Volle Zeit

Ihr Lieben,
wir hängen hier auf dem Blog gerade etwas hinterher.
Es gäbe noch so viele Kommentare zu beantworten und auch einige Themen, über die wir dringend schreiben wollen. Grade ist aber privat so viel zu tun, dass wir noch gar nicht dazu gekommen sind.
Also bitte nicht wundern!
Sobald es im Außen wieder ruhige Momente gibt, holen wir das alles nach. 😉

Liebe Grüße und einen wunderschönen Tag euch allen,
Sofie und die bunten Schmetterlinge 🙂🦋☀️

Dissoziation lügt nicht

ASSOZIATION
ist das Gegenteil von
DISSOZIATION.

Beim Erfinden müssten sie ASSOZIIEREN,
nicht DISSOZIIEREN.“

Eine erfahrene DIS-Therapeutin

So einfach und doch so logisch und klar.

Alltagsstruktur mit DIS

Bunte Sterne haben uns in den Kommentaren von „Ein Beitrag für euere Fragen“ zu dem Thema „Alltag“ und „Alltagsorganisation“ mit DIS angeregt.

Liebe Sofie,

ich finde das eine sehr schöne Idee 🙂
Mich würde interessieren wie ihr euren Alltag organisiert. Habt ihr eine gute Regelung dafür gefunden, dass jeder seinen Interessen nachgehen kann, aber auch die Pflichten des Alltags nicht zu kurz kommen? Wie geht ihr damit um, dass einige sehr viele Fähigkeiten haben, aber andere noch im vergangenen Erleben stecken?

Liebe Grüße
Bunte Sterne

Hier geht es weiter zu unseren Alltagseinblicken→

Melinas Fragen und Schmetterlingsphilosophien 🙂

Die lieben Melinas haben uns in den Kommentaren zu „Ein Beitrag für eure Fragen“ ihre Gedanken und Themenwünsche zukommen lassen.

Tolle Idee, liebe Sofie!
Was wenn diese Diagnose DIS eben nur eine Diagnose ist und mehr nicht? Vielleicht ist es ein revolutionärer Gedanke, wenn wir alle als vorgeburtlich, in der Kleinkindzeit, in der Kindheit, in der Jugend, und auch noch später ALLE sehr traumatisiert sind, alle dissoziiert sind, gespalten, geschädigt, „zu Tode“ verletzt, gebrochen, verstört….worden sind und wir im Grunde alle Therapie bräuchten….oder eben eine andere Sichtweise entwickeln müssten, statt nur den sog. „Kranken“ (mit Diagnose) eine Therapie zu genehmigen?
Wenn ich mich Tag für Tag umsehe und in den vielen Begegnungen des Tages soviele Menschen mit verletzten Seelen erlebe, die ausblenden, nicht reflektieren, alles abwehren was ihnen nicht gefällt, blind und mit Scheuklappen herumlaufen, mit den Fingern auf andere zeigen…..denke ich, dass die Menschen hier in den Blogs bei Dir und vielen anderen und auch bei mir mit diesen Diagnosen DIS, DDNOS, Borderlines ….mitlesen und sich äußern, doch eigentlich die Sorte Mensch sind, die am wenigsten therapiebedürftig sind, weil sie imstande sind, einen ehrlichen Blick auf sich selbst und diese sich zerstörende Welt in der Lage sind – zu werfen….Was sagst Du dazu? Und findest Du es auch, dass es eigentlich ein Geschenk ist, dass wir durch unser Schicksal gelernt haben stärker und mutiger zu werden um die Wahrheiten in uns und in der Welt zu suchen?

