Halsschmerz im Glücksklee

Der Hals schmerzt.
Seit heute morgen ist die Kehle empfindlich wund bei jedem Schlucken.
Kein Wunder, bei der Kälte.
Draußen vor dem Fenster, schnurrt unser kleines Windrad im Blumentopf.

Während wir den Tag mir viel Tee und Schmerztabletten im Bett verbringen, wollen auch die Katzen lieber nicht hinaus. Eigentlich ist heute St. Patricks Day. Viel Kraft haben wir nicht, aber ein paar kleine Gaben stellen wir den guten Hauskobolden dann dennoch auf den Balkon. Ich mag es an die grüne Farbe und die Kleeblätter zu denken. Das macht Hoffnung im Kopf. Am liebsten würde ich gerade mit all meinem Schmerz gebrochen im Glücksklee versinken und mich am Grunde seiner Stengel ganzheilen.
So ein bisschen Sofie im selbstgebastelten Wunderland.
Stattdessen überrollen mich am Nachmittag die Ängste psychotisch zu werden. Tu ich sicher nicht. Bin ich noch nie. Ist wohl bloß alles mal wieder ein bisschen viel grade. Der Kopf ist so voll und leer gleichzeitig, dass die Synapsen einfach überstrapaziert werden. Erinnerungen kommen nach oben und wir sind mit dem Verdauen der letzten Therapiestunde beschäftigt. Da kommt eine Erkältung doppelt ungelegen.

Wir gehen heute früh schlafen und kuscheln uns in eine warme Decke ein. Morgen früh, sieht die Welt hoffentlich schon wieder ganz anders aus. Die entzündungshemmenden Medikamente leisten gute Dienste und unterstützen die Genesung. Im Optimalfall springen wir dann morgen gesund und glücklich aus dem Bett. 😉

Nun wünschen wir euch allen aber zunächst eine gute und erholsame Nacht und ein spätes, aber von Herzen kommendes „Happy St. Patricks Day“!
Auf das morgen alles im grünen Bereich sein möge! 😉
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Einen guten Rutsch und ein farbenfrohes Jahr 2018

Wir danken allen Lesern und Leserinnen von Herzen für die vielen Klicks und Kommentare in diesem Jahr! Ihr seid einfach spitze!
Der Blog ist die letzten Jahre beständig gewachsen. Auch für 2017 schreiben die Statistiken neue Rekorde. Die Anteilnahme an unseren Artikeln rührt uns sehr. Vieles wäre ohne euch nicht möglich gewesen. So mancher Kommentar hat über schlechte Momente hinweggetröstet oder einfach ein Lächeln in den Alltag gezaubert. Danke dafür!
Mit euch an der Seite macht Schreiben noch viel mehr Spaß und Sinn!

Die bunten Schmetterlinge und ich, Sofie, freuen uns darauf auch im Jahr 2018 wieder mit euch durchzustarten und viele farbenfrohe Beiträge mit euch zu teilen.
Für einen gelungenen Jahresübergang stellen wir hier schon einmal die gesamte Farbpalette zur Verfügung. Damit könnt ihr euch die kommenden Monate genau so anmalen, wie ihr sie euch wünscht.

Das neue Jahr soll Glück euch bringen,
ihr sollt tanzen, lachen, singen,
und stets in euerer Mitte sein,
dann fügt sich alles Andre ein.

Die Worte mögen in euch fließen
und sich in Sprache so ergießen,
wie eure Seele sie sich wünscht
und es dem Herzen richtig dünkt.

Voll mit Momenten kleiner Wunder,
geb‘ es der Lebensfreude Zunder.
Um Null Uhr mit Raketenstart –
Prosit Neujahr, seid gut bewahrt!

Die ersten beiden Zeilen des Gedichtes sind einer Postkarte auf Pinterest entnommen, Autor unbekannt.
Ansonsten © Copyright by „Sofies viele Welten“

