
Für die größte Kraft der Magie – also dem Willen unterworfener Schöpfung – bedarf es für den „Magier“ eine möglichst umfangreiche Selbsterkenntnis zur eigenen Person. Dazu gehört auch das Wissen über körperliche Stärken und Schwächen.
Bei der Frau spielt die Beobachtung der Zyklen und den entsprechenden inneren Vorgängen eine wichtige Rolle. Durch das Ich-zentrierte Weltbild im Satanismus, das seinen Gott im Menschen selbst verortet und nicht außerhalb, werden über den Zyklusverlauf unterschiedliche göttliche Muster erfahrbar. Diesen Teil der eigenen Göttlichkeit in Selbsterfahrung zu begreifen, dienen entsprechende Rituale.
Die Frau wird darüber zur Meisterin ihrer Schöpferkraft. Zum Eisprung geht man von einem natürlichen Vereinigungswillen und Hingabe an den Mann aus, der ihre besondere Anziehung verspürt. Zur Magie gehört das Handeln im Einklang mit der Natur. Der Teufel oder Satan ist kein externer Gott, wie er in geistlichen Religionen vorkommt, sondern Bezeichnung für das göttliche im Menschen. „Das Tier“ entspricht dem körperlichen Dasein des Menschen mit seinen Instinkten und Trieben.
Die Zeugung eines Kindes im Ritual beschreibt die Bündelung konträrer Kräfte von Mann und Frau zum Erschaffen neuer Göttlichkeit. Die Wahl des Mannes ist für die Frau nicht vorgesehen, weil das nicht Teil ihres Triebes ist, sondern ein Zeichen dafür, dass sie zu stark mit Wunschbildern im Außen vergeistigt ist, statt ihre pure, innenwohnende und kulturell unbeeinflusste Göttlichkeit als aufnehmende Schale zu leben. Sprich: Empfindet sie das Vorgehen als Vergewaltigung, hat sie noch Lernbedarf, um sich von externen Weltanschauungen zu lösen.
Ist die Schwängerung vollzogen, gilt es den Prozess im Innen mit Selbstbeobachtung durch die Prüfungen zu begleiten. Dazu gehört u.a. gegen den Körper der Mutter angewandte Gewalt. Wenn die Kraft in der Mutter stark genug ist, wird nichts sie und ihr ungeborenes Kind verletzen – so zumindest die Ideologie. Die verschiedenen Phasen der Schwangerschaft werden durch passende Rituale und körperliche Wahrnehmungsschulung begleitet. Entsprechend der zugrunde liegenden spirituellen „Lehreinheit“ sind nicht alle Schwangerschaften für die Austragung eines Kindes bestimmt. Manche dienen z.B. der Meisterung von Ohnmacht im Schöpfungsprozess oder dem Bezwingen äußerer Einflüsse. „Abtreibung“ ist also ein probates spirituelles Mittel zur Lenkung einer Lernerfahrung. „Wie fühle ich mich, wenn mir das Geschenk des Mannes, wieder weggenommen wird? Wie muss ich meine Energie lenken, um die Vereinigung der Kräfte bis zur Geburt zu gewährleisten?“ Zieht sich der Mann nämlich durch Kränkung wieder zurück, darf er auch das Kind nehmen und darüber seine Energie zurückfordern, die er dafür gegeben hat. Die Frau darf lernen „Schöpfungsprozesse“ zum Wohle der Grupppe abzubrechen, um kein minderwertiges Leben in die Welt zu bringen. Abtreibung ist in dem Fall ebenso ein heiliges Ritual! Der Fötus gilt als Teil ihres Körpers, dessen Energie sie nach ihrer Vorstellung lenken kann. Auch der Abtreibungswunsch ist damit ein göttlicher Ausdruck!
Kinder lebend austragen, werden am Ende nur die, mit den stärksten Kräften der Eltern. Die Geburtsphase ist eigenen Gesetzen unterworfen. Unter anderem stellt sich die Frage der optimalen Reifung der Schöpfung, mit der neue Göttlichkeit in die Welt gesetzt wird. Wie viel von ihren Körperkräften muss die Frau geben, um mit minimalem Aufwand optimale Schöpfung zu erzeugen und eigenständiges Leben zu produzieren? Die meisten Geburten werden verfrüht eingeleitet.
Die Ritualbücher und Beschreibungen zu Zeugung und Schwangerschaft sind lang. Es gibt ebenso viele Ausnahmen wie Regeln. Entsprechend kann das hier nur ein sehr grober und verkürzter Einblick sein.
Wichtig: Der Beitrag gibt persönliche Erfahrungen wieder. Andere Gruppen haben unter Umständen andere Ansichten und Vorgehensweisen. Die beschriebenen Werte entsprechen nicht unserer persönlichen Weltsicht, sondern der Lehre des Kultes!