Ein Engel für Harmonie

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Wir sehnen uns derzeit nach Ausgleich und Sanftheit. Dieses Engelsbild fiel uns heute in die Hände und hat uns tief innen berührt. Lange haben wir einfach nur die Farben auf uns wirken lassen.
Das zarte Rosa spricht uns an.
Wir wollen diesen Engel mit euch teilen und wünschen uns, dass er vielleicht auch euch Momente von Harmonie und ruhigem Durchatmen schenkt.

Quelle:
Bild aus dem Kartenset „Aufstellungen mit Engeln“ von Renate Baumeister und Susanne Hühn

Byron Katie und „The Work“

Auf verschiedenen Blogs (Birke – Zeitenmosaik, Sophie 0816) habe ich in letzter Zeit etwas zu „The Work“ von der Autorin Byron Katie gelesen. Das hat mich dazu angeregt meine Gedanken zu der Urheberin des Konzeptes zu posten.

Eines vorab: Ich habe selbst nie mit dem Konzept „The Work“ gearbeitet und möchte auch die Wirksamkeit weder bewerten, noch in Frage stellen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es sehr hilfreich sein kann Gedankenkreisläufe zu hinterfragen. Das wird in der kognitiven Therapie ja auch gemacht. Die Autorin kenne ich nicht persönlich und weiß nicht mehr als das, was Sie öffentlich über sich erzählt.
Dennoch sei es mir an dieser Stelle erlaubt meine Gedanken offen in den Raum zu stellen, auch wenn ich damit falsch liegen kann. Ihre Geschichte passt meiner Meinung nach gut zum Thema „Dissoziation“.

Byron Katie ist 1943 geboren. Ihre Bücher sind mittlerweile Bestseller. Darin schreibt sie über ein System an Fragen zur Selbsterkenntnis, dass sie von ihren schwerwiegenden psychischen Problemen befreite.
Sie selbst litt Jahrelang unter schweren Depressionen, Selbsthass, starken Ängsten und ging nie ohne einen Revolver unter dem Kissen schlafen. Dazu kam eine starke Essstörung mit Essattacken, die ihr Gewicht in die Höhe trieb. Irgendwann brachte man sie in eine Klinik. Dort hatte das Personal Angst um andere Patienten und ließ sie deshalb in einer Dachkammer schlafen. In diesem Zimmer erlebte sie in einer Nacht ihr „Erleuchtungserlebnis“, dass ihr von heute auf Morgen alle Sorgen und Ängste genommen zu haben scheint. Es sei nicht mehr als das große Nichts geblieben, überschwängliche Freude, die für Jahren anhielt und der Grundgedanke für „The Work“, sagt sie selbst dazu.
Alles paletti – Wunder soll es ja geben.
Ihren Mann und ihre drei Kinder erkennt sie allerdings bis heute seit dieser Nacht nicht mehr. Das erzählt sie in einem Artikel des Engel-Magazins. Ihrer Familie ging es umgekehrt ähnlich. Die Mutter und die Frau, die sie in die Klinik gebracht haben, war plötzlich verschwunden.

Mich machte das beim Lesen stutzig. Die Schilderung ihrer Geschichte lässt mich viel mehr an traumatische Dissoziation denken, als an das so hoch gefeierte „Erleuchtungserlebnis“. Persönlich erwarte ich bei einem derartigen spirituellen Ereignis ein Wunder, das zu Selbsterkenntnis und Heilung führt. Dazu gehört für mich aber auch gleichzeitig die liebevolle Integration der Vergangenheit.
Genau das ist hier nicht passiert. Byron Katie beginnt mit 43 Jahren ein völlig neues Leben, nach einer Nacht, die alles zuvor da gewesene ausradiert.
Sie Dis-tanziert.
Vergleichbare Fälle gibt es auch in Deutschland. Da gibt es etwa im letzten Jahr den Mann, der mit seiner Geschichte durch die Medien geht. Mitte 2017 wird er in der Bahn aufgefunden und erinnert sich an nichts mehr. Ärzte und Polizei wissen nicht, was vorgefallen ist. Sie suchen schließlich auch über die Medien nach seiner Identität. Psychiater stufen den sonst kompetent wirkenden Mann als völlig glaubwürdig ein und stellen die Diagnose der dissoziativen Amnesie.
Trauma unbekannt.
Seine Familie identifiziert ihn schließlich.
Damit ist er längst nicht der einzige.
Der Seelenschutz der Dissoziation krempelt das Leben dieser Menschen um, um in einer Ausweglosen Situation überleben zu können.
In der Geschichte der Autorin spielt im weiteren Verlauf Rationalisieren eine entscheidende Rolle. Ebenfalls eine Form der Dissoziation.
Wenn ich nicht so denken würde, sondern….
…dann würde ich mich auch anders fühlen.
Also ändere ich den Satz in meinem Kopf.
Wenn ich mich anstrenge bessere Gedanken zu haben, dann ist auch die Welt um mich herum gleich viel besser. Ich glaube einfach nicht mehr, dass mir eine bestimmte Situation scheiß Gefühle macht.
Als alleinige dauerhafte Methode führt das eher zum Selbstverlust, als zur Selbsterkenntnis.
Alles ist nur in meinem Kopf real. Wenn ich es nicht wahrhaben will, ist es auch nicht. Inneres victim blaming alla ich suche die Verantwortung für mein Leben nur noch bei mir und sehe mir meine Umgebung nicht mehr an, weil ich manchmal eben doch daran was ändern müsste!?
Auch die negative Außenwelt ist eben von Zeit zu Zeit Realität.