Manche Fragestellungen sind fast schon philosophisch und wir mussten sie erst einmal auf uns wirken lassen. Dabei war es sehr interessant darüber nachzusinnen. Im folgenden wollen wir euch einen kleinen Einblick in unsere Schmetterlingsphilosophie diesbezüglich geben. 😉 Weiterlesen

Freizeitspaß und Entspannung

Zu „Ein Beitrag für euere Fragen“  sind bereits die ersten Rückmeldungen eingegangen. Eine davon wollen wir hier nun Aufgreifen. Die Farbe Bunt wollte folgendes von uns wissen:

„Hallo 🙂. Was sind denn so eure liebsten und angenehmsten Unternehmungen/Beschäftigungen, um zur Ruhe zu kommen/zu entspannen und/oder Dinge, an denen ihr euch freuen könnt?“

Soweit ich weiß, haben wir darüber auch tatsächlich noch nie direkt geschrieben. Danke also für diese Anregung!

Zunächst ist es so, dass Entspannung für uns im Alltag als Thematik kaum auftaucht. Das liegt nicht daran, dass wir kein Bedürfnis danach hätten oder niemals nach Möglichkeiten dazu suchen. Tatsächlich haben wir eher so etwas wie eine „Entspannungs-Sperre“. Sobald das Ziel „Entspannung“ direkt benannt wird, können wir uns darauf nicht mehr so gut einlassen. Wir gehen in eine Abwehrhaltung. Irgendetwas in uns sträubt sich. Die Entspannung wird „spannend“. Die genauen Gründe dafür, kann ich nicht benennen. Manchmal steckt aber sicher die Angst dahinter, darüber mit etwas aus der Vergangenheit in Kontakt zu kommen.

Nichts desto trotz, bauen auch wir in unseren Alltag natürlich Ruhephasen ein. Weiterlesen

Ein Beitrag für euere Fragen

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Etwas mehr als drei Jahre gibt es diesen Blog jetzt schon. Er ist mit seinen Lesern gewachsen. Uns bereitet es so viel Freude zu sehen, dass immer mehr Menschen mitlesen und sich für unsere Worte interessieren. Die Leserschaft selbst scheint dabei mittlerweile genau so bunt zu sein, wie der Blog und wir selbst. Danke euch allen dafür! 😘

Als wir so am Tisch saßen und überlegten, was ein schöner neuer Beitrag sein könnte, fanden wir den Zeitpunkt sehr geeignet einfach mal euch lieben Leser und Leserinnen nach euerer Meinung und eueren Wünschen zu fragen.
Gibt es Dinge, die ihr schon immer mal gerne von uns wissen wolltet? Dann her damit! Dabei ist grundsätzlich jedes Thema willkommen – solange es die Basisprinzipien von „Nettikette“ und respektvollem Umgang wahrt, versteht sich. Die Fragen können sich rund um das Thema „Trauma“ und „Viele sein“ drehen, müssen es aber nicht. Die gesamte Bandbreite an kreativen Fragen oder Schreibaufgaben steht euch offen. 😉

Die Kommentare wollen also ab sofort hier gefüttert werden und freuen sich auf jede von eueren Anregungen, Rückmeldungen und Ideen. Wir werden sie anschließend, in einem oder mehreren Beiträgen so gut wie möglich umsetzen.

Das wird spannend, aber wir freuen uns drauf!

Ganz liebe Grüße,
Sofie und euere bunten Schmetterlinge 😊🦋💫

„Der Tag an dem mein Leben verschwand“

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Naomi ist 32 Jahre alt und alleinerziehende Mutter eines Sohnes. Eines Morgens wacht sie auf und kann sich plötzlich an nichts mehr erinnern. Ihr Leben wird zum Fragezeichen. So beginnt für sie eine Spurensuche nach den Schlüsseln der Vergangenheit, die den Gedächtnisverlust ausgelöst haben.

Diese Kurzzusammenfassung würde wahrscheinlich auch auf dem Umschlag eines Kriminalromanes gut ankommen. Hier handelt es sich aber um eine wahre Geschichte. Das 412 Seiten dicke Taschenbuch haben wir uns zugelegt, als wir mal wieder einfach Lust auf etwas Lesestoff hatten. Erwartet haben wir eine gelungene Kombination von erlebter Realität und schreiberischem Knowhow. Im besten Fall also sowas, wie einen wahren Krimi. Weiterlesen

