
So nun ist es bald so weit.
Ab Mitte Februar gehen wir zum ersten Mal in eine Klinik zur stationären Traumatherapie. Wir sind gespannt, wie das für uns sein wird. Vorab gibt es nun aber erst einmal noch jede Menge zu organisieren. Weiterlesen
Fragil sind sie und kaum zu fassen, die seifenbunten Splitterblasen. Sie kapseln ein den Schmerz von einst. Erklär mir, wie man Seele leimt!? Copyright by „Sofies viele Welten“

So nun ist es bald so weit.
Ab Mitte Februar gehen wir zum ersten Mal in eine Klinik zur stationären Traumatherapie. Wir sind gespannt, wie das für uns sein wird. Vorab gibt es nun aber erst einmal noch jede Menge zu organisieren. Weiterlesen

Es ist Sonntag. In der Vergangenheit hat sich dieser Wochentag, als fester Auszeittag etabliert. Im Zuge der Vermeidung von erneutem Ausgebrannt sein, haben wir festgestellt, dass wir mindestens einen kompletten Tag in der Woche brauchen, an dem wir überhaupt nichts müssen und nur tun, was sich für unsere Seele gut anfühlt. Heute ist das ausnahmsweise ein bisschen anders. Wir werden nächste Woche eine zusätzliche juristische Prüfung in Sozialrecht ablegen und haben entsprechend noch ein bissschen was zu tun. Das Themengebiet ist doch sehr komplex. Dennoch soll ein gewisser Wohlfühlfaktor nicht fehlen. Für die Pausenverpflegung muss also gesorgt sein…😉
Wir öffnen die Balkontür und schauen zusammen mit der Katzendame hinaus in die Nacht. Die Luft zieht kühl an unseren Schultern vorbei. Schnell wirft die Haut kleine Frostbeulen. Wir reiben uns den Gänsepullover an den Unterarmen und treten einen Schritt zurück ins Zimmer. Nur noch einmal durchatmen. Das reicht für’s Erste. Während wir die Türe langsam wieder schließen, fühlen wir unseren vibrierenden Körper. Es ist, als würde die Seele ein paar Zentimeter abgelöst von unserer physischen Existenz über der Hautoberfläche schweben und zittern. Sex ist eine komplizierte Sache. Manchmal muss sie sein, nur um hinterher festzustellen, dass sie uns irgendwann umbringen wird, wenn wir so weiter machen. Nichts ist wirklich freiwillig. Nichts ist schön. Viele hier innen wünschen sich das anders. Wer sich durchsetzt ist eine ganz andere Frage.

Wir sitzen auf dem Bett. Unsere nassen Haare tropfen von den Schultern auf das Betttuch. Ein leises Kitzeln zwingt uns dazu die Nase zu reiben. „Hatschiiiiiii!“ Na, nu? Katzenhaare oder Schnupfen im Anflug? Wir entscheiden uns für ersteres. Gut, dass jetzt endlich Feierabend ist. Der Tag hielt mehrere Prüfungen und Anstrengungen für uns bereit. Wir sind froh, dass sie nun erst mal gemeistert sind. Während wir taub-neblig abschalten, lassen wir die letzten Stunden noch einmal Revue passieren…

„Vom Krieg nach Hause zu kommen und sich wieder eine Realität aufbauen zu müssen, verlangt viel Mut. Sich den Alltag nach dem Trauma wieder zurückzuerobern ist viel schwerer, als ebenfalls zu zerstören.“
J. K. Rowling über das Ende der Harry Potter Bücher

Wer kennt sie nicht – die gut gemeinten Ratschläge von Freunden und Bekannten, wenn man mal wieder am Boden liegt. Manchmal geht es einem so dreckig, dass man nur noch sterben will. „Es gibt doch so viel Schönes“, sagen sie oder „Sei doch dankbar für das was du hast, statt nur an das Schlechte zu denken.“ Das wirklich Schlimme daran ist, dass sie es ernst und vor allem nur gut meinen. „Hmm, danke für den Tipp. wär ich selber nie drauf gekommen“, sagen wir mit einiger Ironie in der Stimme, weil gut gemeinter Rat manchmal eben teuer ist und wir ihn gerade mit einem emotionalen Schlag in die Magengrube bezahlen mussten. Aber weshalb funktioniert das eigentlich nicht? Wieso kann man sich nicht wirklich in der Gegenwart einfach am Schönen festhalten, wenn einem das Schreckliche aus der Vergangenheit den Boden unter den Füßen wegzieht? Liebe Leser_innen kommt ein paar Zeilen mit in unsere Welt. In eine vielleicht völlig fremde Galaxie…

Wir sitzen in einem Gartencenter und starren vor uns hin. Vor mir dampft mein Ciabattabrötchen mit Käse und Schinken. Im Glas blubbern verzweifelte Kohlesäurebläschen, bis sie platzen. Im lauten Stimmengewirr der Umgebung höre ich mich kaum selbst. Meine Nase wundert sich für einen Moment über einen ungewohnt süßlichen Duft. Er kommt von der Orchidee, die als Deko die Tische ziert. Die Stimmung lädt zum Verweilen ein.

Manchmal, wenn wir still auf unserem Bett sitzen, die Beine eng an die Brust gezogen, die Haare streichelnd auf den Schultern spürend, wenn ein weites Nachhemd unseren Körper umspielt und unsere Zehen sich vor der Kälte in seinem Saum verstecken, dann kommen wir für einen stillen Moment mitten in der Nacht ganz bei uns an und die Stille wird schreiend laut. Sie schreit von den entsetzlichen Ungerechtigkeiten und der Stigmatisierung. Weiterlesen

In Anknüpfung an die Suchanfragen in unserer Blog-Statistik möchten wir uns heute nochmals zu plötzlich auftretenden Missbrauchserinnerungen äußern. Um das Thema plastischer zu gestalten, stellen wir uns das Gedächtnis unseres Gehirns als riesiges Archiv an Erfahrungen vor.