Klinikendspurt

So nun ist es bald so weit.
Ab Mitte Februar gehen wir zum ersten Mal in eine Klinik zur stationären Traumatherapie. Wir sind gespannt, wie das für uns sein wird. Vorab gibt es nun aber erst einmal noch jede Menge zu organisieren. Weiterlesen

Sex nach der Gewalt

Wir öffnen die Balkontür und schauen zusammen mit der Katzendame hinaus in die Nacht. Die Luft zieht kühl an unseren Schultern vorbei. Schnell wirft die Haut kleine Frostbeulen. Wir reiben uns den Gänsepullover an den Unterarmen und treten einen Schritt zurück ins Zimmer. Nur noch einmal durchatmen. Das reicht für’s Erste. Während wir die Türe langsam wieder schließen, fühlen wir unseren vibrierenden Körper. Es ist, als würde die Seele ein paar Zentimeter abgelöst von unserer physischen Existenz über der Hautoberfläche schweben und zittern. Sex ist eine komplizierte Sache. Manchmal muss sie sein, nur um hinterher festzustellen, dass sie uns irgendwann umbringen wird, wenn wir so weiter machen. Nichts ist wirklich freiwillig. Nichts ist schön. Viele hier innen wünschen sich das anders. Wer sich durchsetzt ist eine ganz andere Frage.

Weiterlesen

Alltagsausschnitte

Wir sitzen auf dem Bett. Unsere nassen Haare tropfen von den Schultern auf das Betttuch. Ein leises Kitzeln zwingt uns dazu die Nase zu reiben. „Hatschiiiiiii!“ Na, nu? Katzenhaare oder Schnupfen im Anflug? Wir entscheiden uns für ersteres. Gut, dass jetzt endlich Feierabend ist. Der Tag hielt mehrere Prüfungen und Anstrengungen für uns bereit. Wir sind froh, dass sie nun erst mal gemeistert sind. Während wir taub-neblig abschalten, lassen wir die letzten Stunden noch einmal Revue passieren…

Weiterlesen

Dankbar sein heißt Wahrnehmen

Thanks for existing in my little Galaxy!

Wer kennt sie nicht – die gut gemeinten Ratschläge von Freunden und Bekannten, wenn man mal wieder am Boden liegt. Manchmal geht es einem so dreckig, dass man nur noch sterben will. „Es gibt doch so viel Schönes“, sagen sie oder „Sei doch dankbar für das was du hast, statt nur an das Schlechte zu denken.“ Das wirklich Schlimme daran ist, dass sie es ernst und vor allem nur gut meinen. „Hmm, danke für den Tipp. wär ich selber nie drauf gekommen“, sagen wir mit einiger Ironie in der Stimme, weil gut gemeinter Rat manchmal eben teuer ist und wir ihn gerade mit einem emotionalen Schlag in die Magengrube bezahlen mussten. Aber weshalb funktioniert das eigentlich nicht? Wieso kann man sich nicht wirklich in der Gegenwart einfach am Schönen festhalten, wenn einem das Schreckliche aus der Vergangenheit den Boden unter den Füßen wegzieht? Liebe Leser_innen kommt ein paar Zeilen mit in unsere Welt. In eine vielleicht völlig fremde Galaxie…

Weiterlesen

Innerer Klassenkampf

christmas-kids-1073567_1920

Manchmal, wenn wir still auf unserem Bett sitzen, die Beine eng an die Brust gezogen, die Haare streichelnd auf den Schultern spürend, wenn ein weites Nachhemd unseren Körper umspielt und unsere Zehen sich vor der Kälte in seinem Saum verstecken, dann kommen wir für einen stillen Moment mitten in der Nacht ganz bei uns an und die Stille wird schreiend laut. Sie schreit von den entsetzlichen Ungerechtigkeiten und der Stigmatisierung. Weiterlesen

Plötzlich Missbraucht

In Anknüpfung an die Suchanfragen in unserer Blog-Statistik möchten wir uns heute nochmals zu plötzlich auftretenden Missbrauchserinnerungen äußern. Um das Thema plastischer zu gestalten, stellen wir uns das Gedächtnis unseres Gehirns als riesiges Archiv an Erfahrungen vor.