Weidenkätzchensommertraum

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Auf meiner Küchenzeile blühen die Weidenkätzchen. Sie waren ein Geschenk von Mutter Natur auf meinem letzten Spaziergang. Waldarbeiter haben die Büsche am Wegesrand zurückgeschnitten und die Äste an der Seite des Feldes liegen lassen. Im Auto hatte ich glücklicherweise eine Gartenschere dabei, sodass ich mir ein paar kleine Zweige abmachen konnte. Ich freute mich sehr, über die unerwartete Gabe, die ich mit nach Hause nahm. Einen rechten Plan, was daraus werden sollte, hatte ich zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht.
Mittlerweile zieren die flauschigen Kätzchen einen Blumentopf und bringen Frühlingsstimmung in mein Wohnzimmer.

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Zwei kleine Zweiglein wanderten in ein Wasserglas, in der Hoffnung, dass sie Wurzeln austreiben werden. Wenn das gelingt, sollen die Pflänzchen im Kübel auf dem Balkon einen Sommerplatz finden. Dort kann ich sie mir wunderbar vorstellen. Mal sehen, ob mein Plan aufgeht. 😀
Nun leuchten sie erst einmal in wunderschönem Gelb durch das warme Zimmer und trotzen dem eisigen Wetter, in dem ihre Kollegen draußen stehen. In meinem Herzen bereitet mir ihr Werdegang Freude. In der Vorstellung kann ich meine Hände in der Erde spüren und sehen, wie ich ihrem Leben in einem schönen Topf Raum gebe. Dann werde ich mit meinen beiden Stubentigern im Liegestuhl sitzen, gemütlich einen Cocktail schlürfen und mich über die grüne Oase freuen. Die Weide, Hortensien, ein kleines Bäumchen,Kräuter im Töpfchen, Salat, Tomaten, ein bisschen Blühpflanzen und zirpende Grillen.

„Es ist Sommer, egal ob man schwitzt oder friert. Sommer ist, was in deinem Kopf passiert.“ (Wise Guys)

Schwarzkümmelreis mit Schafskäse

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Reis ist für uns eine beliebte Beilage.
Wir essen ihn in allen möglichen Formen. Heute wollen wir euch eine schnelle Möglichkeit vorstellen, den nahrhaften Körnern einfach mal einen ganz anderen Geschmack zu verpassen.

Zunächst wird der Reis im gesalzenen Wasser mit einer Scheibe Ingwer auf die richtige Garstufe gekocht. Wenn er fertig ist, gießt man das restliche Wasser ab, sofern überhaupt noch Wasser im Topf vorhanden ist. Wenn man die Wassermenge vorher der Reissorte anpasst, ist es am Ende automatisch weg, weil es die Reiskörner ausgetrunken haben. 😉 Die zugehörigen Milliliter-Angaben stehen oft auf der Verpackung.
Nun bröselt man den Schafskäse mit den Händen darüber. Natürlich könnte man den auch schneiden, aber das sparen wir uns oft und regeln das mit leichtem Händedruck. Umrühren, etwas Sahne zugeben, dass der Reis schön schlotzig wird und den Schwarzkümmel dazu streuen.
Fertig! 🍴🙂

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Die Zutaten im Überblick:
– Wasser
– Eine Scheibe Ingwer
– Reis
– Schafskäse
– Schwarzkümmel
– Sahne
– Salz – Der Schafskäse ist an sich schon etwas salzig, deshalb anfangs sparsam mit extra Salz umgehen und lieber nachwürzen.

Der würzige Reis mit einem Hauch von Orient schmeckt zu Fleisch- und Fischgerichten gleichermaßen. Die Kombinierbarkeit ist vielfältig. Da ist mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei. Oft essen wir ihn auch einfach blank.