Alltagshelden feiern Weihnachten

Ich sitze in einer Vorlesung. Mein Herz denkt sich das Thema spannend bis zum wohlverdienten Feierabend. In dem sonst übervollem Hörsaal sitzt nur eine Hand voll Menschen, die trotz Weihnachten dem Dozentenwissen lauschen. Die meisten Anderen sind bereits unterwegs zu ihrer Familie. Zwischen den praktischen Beispielen im Unterricht findet sich etwas von Augenärzten mit Taschenlampen auf einem Schiff in Afrika. Dort arbeiten sie auf einer Art modernen Schiff-Arche für die notleidende Bevölkerung. Ihr vorgehen ist hoch professionell trotz spärlichen Mitteln. Mein Gefühl sagt mir, dass diese Arbeit Sinn macht. Verdammt viel Sinn…
Daran bleibe ich hängen.
Es ist eine der Geschichten, die an Weihnachten so häufig kommt. Gutes tun für Menschen in weit entfernten Ländern wie Afrika. Gewissen beruhigen. Wer direkt vor unserer Haustüre solche Missstände aufdecken würde, läge wahrscheinlich gesteinigt unterm Christbaum. In diesem Fall kommen die Ärzte als barmherzige Helden zurück.
Aber müssen Helden immer diejenigen sein, die irgendjemandem besonders toll helfen oder mit den Kenntnissen aus einem super Studium versuchen die Welt zu retten!?
Mich bewegt derzeit die Kassiererin an der Supermarktkasse, die sich auf ein ruhiges Weihnachten gefreut hat und jetzt doch arbeiten muss, weil einige Menschen in dieser Stadt es nicht auf die Reihe bekommen schon am Samstag einkaufen zu gehen. Ich bin dankbar für das Schmunzeln, das mir eine Kommilitonin auf die Lippen zauberte, als sie mir ihre schief-dicken Megakekse hinschob und voll stolz sagte: „Die habe ich selbst gebacken.“
Beim Blick aus dem Fenster sehe ich ein paar Müllmänner, die Abfalltonnen abtransportieren. Das erinnert mich daran, wie ich heute Morgen noch meinen Müll in die Tonne geworfen habe und froh war, dass ich ihn endlich aus der Wohnung hatte. Auf dem Weg zum Parkplatz treffe ich eine junge Frau. Sie lächelt. „Kalt, nicht“, ruft sie mir zu. In meinen Schal gemummelt antworte ich: „Ja, sehr!“ Die Begegnung ist kurz. Dennoch hat sie Wirkung. Sie zeigt mir, dass ich zu sozialer Interaktion fähig bin und dass Kontakt auch problemlos sein kann.
Meine Gedanken setzen sich fort. Ich bemerke unzählige Situationen die mein Leben verändern. Oft sind sie nach Außen klein und unscheinbar, aber sie machen verdammt viel Sinn!

Wer feiert diese Alltagshelden?
Jeder gibt sein Bestes.
Im Job, in der Familie, im Ehrenamt, in der Freizeit…
Die Liste ist lang.
Sie alle hinterlassen Spuren.
Egal ob im Staub oder im Schnee – sie sind nicht weniger tief, als die eines Arztes in Afrika.

Merry Christmas für kleine Wunder! 💕

Ilsebill und das Weihnachtsfest

Die kleine Elfe hüpfte zart von Kerze zu Kerze.
Für ungeübte Augen war sie kaum zu sehen. Nur ein kurzes Flackern der Flamme machte ihren Flügelschlag sichtbar. Im schummrigen Lichtschein tanzte das Naturwesen leichtfüßig durch die Regale, über die Bücher und schaukelte im Mistelzweig. Immer wieder flatterte die Elfe zum Fenster, um nach draußen zu blicken und den eisigen Schneezwerglein bei der Arbeit zuzusehen. Schützend legten sie weiße Decken über Pflanzen, Bäume und Blätter. So  konnte ihnen der Frost nichts anhaben. Ilsebill, so hieß die Elfe, hatte beschlossen sich etwas drinnen aufzuwärmen. Bei der netten jungen Frau fühlte sie sich wohl. Sie beobachtete das Menschenkind gerne bei der Arbeit. Oft sagte es „Danke“, hatte Respekt vor der Natur und legte kleine Steinchen auf den Balkon, wenn ihr die Naturwesen wieder einmal weiter halfen. Der Wind vertraute der Frau und flüsterte ihr so manchen guten Tipp ins Ohr, wenn sie im Alltag ins Straucheln kam.
Manchmal musste Ilsebill kichern. Herrlich verspielt hüpfte das Menschenkind dann durch die Wohnung und sang. Einmal, da hätte sich die junge Elfe fast erschrocken. Gerade setzte sie sich auf das kleine Schränkchen zur Rast, als die Frau sie bemerkte und direkt anblickte. Das war ungewöhnlich. Ilsebill war es gewohnt, dass Menschen eher durch sie hindurchblickten. „Oh, wie schön, dass du da bist. Ich hoffe dir geht es gut“, sagte das Mädchen kurz und selbstverständlich, ehe es fröhlich im Tagesplan weiter machte. Seitdem kommt die kleine Elfe noch öfter. Sie mag die Stimmung und sie mag es sein zu dürfen und ihre Identität in der Realität spüren zu können.
Bald ist es Weihnachten. Im Nussbaum vor dem Haus lebt Ilsebill mit ihrer Elfenfamilie. Diesmal wird das Fest anders sein. Das spürte sie.
Die letzten Jahre wahren die guten Kräfte unsichtbare Bewohner des Gartens, die dem Ort Seele verliehen und halfen, wo sie konnten. Dieses Mal sind sie mittendrin. Sie gehören dazu und werden nicht ausgegrenzt. Ein offenes Herz hat das ermöglicht.
Ilsebill lehnte sich über die Orange auf der Küchenzeile. Die sanfte, feenhafte Berührung der Haut, ließ ihren fruchtigen Duft riechbar werden. Die Elfe träumte vor sich hin.
In der Weihnachtsnacht wird sie flattern und mit ihren Flügeln Glücksstaub für das neue Jahr an den Christbaum stäuben. Die Kräfte des Baumgeistes werden sie dabei unterstützen. Rote Schleifen aus Bast fädelt das Menschenkind achtsam an die Zweige. Jede für einen Wunsch. Die guten Geister werden die Anliegen fort ins Universum tragen und im neuen Jahr fruchtbar machen.
„Ich habe eine Aufgabe“, freut sich Ilsebill. „Ihr Herz hat mich sichtbar gemacht.“

