
In der Regel hört man von Mädchen und Frauen als Vergewaltigungsopfer in rituellen Zeremonien und Orgien. Meist sind es Männer, die sie umgeben und die Gewalt ausführen. Aber stimmt diese Rollenverteilung wirklich immer so? In diesem Beitrag beschäftigen wir uns aus unserer persönlichen Sicht mit der Rolle der Frau in Ritualen jenseits der Opferposition.
Ein Ritual, eine Zeremonie oder eine festgelegte Abrichtungseinheit beginnt in der Regel schon weit vor dem offensichtlich gewaltgefüllten Kernteil. Ebenso sei am Rande erwähnt, dass es Rituale gibt, die keine Gewalt beinhalten und dennoch wichtig sind, um Glaubensstrukturen, Abläufe, Konditionierungen und Gruppenhierarchien bei den Opfern zu festigen. Je nach Anlass stehen mehr oder weniger aufwändige Vor-und Nachbereitungen an.
Viele dieser Vorbereitungen Fallen in den Aufgabenbereich von Frauen, die bereits als Mädchen in diese „Geheimnisse“ eingeführt werden. Je nach ihrer Position innerhalb der Gruppierung erhalten sie Wissen zu der Gruppengeschichte und Glaubensideologien. Haben die Frauen einen bestimmten Rang, sind sie vor allem später als Erwachsene mehr als Opfer oder Mitläufer. Wohl hilft der „Opfereindruck“ und die Frage nach Opferschaft Ihnen allerdings wie eine Maske ihre Position zu verschleiern. Schuldgefühle tragen sie gerne narzisstisch vor sich her wie eine Währung, mit der sie sich von jeglicher Verantwortung für ihr Handeln frei kaufen. Mit den Abläufen vertraut sorgen sie für reibungslose Vorgänge im Sinne des Tätersystems.
Sie kaufen benötigtes Material ein, sorgen für die richtige Kleidungsordnung – auch bei den Kindern -, regeln als „fürsorgliche“ Mütter anstehende Fehlzeiten (sofern notwendig), spielen im Vorfeld emotional mit ihren Schützlingen, sind der benötigte Gegenpart zum männlichen Gewalttäter/Programmierer und gute Programmiererinnen, solidarisieren sich bewusst in manipulativer Weise mal mit dem Opfer und mal mit den Tätern, halten Bindung und Gesprächsbereitschaft zum Kind, indem sie auch ihre Täterschaft als Opfer der Umstände darstellen (was sie ab einem gewissen Punkt nicht (mehr) sind!), achten auf Nahrung und Flüssigkeitszufuhr, bzw. -entzug, schätzen Fähigkeiten und Schwächen der Kinder ab, verhätscheln sie oder beginnen bereits mit Kälte und Gewalt, überwachen ggf. einsetzende Trancen auf Zielführigkeit, begleiten Schwangerschaften und individuell notwendige Ritualtermine, verfolgen Aussteiger*innen, akquirieren Kunden, verstricken Außenstehende in wichtigen Gesellschaftspositionen in die Machenschaften, weisen Besuchern ihre Plätze im Ritual zu, kontrollieren zeitliche Abläufe, halten den Überblick, etc.
Im Kerngeschehen angelangt, sind sie alles andere als bloße Zuschauerinnen oder Teilnehmerinnen, weil sie selbst in die Gruppe hineingeboren wurden und keine andere Wahl haben (das gibt es auch, ist aber nicht Thema des Beitrages). Sie quälen, sie foltern, peitschen aus, verabreichen Drogen, halten den Opfern das Händchen, wenn sie „die Ehre haben“ vergewaltigt zu werden und vergewaltigen selbst. Sie halten ihnen die Beine auseinander, unterstützen bestimmte vorgeschriebene Körperpositionen, lesen Liturgien, singen, sind Hebammen, töten, reichen Ritualgegenstände oder nutzen sie selbst und sorgen aktiv dafür, dass die Gruppe und sie selbst, die Gewalt ausüben können. Mit Spaß und Freude.
Und danach? Sie wischen das Blut weg (je nach Status), pflegen gesund, was in manchen Fällen keine liebevolle Geste ist, sondern Mittel zu Zweck, um weiter quälen zu können und Abrichtungsziele zu erreichen, finden Erklärungen, wo sie im Außen gebraucht werden und haben weiter Aktiv ein Auge, auf die Gruppengeschäfte und den Opferzustand.
Im Kreis um die Opfer stehen längst nicht nur Männer! Frauen haben viele Funktionen und Positionen im Tätersystem. Die Aufzählung hier ist sicher nicht vollständig. Ihre Macht und Kaltblütigkeit wird unterschätzt!
Auf welche Quellen beziehen Sie sich hier? Können Sie mir bitte diese nennen? Ich möchte mich mehr mit diesem doch sehr erschreckenden Thema beschäftigen.
Würde mich sehr über einen Kontakt freuen zum näheren Austausch darüber. Herzliche Grüße
Hallo Leonie, zu was genau suchst du Literatur? Geht es dir um rituelle Gewalt allgemein oder explizit die Rolle der Frauen in diesen Strukturen? Als Instagramaccount kann ich unter anderem @meeresbande empfehlen. Sie schreibt aus Sicht einer Aussteigerin und greift das Thema wie ich finde, sehr umfangreich und verständlich auf. Liebe Grüße, Sofie
Ich suche nach fundierten Quellen, Literatur,…
Keine Erzählungen…
Ich will mal etwas provokativ, aber durchaus ernst gemeint zurück fragen: Was glauben sie, woraus sich „fundierte Quellen“ in dem Fall speisen, wenn nicht aus Betroffenenberichten, die Einblick in diese Systeme hatten? Je nach Zweck ihrer Suche würde ich das vielleicht im Hinterkopf behalten…
Ansonsten verweise ich an dieser Stelle zunächst an die oft genannte Michaela Huber oder Gabi Breitenbach, die dazu einige Bücher aus therapeutischer Sicht publiziert haben. Im Internet finden sich zudem journalistisch aufbereitete Infoportale zu ritueller Gewalt und rechtlich verurteilten Fällen. Zudem beschäftigen sich Frauenrechtsorganisationen mit den Fällen. Dort dürften Sie auch Informationen bekommen können.