzellen: „Ich möchte nie wieder angefasst werden! Schon gar nicht dort!“
Gleichzeitig lösen sich unsere (Haut-)Grenzen auf.
Eine innere Gewissheit tut sich auf, dass dieser Bereich erst dann wieder heilen wird, wenn eine bestimmte Innenperson Beachtung findet. Wenn ein Stück Erfahrung heilt. Aber wie? Der Zugang fehlt.

Hey du,
Kind voller Tränen.
Lass uns wachsen. Gemeinsam. Zur Frau.
Zur Überlebenden.
Mit Grenzen.

Wie Katz‘ und Vogel

22869202-E524-49A3-BBE0-B563214BF4E4Auf meinem Balkon zwitschern die Vögel. Seit zwei Wochen habe ich Futter draußen aufgehangen, um die Nahrungsquelle für den Winter vorab bekannt zu machen. Etwas Bedenken hatte ich schon, dass sich die Piepmatze vielleicht nicht so nah ans Haus trauen oder von meinen Katzen zu sehr irritiert sind, um mein Nuss-Samen-Kern-Angebot anzunehmen. Doch weit gefehlt.
Die ersten Tage zeigte sich die Vogelschar etwas zurückhaltend und war anfangs extrem schreckhaft, wenn sich drinnen in meinem Zimmer etwas bewegte. Dennoch waren mutige Testesser am Start, die ihren Kollegen berichteten. Mittlerweile müssen sich meine Katzen so einiges gefallen lassen. Da nützt kein entsetztes Aufschnattern. Der Fink spaziert bei geschlossener Türe lustig direkt an der Scheibe vorbei. Die Meisen denken sich so gar nichts, wenn sie auf ihrem Knödel sitzen. Der Rotschwanz pfeift fröhlich auf dem Geländer.
Es ist lustig verkehrte Welt, wenn die Vögel den Miezen gleichsam Schnabel und Zunge rausstrecken, um zu signalisieren: „Ihr könnt uns mal! Kriegt uns ja eh nicht, da hinterm Fenster…“