Wenn Herzen sich mit Liebe sichtbar machen, können sie gemeinsam Sterne vom Himmel holen. Nicht nur an Weihnachten…💕

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Advent mit 52 Zähnen

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Leise rieseln die Schneeflocken am ersten Advent zu Boden.
In meiner Wohnung ist es warm. Mich friert dennoch.
Mit einer Tasse Tee ziehe ich mich zurück und schaue in Gedanken auf die letzte Woche. Auf der Heizung glühe ich einstweilen ein Shirt vor, dass ich mir überziehen kann.
Ich habe in den letzten Tagen neue Dinge gelernt. Mit Freude und viel Verzweiflung. Am Ende war meine Arbeit nicht perfekt, ich wusste aber, wen ich Fragen konnte, um sie zu perfektionieren. Also doch perfekt!?
Ich puste in den Tee und beobachte, wie mein Atem über die Wellen bis an den Tassenrand stolpert. „Butterkekse haben 52 Zähne“, flüstert mir ein Innenkind den Werbeslogan zu, als ich gerade von einem abbeißen will. Ich zähle nach. Auf 52 komm ich nicht. Letztlich ist mir das egal. Wichtig ist: Ich habe sie gehört, diese Stimme in mir.

Eigentlich eignet sich der Advent als besinnliche Zeit dem Innen öfter zu lauschen. Uneigentlich gibt es Tage, an denen ich ungern zuhöre, weil es in mir dann so brüchig knackt. Es ist, als könnte ich mein Herz noch einmal splittern hören.
Vor ein paar Tagen erst schlug ich die Zeitung auf. In den ersten Seiten war ein großer Artikel von der Verurteilung eines Täters eingebettet, der sich kleine Mädchen und Videos von Vergewaltigungen in der organisierten Kriminalität gekauft hat. Es ist der Mann über den ich vor rund zehn Jahren in meiner Therapie sprach, weil ich ähnliche Bilder im Kopf hatte. Zweieinhalb Jahre. Welcher Hohn. Die unerwartete Bestätigung ist traurig und scheußlich schmerzhaft.

Während in den nächsten vier Wochen Besinnlichkeitskerzen des schönen Scheins über die Probleme der Welt gemalt werden, findet die Lautheit der Verbrechen an mir in dieser Zeit ihren schweigenden Ausdruck. Wie von der Alraune betäubt würden die Menschen neben mir zu Boden sinken, wenn sie die Schreie in jeder meiner lebenden Zellen hören könnten. Stattdessen lieben sie mein Lächeln.

Der Advent lädt uns ein still zu werden. Wir haben uns selbst dazu eingeladen ein Stück von uns selbst zu finden. Es ist Zeit.

Euch Mitlesern wünschen wir von ganzem Herzen ruhige und besinnliche Adventswochen, 
mit den Pflastern der Stille die euere Wunden brauchen, um heil zu werden.

Samhain-Trommeln

Dumpf dröhnen die Trommelschläge in meinem Kopf nach. Vom entspannenden Rhythmus ist eine tranceartige Schwere geblieben. Draußen am grauen Himmel ziehen die Wolken vorbei bis sich die Sonnenstrahlen durchs dichte Grau quetschen. Mein blauer Filzschlegel klopft zart gegen das gespannte Leder. „Mystisch ist die Zeit und die Schleier dünn“, denke ich bei mir. Längst habe ich einen eigenen Glauben mit eigenen Ritualen. Ich freue mich darauf, mir in den nächsten Tagen bewusst Zeit zu nehmen liebe Seelen aus einer ganz anderen Welt zu treffen. In meinem Herz zu sein.