Weiterlesen

Laut-stille Wahrheiten

© Copyright by „Sofies viele Welten“

Heute Morgen bleibt es lange grau. Die wolkenschleier sind ebenso undurchsichtig, wie unsere derzeitige Gefühlslage. Irgendwie ist alles gleichzeitig. Wir denken nach. Darüber, wie es uns drängt unsere Wahrheit im Alltag immer sichtbarer zu machen und unser Sein immer weniger zu verstecken. Wir sind es leid. Gleichzeitig in getrennten Welten zu leben, war nie unser Lebensentwurf. Er wurde uns aufgezwungen. Immer nur zu einem Teil sein zu dürfen kostet Kraft. Kraft, die wir immer weniger bereit sind zu investieren, um andere Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen und sie auf ihrer rosaroten Wolke weiterschweben zu lassen. Gewalt gibt es nunmal und uns als Betroffene auch. Mittlerweile sprechen wir vieles deutlich aus, weil es uns nicht zu einem schlechteren Menschen macht. Wer damit nicht klar kommt, hat mit sich ein Problem und nicht mit uns. Niemand muss mit uns befreundet sein, niemand muss uns mögen und von denen, die an unserer Seite sind, wollen wir wissen, dass sie uns als den Menschen lieben, der wir sind. Lange Zeit hatten wir zu niemandem eine Gefühlsbindung. Es waren bestenfalls gute Bekannte. Immer schwebte das Damoklesschwert über uns, dass sie alle weg wären, wenn sie wüssten… Sätze wie „Ich mag dich“ für voll zu nehmen, ging einfach nicht. Sie kamen gar nicht bei uns im Herzen an. Heute sind tatsächlich viele der ehemaligen Freunde weg, aber die, die geblieben sind oder neu dazu kamen, mögen uns wirklich.
Weiterlesen

121 Bullet Journal Printables für PTBS & dissoziative Störungen

Die Jahre haben gewechselt und ein neuer Kalender beginnt. Die sehr personalisierte Form eines Jahresplaners stellt ein Bullet Journal dar. Es ist flexibel gestaltbar und geht mit dem Inhalt über bloße Terminaufzeichnungen hinaus. Die liebe Sonrisa hat vor einiger Zeit auf ihrem Blog einen Beitrag geschrieben, in dem sie Tipps und Tricks zum Bullet Journal teilt. Zudem sind auf ihrer Seite schön gestaltete Printables für den Umgang mit PTBS zum Ausdrucken verfügbar. Mit ihnen lassen sich viele Symptome gut verfolgen. Wer kreativ ins neue Jahr starten und dabei noch seine Gesundheit im Auge behalten möchte, findet in verschiedenen Artikeln auf dem Blog eine wahre Fundkiste zum Gestalten eines Notizbuches, dass für Betroffene von Traumafolgestörungen einen echten Mehrwert besitzt. Optimal sind die Materialien gerade auch für Neueinsteiger oder Menschen, die sich nicht für ausreichend kreativ halten. Sie schaffen einen barrierefreien Zugang zu ersten Versuchen.


Viel Spaß beim Stöbern und Selbermachen! 🖌📔


Avatar von sonrisamussorgskyDIS...tanz

Hallo an alle,

eines der ersten Dinge, die ich mit meinem neuen Zeichenbrett probiert habe, waren Bullet Journal Printables. Ich bekomme immer noch ab und an Post zur Bullet Journaling Serie hier im Blog – manche sind noch unschlüssig, ob das etwas für sie ist oder wissen nicht genau, wie sie beginnen sollen. Das hab ich mir überlegt:

  • November ist der beste Monat für einen Testlauf. Im Dezember geht es vielen Traumapatienten nicht so gut. … und bis Januar kann man dann entscheiden, ob man einen Versuch wagen möchte und ein BuJo beginnen…
  • Du kannst die Printables einfach downloaden und ausprobieren, wenn Du möchtest… Bei manchen füge ich ein Foto der ausgefüllten Seite hinzu, damit Du siehst, wie man die Seiten verwendet.
  • Das meiste habe ich mit Tieren illustriert. Ich hoffe, das ist für alle unverfänglich-triggerfrei.
  • Als Format habe ich – ziemlich unüblich – A4 gewählt, damit die Seiten einfach…

Ursprünglichen Post anzeigen 541 weitere Wörter

Die Sache mit dem Samen

soap-bubble-1986657_1920Ausnahmsweise werde ich hier einmal in eine tiefere Betrachtung eines Rituals einsteigen, das in einigen Gruppierungen praktiziert wird. Dabei ist der Sinn des Beitrages keine voyeuristische Beschreibung desselben, sondern lediglich das Sichtbarmachen unserer inneren Auseinandersetzung mit der Thematik. Dafür ist es in diesem Fall nötig einige Fakten klar zu benennen.

Weiterlesen