Sommernacht und quere Gedanken

Kurz vor Mitternacht, immer noch 27 Grad auf dem Balkon und sternenklarer Himmel. Der Abend geht mit einem Lächeln zu Ende. Eine Grillparty mit Bekannten, war der perfekte, leichtfüßige Ausklang für diesen brüllendheißen Sommertag. Im Grunde könnte man einfach den Stempel „Gut“ darunter setzen, weil alles irgendwie perfekt lief. Erfüllende Arbeitsaufgaben und ein bisschen echtes Social Networking zu später Stunde. Das schöne Gefühl direkt hinter der Fassade fühlt sich sogar ausnahmsweise echt an und nicht nur wie ein maskenhaftes Funktionierroboterüberbleibsel. Aber kennt ihr das, wenn trotzdem irgendwo ganz weit innen, kaum greifbar und schon gar nicht zuzuordnen, ein undefinierbares Empfinden anklopft, dass da noch etwas anderes ist?

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Michaela Huber zu Prostitution

Energieschub für die Seele

Wieder beginnt ein neuer Tag. Wie so oft in letzter Zeit zieht es mich auf den Balkon. Mir fällt auf, dass ich im heimischen Grün anscheinend besonders gut denken und bei mir ankommen kann. Viele Stunden habe ich in den letzen Tagen und Wochen dort verbracht, kleine Flugwesen beobachtet und Erinnerungen an mir vorbeiziehen lassen. Lange bleibe ich heute jedoch nicht draußen. Der Wind kühlt zu sehr. Obwohl mein Herz Anfang Juli noch auf Sommer wartet, fühlt er sich schon leicht herbstlich an. Eigentlich möchte ich zu dieser Jahreszeit nur in weiten Kleidern und luftigen Röcken herumlaufen. Entsprechend wehre ich mich innerlich gegen eine warme Weste.

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Saftiger Streußel-Kokos-Kuchen

Als Sonntagskuchen habe ich mich heute an ein neues Rezept gewagt. Eigentlich hatten wir Lust auf einen Kokos-Buttermilch-Kuchen. Rezepte dafür findet man viele, wenn man den Begriff bei Google eingibt. Da Buttermilch aber leider nicht im Haus war, mussten wir kurzerhand etwas umdisponieren. 

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Schmuckkörbchen und Traumakisten

In der Tat machen die vielen rosanen und weißen Blüten der „Schmuckkörbchen“ auf unserem Balkon ihrem Namen derzeit alle Ehre. Als mein Blick früh am Morgen von unten in die Pracht des Blumenkastens fällt, blinzelt mir ein Stückchen Himmel zu. Ich schlürfe von meiner Tasse Kaffee. Die Füße ruhen auf dem kleinen Tischchen vor mir. Sonne und Blumenduft geben alles, um uns den Tag schön zu malen. Im Innen fühlen wir uns unendlich traurig. So traurig, dass wir kaum atmen können. Die Sprachlosigkeit macht aggressiv. Während kleine getigerte Schwebfliegen lockerleicht am Nektar schlürfen, schürfen wir tief in alten, unaushaltbaren Verletzungen.

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Bedeutungsvolle Momente

Die Blumen sind bunt. ❤️

Blumiger Ausklang

Gerade sind wir auf unserem Balkon angekommen und haben uns gemütlich eingerichtet. Ein Teller mit Toast, kaltes Wasser und die Beine in horizontaler Stellung kann der Tag seinen Ausklang finden. Von der Gartenparty der Nachbarn klingen dumpfe Bassbeats an unser Ohr. Während ich den ganzen Tag vor Schweiß klatsch nass war, frage ich mich nun tatsächlich, ob es mich im lauen Abendlüftchen ohne Weste fröstelt. Vorstellen könnte ich mir auch einen dicken, kuscheligen Wollpullover, aber das wäre wohl übertrieben. Immerhin zeigt das Thermometer noch knapp 25 Grad. Kurze Zeit überlege ich, ob meine gefühlte Temperatur von der tatsächlichen aufgrund eines Triggers abweicht. Dann komme ich in den Moment zurück und lasse die letzten Tage gedanklich Revue passieren.

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Sie als Erwachsene können das doch – Vom Mythos der unbeteiligten Alltagspersonen

Wie oft haben wir in unseren Therapien Sätze gehört, die in folgende Richtung gingen: „Es ist wichtig, dass sich jetzt die Erwachsene darum kümmert.“ „Sie als Erwachsene wissen es doch besser.“ „Als Erwachsene können sie das doch.“ „Das Kind fühlte sich schuldig, aber sie als Erwachsene wissen, dass es nicht schuld war.“ „Es ist klar, dass es die Kleinen überfordert, aber sie als Erwachsene…“ Immer wenn ich so etwas höre, möchte ich am liebsten in die Tischkante beißen. Oftmals entsteht der Eindruck, als wäre man von all der erlittenen Gewalt als Alltagsperson unbehelligt, nur weil man funktional den Alltag regelt. Die Traumata tragen ja die anderen oder etwa nicht!?

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Flashbacks, Jetztzeiterleben, Täterkontakt?

Gestern Abend saß ich auf meinem Bett und versuchte es mir etwas gemütlich zu machen. Der Tag war extrem anstrengend und von starker Dissoziation zerklüftet. Wir machten uns ein Hörbuch an und begannen nach Bastelanregungen im Internet zu suchen. Je mehr wir rein äußerlich entspannten, umso mehr schoß vom Geschehenen ins Bewusstsein und plötzlich war ich mitten drin. Ich hatte das Gefühl, dass mich genau in diesem Moment jemand in meiner Wohnung berührt, streichelt und schließlich vergewaltigt. Kurzzeitig konnte ich diese Person so real vor mir sehen, als wäre sie tatsächlich da gewesen. Nicht vor 10 Jahren, nicht gestern, sondern just in diesem Moment.

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Wo lebst du dein „Viele-Sein“?

Die lieben Lunis von „Ein:T:Raum:A:partment“ haben sich auf ihrem Blog in einem tollen Beitrag mit dem Thema auseinandergesetzt, wo und wie sie das Viele-Sein ausleben. Die davon abgeleitete Fragestellung „Wo lebst du dein „Viele-sein?“ fanden wir persönlich sehr spannend. Im Innen gingen wir ganz unterschiedlich damit in Resonanz. Davon inspiriert ist nun dieser Blog-Artikel entstanden, der unser Erleben dazu widerspiegelt. Wir haben hier bewusst ausgeklammert, wo wir mit der DIS offensichtlich für das Außen erkennbar werden. Uns ist aber wohl bewusst, dass die Frage in ihrem Ursprung den Aspekt beinhaltet.

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