Und was ist mit damals? Was ist mit dem Leid? Ist alles einfach vorbei und wieder gut?
Nein, das ist es nicht. Unsere Seele trauert. Unsere Seele weiß wie sehr die Zeit besetzt ist. In unseren Gliedern steckt Schreck und Müdigkeit. Aber sie hat Platz in unserem Tun. Sie darf weinen, wenn wir trommeln und schweigen und lachen und schreien, weil es das Herz zerreißt. Bei all dem Schmerz erleben wir Momente des Glücks, weil wir heute einfach sein dürfen.

Langsam und sanft beginnen wir wieder zu trommeln. Lassen aus den dumpfen Tönen der Rituale von einst den Herzschlag von Mutter Erde werden und fühlen uns von ihr gehalten, wenn wir die Verletzungen betrauern.
Bom…
Bom…… Bom.

Vatertag

Die Gedanken im Kopf sind diffus.
Das Grauen schlägt immer wieder durch graue Löcher in der Nebelwand des Lachens.
Das scheinbar normale Leben bröselt an Tagen wie diesen.
Bis zum Mittag halten uns Gedanken und Bilder regungslos im Bett gefangen, ehe wir den Tag beginnen und versuchen unsere Synapsen doch noch zum lernen zu bewegen. Doch wo sollen die Zahlen, Daten und Definitionen hin, wenn ihr Speicherplatz gerade von anderen Fakten eingenommen wird. Es sind vergangene Fakten, eigentlich. Für uns werden sie in diesen Momenten gegenwärtige Realität.
Vatertag.
Wir leben in einer Welt, in der es für uns nie einen Vater gab, weil sein Vater-sein darin bestand, uns zu missbrauchen, zu foltern, abzurichten und möglichst gewinnbringend an andere weiterzuverkaufen. Ein Kinderleben als nüchternes Wirtschaftsgut und Objekt der unterschiedlichsten Bedürfnisbefriedigungen.
Wie gut für die Täter, dass man zudem unter dem Deckmantel von menschengemachter Religion so ziemlich alles rechtfertigen kann.

Was soll nun dieser Vatertag für uns bedeuten?!

Wir stellen fest, dass wir es unglaublich schön finden, dass es tatsächlich Väter gibt, die den Mut haben Ihre Kinder mit aller Liebe, Respekt, emotionaler Zuwendung und Wertschätzung großzuziehen. Dass es Väter gibt, die den Mut haben gefühlvoll und sanft zu sein und ihren Kindern damit alle großen Stärken, die sie zum Leben brauchen vermitteln.
Und wir finden, dass es noch mehr davon geben müsste und man denen die es schaffen einen Orden verleihen sollte, weil sie damit so viel wertvolles für ihre Kinder, aber auch für eine gesunde Gesellschaft leisten.
Danke euch liebevollen Vätern da draußen für die großartige Arbeit, die Ihr leistet! 🙂
Danke, dass wir beim beobachten auch ein Stückchen Heilung bekommen, weil wir sehen, dass es auch anders geht und Männer doch auch anders sein können…

Wir stellen fest, dass wir traurig sind.
Darüber, dass wir selbst nie einen Vater hatten.
Darüber, dass wir sein Wunschkind waren, um eine Leibeigene für die Auslebung sämtlicher Gewalt- und sexueller Phantasien zu produzieren.
Und dass es immer noch viel zu viele Väter gibt, die mit dem, was sie ihren Kindern antun, ungeschoren davon kommen.
Und dass es immer noch viel zu leicht ist ein Kind auszubeuten und zu verkaufen und viel zu wenig hinterfragt wird.
Und wir sind wütend, dass sich manche Väter diese Rechte über unschuldige, schutzbefohlene Kinder herausnehmen.
Und wir hoffen, dass immer mehr Opfer den Mut finden zu reden und anderen Opfern damit Mut machen es Ihnen gleich zu tun und die Gesellschaft irgendwann nicht mehr in der Lage ist derartige Gewalt und Missbrauch in Familien zu leugnen, dass denen die sich an ihren Kinder vergangen haben irgendwann das Handwerk gelegt werden kann.

Ihr gewalttätigen Väter da draußen zieht euch warm an!
Euere Kinder sind mutiger, als ihr es je vermutet hättet.

