Wir waren von Lunis Beitrag zu Stärken durch Traumatisierung sehr bewegt. In unserem letzten Artikel haben wir ihn deshalb verlinkt. Je länger wir darüber nachdenken, umso mehr fällt uns dazu ein. Das Thema zeigt sich als komplexer, als ich es anfangs wahrgenommen habe. Deshalb möchte ich mich hier noch einmal detaillierter dazu äußern.
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Wir sitzen völlig geschafft im Schlafzimmer. An unseren Schleimhäuten spielt Erdbeer-Vanille-Duft Sommer. Der Tee zieht. Obwohl wir unsere Füße seit einigen Minuten hochlagern, haben wir unaufhörlich das Gefühl die Knöchel pochen vom Blutfluss. Sie kribbeln leise vor sich hin und wimmern, als wollten sie ganz deutlich sagen: „Beweg‘ dich nie wieder aus deinem weichen Bett.“ Ein Wunsch den ich nur zu gerne erfüllen will – zumindest für heute. Während die erste Fliege dieses Jahres mich blöd surrt, komme ich ein bisschen in diesem Tag an, dem ich so lange entflohen bin, dass er schon fast vorbei ist, bevor ich Ihn realisieren kann. Er begann mit einem schrillen Weckerton und endet abrupt ganz kurz nach dem Aufstehen, weil die Zeit dazwischen so schnell war.
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Ich sitze am Tisch und stochere mit dem Löffel in meinem Müslijoghurt. Ein Korn mag sich nicht beißen lassen. Egal wie sehr ich es mit der Zunge durch den Mund von einem Zahn zum nächsten Schubse – an seiner Hülle tut sich nichts. Irgendwann sortiere ich es aus, weil es wie Stroh unnachgiebig hölzern bleibt. Mein Kopf ist müde und so spare ich mir aus diesem unwichtigen Fakt die Geschichte der spröden Kornfee zu machen. „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kauen sie noch heute“ wäre ohnehin ein armselig abgedroschener Schluss. Der Mülleimer leistet mir statt dessen gute Dienste.
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Es sind Tage wie dieser, an denen die Verzweiflung im Innen so hochkocht, dass nur noch wüste gegenseitige Beschimpfungen übrig bleiben. Wobei ich alleine dafür, dass ich soeben das Wort Verzweiflung benutzt habe, die nächsten Morddrohungen erhalte. Selbstverständlich ist hier niemand verzweifelt, sondern sauer, wütend oder frustriert. Die Kapitulationslage war meine Interpretation. Wie konnte ich nur!? Ich atme ein paar Mal tief durch. Als lächelnde Funktionsfassade sitze ich vor dem inneren Terror. Sofern Anfeindungen gegen Außenmenschen ausgesprochen werden, bemühe ich mich um eine sozial verträglichere Formulierung, als die, die mir im Innen um die Ohren fliegt. Statt „blöde Kackbratze“ kommuniziere ich, dass wir wohl völlig aneinander vorbei geredet haben. Aus „Leck mich doch am Arsch, du ahnungslose Hure“ mache ich ein: „Ich glaube da fühlen sich im Innen manche wirklich ungesehen.“ Was für mich bleibt ist das Gefühl mein Kopf wird gleich in tausende Teile zerspringen und schwallartige Tränen der völligen Überforderung.
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Wir haben uns heute dazu entschlossen zu diesem schwierigen Thema einen Beitrag zu schreiben. Über längere Zeit haben wir uns intensiv damit beschäftigt, ob sich eine Schwangerschaft im Jugendalter als erwachsene Frau noch nachweisen lässt. Unsere Ergebnisse wollen wir hier mit euch teilen, auch weil wir bei der Recherche festgestellt haben, dass Google dazu praktisch nichts an Informationen ausspuckt. Das hätte uns aber sehr geholfen und einiges erleichtert.
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Im Leben nach dem Ausstieg aus organisierter und ritualisierter Gewalt gibt es sicher viele Gründe weshalb trotz verheerender Erinnerungen nach außen nur eine rationale Fassade tritt. Ganz vorne bei den Erklärungsansätzen sind beispielsweise die Auswirkungen der dissoziativen Spaltung. Heute wollen wir euch von einer Situation in der Therapie erzählen, die diese Taubheit von einem anderen Blickwinkel betrachtet.
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Ich möchte diesen ganz wundervollen Beitrag der Paulines von „Geteilte Ansichten“ mit euch teilen, der so viel Wahres über Heilung erzählt und uns aus der Seele spricht. Vielen Dank für die Erlaubnis!
Ein „besonders harter Brocken“ zu sein macht dich nicht zum Superhelden*in. Ich glaube, der Moment, in dem man das Leid(en) zulässt, statt es verhindern, verstecken oder vermeiden zu wollen, ist bahnbrechend. Immer wieder höre, lese, erfahre ich den äußeren und inneren Fokus auf „Genesung“ (unterschiedlich definiert): Traumafolgen mögen idealerweise aufgelöst (oder abgemildert) werden, der Mensch […]
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Starr liegt sie da. Die Haare zerzaust. Das Hemd zerknittert. Die äußere Ruhe macht den inneren Sturm ungesehen. Angststarre. Zugesagt…. absagen…. zugesagt… absagen. Die Gedanken spielen schwarz weiße Kreise. So kurzfristig. Einfach nicht hingehen. Ganz ohne krank zu sein. Oder doch irgendwie, aber nicht richtig. Nur so im Herzen. Nicht im Körper. Darf man das? Wenn es einem doch gut geht und nur die Seele versagt!? „Ich bin krank“, hört sie sich innerlich hunderte Male sagen. Dabei sieht sie sich zitternd den Telefonhörer in der Hand halten. Ebenso oft schreit ihr die anerzogene Zuverlässigkeit zurück, wie unmöglich sie sei, sich so anzustellen wegen nichts. Empfundene Lüge. Obwohl sie wahr ist. Nur anders. Wegen ein bisschen Trauma.
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Wie so oft, ist es noch ziemlich finster, als ich anfange zu tippen. Ohne das in irgendeiner Form zu forcieren, hänge ich anscheinend vor allem in den Tagesübergängen unseren Gedanken nach und bringe sie zu Papier. Durch die angelaufenen Fensterscheiben verschwimmt das Morgenrot. Draußen ist es kalt. So kalt, dass selbst die Katze ihren Morgenspaziergang nach fünf Minuten beendete und zurück ins Bett kroch. Ich genieße die Ruhe. Langsam kehrt das Gefühl in meiner Brust wieder, auch wenn es immer noch taub über den Abgründen wabert.
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Es ist noch grau finster, als ich die Augen aufschlage. Die Katze möchte nach draußen. Vermutlich wird sie ihr Näschen nur eher kurz hinausstrecken. Aufstehen lohnt sich kaum. Regentropfen rollen die Fenster hinunter. Meine Tränen warten auf Januar.
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