Wir wünschen guten Appetit und einen schönen Dienstag! 🙂☀️🦋

Sonniger Sonntag

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Heute war ein sonniger Tag.
Schon morgens, als wir aufwachten, strahlte uns die Sonne aus dem Bett. Die Welt da draußen vor dem Fenster, sah so freundlich aus. Es war, als würde aus jeder ihrer Poren eine fröhliche Einladung leuchten, doch nach draußen zu kommen.
Bald wagten wir die ersten Schritte auf unseren Balkon. Dort erstarrten wir. Zur Eissäule. Die Wärme war geheuchelt. Bei den eisigen Minusgraden, war die Lust auf Zeit im Freien schnell vorbei. Als wir zurück ins Zimmer traten schmunzelten uns die Katzen blinzelnd zu, als wollten sie sagen: „Hätten wir dir gleich sagen können. Was denkst du, weshalb wir hier noch rumliegen.“ Ok, es stimmt. Das hätte mir tatsächlich zu denken geben sollen. Sowas passiert nur, wenn man nicht auf seine Stubentiger hört. Die Dame des Hauses bewegte sich tatsächlich nicht einen Millimeter von ihrem Schlafplatz weg und der Herr setzte nur einmal kurz eine Pfote vor die Tür und drehte sich dann fröstelnd um.

Wir blieben also im Zimmer, weil wir ohnehin nichts vorgehabt hätten und ein Spaziergang uns in Anbetracht der Tatsachen nicht sehr attraktiv erschien. Hinter der Fensterscheibe war die Sonne wärmer.
So begann ein eisiger Frühjahrstag, an dem wir lange vor uns hin dissoziierten und zwar genau so lange, bis uns die Dissoziation bewusst wurde und uns vor Anspannung die Tränen über die Wangen liefen. Wir klebten in einem Stück von Panik, weil die Abspaltung plötzlich so greifbar war. Natürlich ist das eigentlich nichts Neues, aber es machte uns nun verdammte Angst. Weshalb genau, verschwand im Wattenebel im Inneren. Die Sonne draußen war immer noch da, aber in uns wurde es finster. Die Welt wirkte verschlossen. Oder wir? Oder beide?
Wir begannen uns zurückzusuchen. Was sehen wir? Den Sessel, die Katzen, unsere Küche, die grüne Ablage… Ein klein wenig von uns fanden wir wieder, als wir gerade angestrengt die Einhörner auf der Bettwäsche zählten und dem Geräusch der Stille lauschten.
In vielen Punkten schienen wir uns heute Näher zu sein als sonst. Es triggerte viel mehr, wir spürten mehr und dennoch brachte genau das uns in eine unendliche Entfernung von unserem Sein. Wir waren uns nah im Abgespalten sein. Der Körper saß auf dem Bett. Unsere Seele jedoch flog durch verschiedene Stationen alter Zeiten.

„Merkst du auch, dass wir uns nicht spüren?“, sagte eine innere Stimme leise.
„Ja. Ich merke es. Woran liegt das?“, frage ich zurück.
„Hmm, vielleicht weil uns die Hände gebunden sind?“
„Unsere Hände sind frei“, erkläre ich. „Wir können sie heute frei bewegen.“
„Wir können sie nicht frei bewegen“, erwiderte das Innenkind. „Die Dissoziation hat uns den Körper geklaut.“

Ich bewege mich durch den Raum und lasse frische Luft zur Balkontür herein. In der Kälte werden meine Gedanken klarer, doch der Nebel auf den Sinnen bleibt. Keine Rückholmaßnahme fruchtet wirklich. Irgendwann begreife ich, dass es längst mehr ist, als reine Dissoziation.
Zwei Denkstraßen weiter schüttelt es mich und den ganzen Körper. Eine unsichtbare Macht zerrt mich einzuschlafen. In taubem Dasein sind wir bewegungslos gefesselt und nicht in der Lage zu fliehen. Wir kämpfen. Dann geben wir für einen kurzen Moment kraftlos dem bleiern schwer betäubenden Zustand nach, der auf uns liegt.
Als wir später zu uns kommen, sind wir immer noch benebelt, aber klar in dem, was gerade vor sich ging. Das gibt uns etwas Handlungsfähigkeit zurück.

Dann fließen die Tränen, diesmal, weil die Anspannung abfällt und wir langsam aus dem „Albtraum“ aufwachen. Die Bilder klären sich.

Sonntag, Sonne, Drogenflashback.