Ich lege mein Buch zur Seite. Mein Blick fällt nach unten auf die Handarbeiten. Durch das dünne Nadelör ist immer noch ein Garnrest gefädelt. Aus dem kleinen Köfferchen hängen bunte Fäden und Garne in verschiedenen Stärken. Passend. Er muss passend sein. Anders kann er seinen Zweck nicht erfüllen. Nicht zu dünn. Nicht zu dick. Alles andere ist wertlos und lässt einen nichts anknüpfen.
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Die Kaffeemaschine rattert. Mein Blick starrt in den leeren Kühlschrank. „Was wollte ich noch gleich?“ Über die Wangen laufen Tränen. Der Tod nimmt mich mit. Meine Gedanken schweifen zu den gewaltbetroffenen Menschen in meinem Umfeld, die sterben mussten, weil es keine Hilfe gab oder sie zu spät kam. Wut schießt mir zwischen die Trauer in die Kehle. Ich lese immer wieder Beiträge mit dem O-ton: „Betroffene müssen halt etwas tun wollen und für sich kämpfen, dann kann man alles erreichen. Rechte müssen eben eingefordert werden. Von außen kann das niemand für sie machen. Wer es nicht schafft und anpackt, will Veränderung eben nicht genug.“ Das hohe Ross der Gesellschaft macht selbst vor der Überheblichkeit Gewaltbetroffener nicht halt, die anfangen auf andere Opfer nach unten zu treten, sobald sie etwas an Leistungen für sich erreicht haben. „Die müssten halt… Ich hab es ja auch geschafft.“ Nein „die“ müssten nicht! Die Gesellschaft müsste. Was und weshalb erklärt der folgende Beitrag:
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Das Leben folgt aus sich heraus gesunden Rhythmen. Sie geben uns Sicherheit und Verlässlichkeit. Machen Abläufe berechenbar. Herzschlag und Atmung oder Schlafen und Wachen sind Beispiele für Rhythmen, um die sich menschliches Leben ganz automatisch organisiert. Wir brauchen diese Orientierung als eine Art inneren Leitfaden. Die Tagesstruktur passt sich optimaler Weise inneren Rhythmen an und lässt uns so ein erfülltes Leben im Einklang mit unserer Biologie führen.
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