Frohe Ostern 2017

Frohe, gesunde und sichere Osterfeiertage

wünschen euch allen

Sofie und die bunten Schmetterlinge! 🙂

Grüner Tee und grüner Bärlauch

© Copyright by „Sofies viele Welten“

Wir haben gemeinsam die Wildnis durchstreift entlang an kleinen blühenden Bächchen auf der Suche nach dem grünen Bären, der sich derzeit mal wieder, wie jedes Frühjahr, in schattigen, feuchten Laubwaldgebieten sichten lässt.
Stark, mutig, gemütlich und echte Genießer sind seine tierischen Namensgeber, zu denen der Mensch lange jeden normalen Bezug verloren hat. Die Cheyenne-Indianer sagen, dass die Bären oft sehr nahe wären, wenn sie im Wald essbare Pflanzen sammeln. Teilweise so dicht, dass man sie schmatzen höre, wenn sie sich mit Obst ihre Wintervorräte anfräßen. Ungemütlich würden Sie nur, wenn man ihre Würde verletze und ihren Vortritt missachte oder sie Angstgeruch der Menschen wahrnehmen würden. Dann nämlich bekämen sie selbst Angst und wehren sich.
In ihren Sagen ist der Bär der kräuterkundige Frühlingsbringer, der im Frühjahr das Licht der Sonne neu begrüßt und um die Wirkung der Pflanzen und Kräuter weiß, mit denen er auch seinen eigenen Organismus nach dem langem Winterschlaf optimal in Schwung bringt. So frisst er auch den Bärlauch, um seinen Darm zu reinigen, zu entgiften und die Verdauungssäfte anzuregen.
Der charakteristische Duft der Bärlauchpflanze war für unsere keltische Vorfahren das erlösende Zeichen den Winter bezwungen und den Sieg des Lebens über den Tod errungen zu haben.
Tatsächlich können die grünen Blätter auch einiges für unsere Gesundheit tun.
Als Entgiftungsmittel ist der Bärlauch lange bekannt. In Verbindung mit Zink und Vitamin C spült er im Frühjahr die Schlacken und Schwermetalle aus dem Körper. Seine ätherischen Öle, regen Magensäfte und Galle an, erneuern und regenerieren die Darmflora und wirken krampflösend. Er senkt Blutdruck und Blutfettwerte, hemmt die Blutgerinnung und kann dadurch auch bei Herz- und Gefäßkrankheiten unterstützen. Insgesamt stärkt Bärlauch unsere Abwehrkräfte, kann Krebserkrankungen vorbeugen, hilft gegen Pilzerkrankungen und wirkt antibakteriell.
Das Frühlingsallroundtalent sollte also derzeit auf dem Speiseplan nicht fehlen.
Selbst sammeln sollte man allerdings nur, wenn man ihn sicher von giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose unterscheiden kann.

Bei uns hat der Bärlauch den Weg ins Glas als Pesto gefunden.
Da wir aufgrund von Allergien und einer entzündlichen Darmerkrankung nicht alles vertragen, sind die Zutaten für das Pesto sehr spärlich. Der frische Bärlauch, Olivenöl und etwas Salz reichen uns aber völlig um einen wohlschmeckenden Brotaufstrich herzustellen.

Grüner Tee und grüner Bärlauch.
Unser heute sehr gelungener Start in den Tag. 🙂

Hinweis: Die hier eingestellten Informationen können den Rat einer kompetenten Fachperson nicht ersetzen. Hierfür ist ein Arzt oder Heilpraktiker des Vertrauens aufzusuchen. Für Schäden oder Folgen, die sich aus dem Gebrauch oder Missbrauch der hier eingestellten Informationen ergeben, wird keine Haftung übernommen!

Quellen: Storl Wolf-Dieter, Das Herz und seine heilenden Pflanzen, Baden und München 2009, 3. Auflage, S. 134 – 137

National Multiple Personality Day 2017

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Heute ist „National Multiple Personality Day“.

Für uns ist das ein guter Anlass mal wieder schöne Sachen für die Innenleute zu machen, uns bewusst wahrzunehmen und das zu tun, was uns eben gut tut, um dabei im Gefühl von „gesehen werden“ ein kleines Stückchen näher zusammenzurücken. Es bedeutet anzunehmen was war und das Beste daraus zu machen und auch, wenn es als bunt strukturierter Haufen oft schwierig ist, so schätzen wir uns doch gegenseitig wert und den Einsatz, den jeder/jede/jedes Innen für unser Überleben beigetragen hat.
Eine kleine Feier dafür, dass wir überlebt haben. Für uns selbst.

Wir wünschen euch allen einen schönen Sonntag! 🙂