Warum aber interessiert mich das überhaupt?
Ich könnte sagen: „Gut, wenn es Katie einfach wunderbar geht seitdem – Who cares? Wenn das auch noch anderen gut tut – Who cares?“ Andererseits denke ich: „Wenn das was sie lebt Dissoziation ist, verpasst sie verdammt viel und eine falsche, bzw. nicht gestellte Diagnose führt mittlerweile hunderttausende von Lesern ihrer Bücher in die Irre, weil sie unter Umständen auf die gleiche „Erleuchtung“ hoffen.“ So angewandt heilt sie nicht, sie hilft zu dissoziieren.

Die überschwängliche Freude, die sie nach der Nacht in der Klinik beschreibt und das Gefühl, als ob alle Grenzen und Dinge sich auflösen, ist mir nicht minder bekannt. Der Hormoncocktail den Traumata und Trigger bei mir auslösten schaffte das früher oft von heute auf morgen über weite strecken des Alltags. Er ließ mich alle Schrecken für eine gewisse Zeit völlig vergessen. Mir ging es blendend. Ich flog im Überschwang. War ich nun in diesen Phasen erleuchtet, weil ich plötzlich Freude empfinden konnte? Wohl sicher nicht… War ich in diesen Phasen gesund? Wohl auch eher nicht…

Im Grunde macht sie nicht viel anderes, als kognitive Verhaltenstherapie. Sie verkauft es nur besser. Hier stelle ich mir die Frage, ob sich ihre Texte ohne den spirituellen Kram im Hintergrund und die Suggestion von Einfachheit so gut an die Leser bringen lassen würden. Ich denke eher nicht, weil die göttlich abgesegnete Möglichkeit zur Realitätsverdrehung und -flucht dann fehlt. Die Leugnungsscheuklappen fallen aus. Denn Negatives gibt es dann nunmal.
Immer wenn für eine Seite im Leben kein Platz mehr ist, läuft für mich etwas gewaltig schief.
Heilung ist und bleibt harte Arbeit. Da helfen vier Fragen vielleicht manchmal, aber sie streicheln sicher nicht alle Wunden weg. Es ist völlig ok in der Herangehensweise ihrer Bücher hilfreiches zu finden, genauso, wie in anderen Selbsthilfebüchern hilfreiches stecken kann. Allwissend und die einzige Lösung sind sie nicht.
Auf keinem einzigen ihrer Videos auf YouTube macht sie auf mich den Eindruck, in ihrer Mitte zu sein. Ich kann das Leuchten nicht spüren. Für mich wirkt sie aufgesetzt, teils hart, wenig bodenständig. Ihre Augen blicken hinter der Fassade ungreifbar und leer.
Vielleicht empfinden andre da anders.

Ich glaube, dass so einige dissoziative Patienten, die zum ersten Mal den Schrecken, der in ihrem Leben passiert ist benennen und den Mut haben all dem Schmerz in ihnen einen Namen zu geben, näher an sich und damit auch an der „Erleuchtung“ sind, als diese Frau.

