Der Fall Gisèle Pelicot – eine gesellschaftskritische Betrachtung

Gisele Pelicot wird in den Medien und von vielen Frauen für ihren Mut und ihre Courage aktuell als Heldin gefeiert. Vom Mann betäubt wird sie an andere Männer weitergereicht und von Ihnen mehrfach vergewaltigt. Pelicot möchte, „dass die Scham die Seite wechselt“ und führt einen offensiven Prozess gegen 50 Täter. Viele weitere wurden nicht identifiziert. Im Gerichtssaal setzt sie durch, dass die Öffentlichkeit nicht ausgeschlossen wird und besteht darauf, dass die Videos der Vergewaltigungen gezeigt werden. Die Scham müsse die Seite wechseln. Eine Frau, die als Opfer sexualisierter Gewalt Haltung und Gesicht zeigt. Aber ist sie wirklich ein Vorbild für andere Betroffene!?

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Rituelle Gewalt – mehr als eine ideologisch motivierte Straftat

Rituelle Gewalt ist aus unserer Sicht in ihrer Komplexität und Bedeutung für die Opfer schwer mit wenigen Worten zu definieren. Der Einfachheit halber wird sie oft als „ideologisch motivierte Straftat“ umschrieben. Auf der Seite des UBSKM wird sie in einen Topf mit organisierter Gewalt geworfen und lediglich durch die Ergänzung der Tatmotivation in der Definition folgendermaßen erfasst:

Als organisierte sexualisierte Gewalt bezeichnet man die systematische Anwendung schwerer sexualisierter Gewalt in Verbindung mit körperlicher und psychischer Gewalt durch mehrere Täter und/oder Täterinnen oder Täternetzwerke. Häufig ist sie mit kommerzieller sexueller Ausbeutung, wie zum Beispiel Zwangsprostitution oder der Herstellung von Missbrauchsdarstellungen verbunden.

Dient eine Ideologie als Begründung oder Rechtfertigung von Gewalt, bezeichnet man dies als rituelle Gewalt. Eine solche Ideologie kann religiös sein und beispielsweise im Kontext von Sekten und Kulten vorkommen oder sich aus einer politischen Überzeugung, zum Beispiel in rassistischen oder faschistischen Gruppierungen, ableiten.

Ich habe mich selbst in einigen meiner Artikel der Einfachheit halber und für ein grobes Verständnis der Thematik in aller Kürze auf diese Definition zu den Tathintergründen bezogen. In Anbetracht der aktuellen Umstände und den Tendenzen rituelle Gewalt untergehen zu lassen, möchte ich in diesem Beitrag nochmals erfassen, weshalb sie für die Opfer aus meiner Sicht weit mehr ist als eine ideologisch motivierte Straftat und warum es so wichtig ist, sie unabhängig von anderen Gewaltformen und -zusammenhängen zu betrachten.

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Die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) – (k)ein Zirkuspferd?!

Ich sitze hier, während draußen der Regen fällt, Kälte um‘s Haus kriecht und denke im Nebeldüster über die DIS nach. Meine DIS. Mein Empfinden zu einem Grundsystem, das die neuronalen Abläufe in meinem Körper prägt. Eine Erkrankung mit Persönlichkeit, die doch so viel mehr ist, je länger ich mich damit auseinandersetze. Ich merke, wie mich Instagramaccounts regelmäßig aus der Fassung bringen und in einer Mischung aus persönlicher Panik, Wut und totalem Unverständnis zurück lassen. In dem Beitrag geht es um meine Reaktionen und inneren Auseinandersetzungen mit dem Thema. Sie sind nicht als persönliche Kritik an andere Menschen zu verstehen.

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Rituelle Gewalt benennen!

Seit einiger Zeit beobachte ich, dass „rituelle Gewalt“ nicht mehr als eigenständige Gewaltform benannt wird. Der Trend geht in die Richtung, pauschal darum herum zu eiern. Man spricht von „organisierter Gewalt“. Da gehört das ja irgendwie dazu oder?

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„Sexualpädagogik“ als eigenständige Form der sexualisierten Gewalt

„Menschen sind von Geburt an sexuelle Wesen“ schreibt die BZgA. Sexualpädagoginnen wie @die.mamareike drehen Videos auf Instagram in denen sie fragen: „Hast du gewusst, dass dein Baby schon Orgasmen haben kann?“ Darauf macht ein aktueller Beitrag von @childrensdefence aufmerksam.