Quellen:
– „Ich liebe was ist“, Engelmagazin, Ausgabe Januar/Februar 2018, S. 31;
https://realization.org/p/byron-katie/massad.byron-katie-interview/massad.byron-katie-interview.1.html
http://thework.com/en/about-byron-katie
https://www.mystica.tv/byron-katie_interview/
https://www.morgenpost.de/vermischtes/article211539507/Wer-ist-der-Mann-ohne-Gedaechtnis.html
https://www.berliner-zeitung.de/berlin/wer-kennt-diesen-mann–der-mann-ohne-gedaechtnis-10699546

Die Sache mit den Kommentaren…

Ihr lieben Leser und Leserinnen,
ich möchte euch sehr für die vielen lieben Kommentare danken, die uns erreichen. Ich weiß wie viel Mühe es kostet, manchmal auch nur einen Satz zu schreiben und freue mich, dass ihr euch diese immer wieder für mich/uns macht.
Der Austausch ist toll! ❤️

Leider habe ich die Kommentarfunktion derzeit nicht im Griff. Erst heute ist es mir wieder passiert, dass ich gesehen habe, dass ich einige Kommentare noch gar nicht freigeschaltet habe, obwohl sie schon länger da sind.
Die letzten Tage war ich oft hier, habe fleißig alles freigegeben, nochmal gecheckt, ob alles erledigt ist und mich gefreut. Heute morgen traf mich dann fast der Schlag, als ich gesehen habe, wie viel noch in der Warteschleife hängt.
Das tut mir leid!
Ich möchte nicht, dass hier der Eindruck entsteht, dass ich euere Rückmeldungen aussortiere und nur einige wenige einstellen will. Mir ist jede Zeile von euch wichtig und sie verdient die gleiche Aufmerksamkeit. Gerade weiß ich noch nicht genau, ob es an mir liegt oder mein PC, bzw. WordPress, manchmal was verschluckt. Immerhin habe ich ja immer wieder nachgesehen… 🤔
Ich werde versuchen, dafür so gut es geht eine Lösung zu finden. Vielleicht sollte ich Kommentare auch nicht immer nur über das Klingelzeichen checken sondern wieder öfter das Dashboard nutzen…

Ansonsten bleibt mir nur, euch um euere Geduld mit mir zu bitten!
Falls mal einer euerer Kommentare untergeht oder es länger dauern sollte, ist es nichts persönliches!
Wenn ihr unsicher seid, dürft ihr auch gerne nochmal nachfragen.

Nun hoffe ich, dass ich soweit alle Wortmeldungen erst mal wieder online gestellt habe und niemand mehr seinen Kommentar vermisst!

Danke an dieser Stelle vorab allen verständnisvollen LeserInnen! 🙂

Auftakt ohne Puste

Das Jahr ist noch so jung und mir geht die Puste aus.
Ich bin reif für die Klinik. Halten können und wollen wir nicht mehr.
Wir lassen los und geben auf. Zum ersten Mal in unserem Leben auf diese Art und Weise. Mir ist egal, wie es weiter geht, ob das gut für meinen Job ist oder in meinem Lebenslauf schlecht kommt. Wir scheißen drauf, was die Nachbarn sagen und was von uns erwartet wird. Denn die Erinnerung zerstört uns, wenn sie weiter verdrängt werden muss. So geht‘s nicht mehr. Die Bilder der Qualen sind klarer denn je. Sie verdichten sich. Sind alt und in dieser Qualität doch neu.

Der Zustand ist an dieser Stelle positiver, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Wir stehen zu uns. Sind uns nahe, auch wenn uns der Schmerz zerreißt.
Funktioniermensch ade – Heilung wir kommen.

Wir haben begonnen den Zusammenbruch zu regeln. Klingt irgendwie komisch. Ist aber so. Gut, ein bisschen Kontrollfreak ist wohl übrig geblieben… 😊 Wir schleppen uns vorwärts und lassen unser jetziges Leben Stück für Stück zurück, organisieren die Jobpause, telefonieren mit der Klinik wegen einem Therapieplatz und bekommen immer weniger geregelt. Wir sind längst nicht mehr in der Lage unsere Post zu öffnen. Unsere Leistungen im Job sind. rapide gesunken. Die letzten Termine bei der Arbeit haben wir einfach vergessen. Die Kraft ist weg. In mir brüllt die Verzweiflung und nur noch ein Wunsch: „Ruhe.“
Wir wollen gemeinsam begreifen wer und was wir sind. Nochmal neu. Von vorne. Den Bildern in unsü endlich zuhören. Mit ungeteilter Aufmerksamkeit.
Weil wir es uns wert sind…

# Flashback im Tarnumhang


Rituale spuken durch unseren Kopf.
Diesmal mehr wie unfassbare Gedankenblitze, die kaum mehr ausmachen, als das Wort an sich.
Nicht immer kommen Erinnerungen an das was war als vollständige Szenen, bildhaft oder als Körpergefühle daher.
Oft kündigen sie sich bei uns darüber an, dass ich mich wie besessen immer wieder mit dem gleichen Thema beschäftigen muss, auch wenn ich gar nicht weiß, wieso eigentlich dieses Thema nun in diesem Moment solche Wichtigkeit hat. Es ist dann der Anfang meines Wiedererlebens und auch, wie ich mittlerweile vermute, der unbewusste Versuch es durch die Beschäftigung mit dem Thema in der Außenwelt aufhalten, bzw. wenigstens verstehen zu können, noch bevor ich genau weiß, welche, bzw. ob jetzt überhaupt eine Erinnerung hochkommt.

Über die Zeit ist mir immer mehr bewusst geworden, dass ich in diesen Momenten bereits auf einen Auslöser reagiere und in der damit verbundenen Reinszenierung stecke.
Das unbewusste Trauma arbeitet.
Ich verspüre dann den Drang z.B. Sachbücher oder Artikel zu bestimmten Themen, wie etwa Missbrauch oder Vergewaltigung, zu lesen ohne damit aufhören zu können. Es ist nicht nur starkes Interesse. Es ist mehr. Auch wenn ich mir das Lesen darüber strikt verbiete, fühle ich mich in der Phase oft wie ein Junkie auf der Suche nach seiner eigenen Identität, die er hofft irgendwo zwischen den Zeilen eines Betroffenenberichtes oder einer wissenschaftlichen Abhandlung zu finden, völlig angefixt von allem, was damit zu tun hat. Gleichzeitig würde ich mir vermutlich viel schlechter glauben können, wenn meine eigenen Bilder kommen würden, kurz nachdem ich über ähnliches gelesen hätte. Nicht, weil sie dann weniger wahr wären – Was könnte mehr eigene Erfahrungen triggern als Betroffenenberichte!? – sondern weil ich einen perfiden Grund für meinen Verstand hätte sie zu dis-tanzieren und genau das ist es, was er damit wahrscheinlich auch erreichen möchte. Willkommen bei „Es ist anderen passiert, aber doch nicht mir!“.
Deshalb lasse ich es und widerstehe dem Drang, weil ich sonst meiner eigenen Verarbeitung ein Bein stelle und meine Heilung verhindere.

Hier sitz ich nun also in diesem angetriggerten Schwebezustand und frage mich einmal mehr, was meine Seele, bzw. die Innens versuchen mir diesmal mitzuteilen.
Alles was bleibt ist offen zu beobachten, was auftaucht, immer wieder nach innen zu fragen und abzuwarten, bis es an der Oberfläche des Bewusstseins für mich greifbar wird.
Alles was ich habe ist mein Gefühl, dass es darum geht etwas zu realisieren, was ich noch nicht realisiert habe und dass es irgendetwas mit Ritualen zu tun hat.
Was es ist wird sich zeigen…

Neues Jahr – Neue Kategorie

Schon eine ganze Weile beschäftigen wir uns aus persönlichen Gründen mit dem Thema Flashbacks und Erinnerungen an Traumata. Für uns sind sie nicht immer so überwältigend klar, wie sie von Therapeuten oft beschrieben werden. Viel öfter erleben wir „komische Zustände“ die man auf den ersten Blick gar nicht offensichtlich als Flashbacks oder anbahnende Erinnerungen einordnen würde. Am Anfang hat uns das oft verunsichert und Zweifel aufgeworfen. Die Glaubwürdigkeit der Erinnerungen und Zustände, die mich scheinbar aus dem Nichts überfielen, war vor allem für mich als Außenperson ein sehr großes Thema. Mittlerweile wissen wir viele dieser komischen Erscheinungen an uns gut zuzuordnen und als „Echtheitsmerkmal“ des auftauchenden Erinnerungsfragmentes zu bewerten. Das unbewusste lügt nicht.

Unter dem Titel „Flashback im Tarnumhang“ wollen wir im neuen Jahr unsere Erlebnisse und Gedanken dazu teilen. Manchmal erhellten die Aussagen von Therapeuten unsere Sicht darauf oder das Wissen um traumaphysiologische Vorgänge. Dann machen wir das kenntlich.
Im Zentrum der Artikel stehen verschieden Fragmente der Erinnerung und die Weise ihres Auftretens an uns selbst. Wir versuchen das „Freez an Fragment“ von seiner abstrakten Beschreibung an unserem Beispiel in greifbare Realität zu überführen. Wir erheben dabei nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder allgemeine Gültigkeit. Da es um hier um persönlich erlebte Zustände geht, ist unsere Sicht darauf ebenso persönlich. Andere Betroffen mögen manches vielleicht anders sehen.

Wir hoffen es hilft vielleicht der ein oder anderen LeserIn weiter etwas von sich selbst zu verstehen, ebenso wie vieles davon für uns sehr elementar war.