Wir waren erneut entsetzt, wie nah Pädagogik in ihrer Denk- und Sprechweise inzwischen dem Gedankengut von Tätern ist.

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Von gesellschaftlichem Hohn an den Opfern über Täterhilfen

In den letzten Tagen wurde ein großes Netzwerk von Pädokrimnellen in Deutschland aufgedeckt und eine von ihnen betriebene Plattform im Darknet abgeschaltet. Die Täter sind deutschlandweit verteilt. Gefunden wurde die enorme Menge von 13,5 Terabyte an Kinderfolterdokumentation, Millionen von Bildern und Videos – eine schier ermittlerisch bislang nicht zu bewältigende Datenmenge. Bereits Mitte September gelang der Staatsanwaltschaft Bamberg in einem weiteren Fall ein Schlag gegen einen Pädophilenring. Ein Kind konnte befreit werden. Es geht ihm entsprechend der erlittenen Gewalt aktuell sehr schlecht.

Was mir nun in letzter Zeit bei derartigen Medienberichten im Internet auf den Plattformen großer Presseberichterstatter sauer aufstößt, ist der Hinweis im Text auf sog. Hilfestellen für Täter und Projekte wie „Kein Täter werden“. Was soll das!?

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ABC-Etüden: Abendbrot – heimatlos – auszeichnen

Ich lege mein Buch zur Seite. Mein Blick fällt nach unten auf die Handarbeiten. Durch das dünne Nadelör ist immer noch ein Garnrest gefädelt. Aus dem kleinen Köfferchen hängen bunte Fäden und Garne in verschiedenen Stärken. Passend. Er muss passend sein. Anders kann er seinen Zweck nicht erfüllen. Nicht zu dünn. Nicht zu dick. Alles andere ist wertlos und lässt einen nichts anknüpfen.

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Systemleichen – wenn Gesellschaftsstrukturen töten

Die Kaffeemaschine rattert. Mein Blick starrt in den leeren Kühlschrank. „Was wollte ich noch gleich?“ Über die Wangen laufen Tränen. Der Tod nimmt mich mit. Meine Gedanken schweifen zu den gewaltbetroffenen Menschen in meinem Umfeld, die sterben mussten, weil es keine Hilfe gab oder sie zu spät kam. Wut schießt mir zwischen die Trauer in die Kehle. Ich lese immer wieder Beiträge mit dem O-ton: „Betroffene müssen halt etwas tun wollen und für sich kämpfen, dann kann man alles erreichen. Rechte müssen eben eingefordert werden. Von außen kann das niemand für sie machen. Wer es nicht schafft und anpackt, will Veränderung eben nicht genug.“ Das hohe Ross der Gesellschaft macht selbst vor der Überheblichkeit  Gewaltbetroffener nicht halt, die anfangen auf andere Opfer nach unten zu treten, sobald sie etwas an Leistungen für sich erreicht haben. „Die müssten halt… Ich hab es ja auch geschafft.“ Nein „die“ müssten nicht! Die Gesellschaft müsste. Was und weshalb erklärt der folgende Beitrag:

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Trauma und Tagesstruktur

Das Leben folgt aus sich heraus gesunden Rhythmen. Sie geben uns Sicherheit und Verlässlichkeit. Machen Abläufe berechenbar. Herzschlag und Atmung oder Schlafen und Wachen sind Beispiele für Rhythmen, um die sich menschliches Leben ganz automatisch organisiert. Wir brauchen diese Orientierung als eine Art inneren Leitfaden. Die Tagesstruktur passt sich optimaler Weise inneren Rhythmen an und lässt uns so ein erfülltes Leben im Einklang mit unserer Biologie führen.

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Vom Hängen gelassen werden – wenn Gewalt plötzlich die beste Option ist

Es gibt Situationen, da klammern wir uns noch heute an den Aggressor, versuchen sie mit ihm zu klären, statt uns umzudrehen, zu gehen und manche Dinge einfach nicht mit uns machen zu lassen. Ein Konflikt. Wie lösen, wenn der andere erst Grenzen massiv überschreitet, dann blockiert, die Welt verdreht und letztlich schweigt. Ein Schmerz durchfährt uns. Die Wunde sitzt tief und in unserem Kopf wollen alte Bilder neu begriffen werden:

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